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Ringelröteln: Ärzte retten Ungeborenes

Medizinsensation Ringelröteln: Ärzte retten Ungeborenes

Es ist eine kleine medizinische Sensation: Den Spezialisten der Geburtshilfe im Henriettenstift ist es gelungen, noch im Mutterleib ein Kind zu retten, das an einer schweren Form von Ringelröteln erkrankt war. Dabei waren die Überlebenschancen sehr gering gewesen.

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Präzisionsarbeit: Für die Bluttransfusion musste der Chefarzt der Diakovere-Geburtshilfe, Ralf L. Schild, die wenige Millimeter breite Nabelschnurvene des erkrankten Kindes mit einer Nadel treffen. Auf dem Foto ist Schild bei der Untersuchung einer anderen Patientin zu sehen.

Quelle: (Foto: Katrin Kutter)

Hannover. Der behandelnde Arzt, der Chefarzt der Geburtshilfe im Diakovere Henriettenstift, Ralf L. Schild, musste dafür gleich zweimal eine Bluttransfusion durch die Nabelschnur durchführen. Der Eingriff ist diffizil: Der behandelnde Arzt muss eine Nadel durch die Bauchwand der Mutter und durch den Gebärmuttermund in die Fruchthöhle einführen. Dort muss er die wenige Millimeter breite Nabelschnurvene treffen, um dem Kind im Mutterleib das Blut zu verabreichen.

Das Baby litt infolge der Ringelröteln bereits unter fetaler Anämie (Blutarmut). Es hatte Wasser im Bauch, in der Haut und im Brustkorb. Die Symptome seien vergleichbar mit den Hungerbäuchen afrikanischer Kinder, sagte Florian Guthmann, Chefarzt der Neonatologie im Kinderkrankenhaus Auf der Bult und zugleich einer der beiden Leiter des Perinatalzentrums im Henriettenstift, das die Risikoschwangerschaften betreut. Das Kind hatte bereits eine Herzschwäche; der Hämoglobinwert sei zudem extrem niedrig gewesen: Er könne sich nicht erinnern, zuvor jemals ein ungeborenes Kind gesehen zu haben, das mit einem so niedrigen HB-Wert überlebt habe, sagte Ralf L. Schild.

Die 33-jährige Mutter hatte nach der Geburt eines gesunden Sohnes bereits ein Kind wegen einer Fehlgeburt verloren. Die Ringelröteln-Infektion war bei der in Herford lebenden Frau in der 17. Schwangerschaftswoche festgestellt worden. Sie hatte sich zuvor im Sommerurlaub bei einem Kind infiziert, das zum Zeitpunkt des Kontakts noch keine Symptome von Ringelröteln gezeigt hatte. Das ungeborene Kind hatte sich bei seiner Mutter angesteckt. Gegen Ringelröteln gibt es - anders als bei Röteln - keine Impfung.

In der 22. Schwangerschaftswoche hatte ein auf pränatale Diagnostik spezialisierter Gynäkologe in Bielefeld bei dem Fötus Unregelmäßigkeiten festgestellt. Er riet dringend zum umgehenden Besuch einer Spezialklinik, der Uni-Klinik Münster oder des Henriettenstifts. „Es musste alles innerhalb von wenigen Minuten entschieden werden“, schreibt die Mutter in einem Dankesbrief an das Henriettenstift: „Wir entschieden uns intuitiv für Hannover.“

Die erste Nabelschnurbluttransfusion wurde dort bereits am nächsten Tag durchgeführt. Wegen der schlechten Lage des Kindes im Mutterleib, die den Eingriff besonders riskant machte, musste eine Woche später eine zweite Transfusion durchgeführt werden. „Gerade wegen der Fehlgeburt hatten wir natürlich große Angst davor, auch dieses Kind zu verlieren“, schreibt die Mutter weiter. Noch in der Nacht nach der zweiten Bluttransfusion spürte die Mutter aber erstmals wieder leichte Kindsbewegungen im Bauch: „Wir schöpften neue Hoffnung.“ In den folgenden Wochen kamen die Eltern regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen nach Hannover. Der Zustand des Kindes verbesserte sich stetig: so sehr, dass es am Ende in der 36. Schwangerschaftswoche sogar im örtlichen Krankenhaus der Eltern, im Klinikum Herford, geboren werden konnte. Anfangs benötigte das per Kaiserschnitt entbundene Mädchen zwar noch eine Sauerstoffunterstützung. Nach einer Woche konnte es aber gesund nach Hause entlassen werden: „Es macht sich gut, die Ärzte sind zufrieden“, sagen die glücklichen Eltern heute. „Es war sehr knapp, die Überlebenschancen waren sehr gering“, sagt Chefarzt Schild: „Aber dieses Kind war eben ein Kämpfer.“

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