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Ärzte fordern zusätzliche Studienplätze

Medizin Ärzte fordern zusätzliche Studienplätze

Um einem zunehmenden Ärztemangel zu begegnen, fordert die niedersächsische Ärztekammer rund 1000 zusätzliche Studienplätze. Die drei entsprechenden Universitäten in Niedersachsen reagieren zurückhaltend.

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Quelle: Hagemann

Hannover. Mehr Studienplätze im Land, weniger „Anerkennungstourismus“ ausländischer Ärzte: Die Präsidentin der niedersächsischen Ärztekammer, Martina Wenker, hat gefordert, die Ausbildungskapazitäten an den Universitätskliniken massiv aufzustocken. Derzeit schließen in Deutschland rund 10.000 angehende Mediziner jährlich ihr Studium ab, die Bundesärztekammer verlangt rund 1000 Studienplätze mehr.

„Wir haben einen zunehmenden Ärztemangel“, sagte Wenker. Dieser Bedarf werde noch zusätzlich steigen, weil die Gesellschaft insgesamt älter werde und damit eine stärkere medizinische Versorgung brauche. Sie wehre sich gegen einen Anerkennungstourismus aus strukturschwachen Ländern: „Es kann nicht die Lösung sein, Ärzte aus ärmeren Ländern mit vagen Versprechungen nach Deutschland zu locken, um dem hierzulande bestehenden Ärztemangel zu begegnen“, so Wenker. Damit entziehe man nicht zuletzt den betreffenden Ländern die dort dringend benötigten guten Ärzte.

Drei Unis in Niedersachsen

Die Reform des Medizinstudiums soll Thema beim Deutschen Ärztetag Ende Mai in Freiburg werden. Wenker ist überzeugt, dass es bundesweit genügend qualifizierte Interessenten gibt, sollte die Zahl der Studienplätze erhöht werden. Derzeit gehen ihr zufolge sehr viele Deutsche ins Ausland, vor allem nach Ungarn, um Medizin zu studieren.

Wenn deutsche Kliniken ausländische Ärzte anwerben, stellt sich zudem häufig ein Sprachproblem. Im Herbst 2016 wurde bekannt, dass jeder zweite ausländische Arzt am Sprachtest scheitert, den er vor Erteilung einer Berufserlaubnis ablegen muss. Die Ärztevereinigung Marburger Bund hatte kritisiert, dass der Ärztemangel dazu führe, dass Kliniken Mediziner anwerben würden, ohne sich um deren Sprachkompetenz zu kümmern.

Niedersachsens Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) sagte, sie unterstütze die Initiative der Ärztekammer, allerdings müsse die Finanzierung mit dem Bund noch geklärt werden. Der Bedarf an Ärzten steige, weil mehr Mediziner in Teilzeit arbeiten würden.

In Niedersachsen sei es ohne große Probleme möglich, die Studienplätze an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Universitätsmedizin Göttingen aufzustocken, so Wenker. Zudem nehmen an der European Medical School in Oldenburg jährlich 40 angehende Mediziner ihr Studium auf.

Unterschiedliche Reaktionen

Ein Sprecher der Universitätsmedizin Göttingen erklärte, dass die Hochschule bereits ihre Studienkapazitäten ausbaue. Seit 2013 werde die Zahl jährlich um 20 Plätze erhöht. Aktuell gibt es 286 Studienanfänger im Bereich Humanmedizin pro Jahr. An der MHH reagierte man eher zurückhaltend. „Mit 270 Studienbeginnern pro Jahr haben wir die Belastungsgrenze für unsere Klinik und unsere Patienten erreicht“, sagte Studiendekan Professor Ingo Just.

Wenker fordert, dass die Approbationslisten der Länder in ein bundesweites Register überführt werden. Damit soll verhindert werden, dass Ärzte in mehreren Ländern gleichzeitig eine Berufserlaubnis beantragen.

Von Heiko Randermann und Christina Sticht

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