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Ärztemangel führt zu Engpässen in Neurologie

Nordstadtkrankenhaus Ärztemangel führt zu Engpässen in Neurologie

Erneut gibt es in Hannover erhebliche Probleme mit Betten für Patienten mit neurologischen Erkrankungen. Offenbar ist die Neurologie des Nordstadtkrankenhauses besonders betroffen. Dort sollen in den vergangenen Tagen die Aufnahmekapazitäten erschöpft gewesen sein.

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Notfälle werden im Nordstadtkrankenhaus versorgt, dann aber verlegt.

Quelle: Michael Thomas

Hannover. Wie die HAZ aus Rettungsdienstkreisen erfahren hat, ist es in den vergangenen Tagen vorgekommen, dass die Klinik von den Rettungsdiensten mit neurologischen Patienten zeitweise gar nicht mehr angefahren wurde, weil dort die Aufnahmekapazitäten erschöpft waren.

Ausdrücklich heißt es aber bei den Rettungsdiensten, dass Notfälle auch im Nordstadtkrankenhaus jederzeit behandelt würden. Es komme vor, dass Notfälle vom Rettungsdienst in die Nordstadt gebracht würden, dort erstversorgt, und dann in ein anderes Krankenhaus weitertransportiert würden. Die Feuerwehr, die den Rettungsdienst in Hannover betreibt, wollte sich zu der Situation nicht äußern. Aber auch andere neurologische Stationen sollen sich derzeit immer wieder abmelden, weil sie ihre Kapazitätsgrenze erreicht haben.

Das Klinikum Region Hannover (KRH), zu dem das Nordstadtkrankenhaus gehört, wies die Vorwürfe zurück, die Neurologie sei in vergangener Zeit dauerhaft abgemeldet gewesen. „Die Neurologie im Nordstadtkrankenhaus ist nicht häufiger als alle anderen Neurologien in Hannover abgemeldet“, heißt es in der Stellungnahme von Sprecher Bernhard Koch.

Im Dezember 2014 waren alle Betten belegt

Er bestätigte auch, dass es einen Ärztemangel in der Neurologie gebe, ohne jedoch konkrete Zahlen zu nennen. „Für Hochleistungs-Neurologien, die zum Beispiel über Spezialstationen für Schlaganfall-Patienten verfügen, gibt es bundesweit derzeit Probleme, freie Arztstellen zu besetzen, das gilt auch für das KRH“, schreibt Koch.

Im Dezember 2014 hatte die Rettungsleitstelle der Region Hannover Alarm geschlagen. Denn an einem Tag waren in sämtlichen Kliniken in der Landeshauptstadt alle neurologischen Stationen belegt. Die Rettungsleitstelle hatte daraufhin die Kliniken aufgefordert, zusätzliche Bettenkapazitäten bereitzustellen. Eine ähnliche Situation hatte es bisher noch nicht wieder gegeben.

Eine andernorts schon gut funktionierende Internetseite sollte die Situation der wegen Vollauslastung abgemeldeten Stationen in der Region Hannover zumindest transparenter machen. Und eigentlich sollte die Internetseite mit der Verfügbarkeit der Krankenhausbetten in der Region und der medizinischen Geräte ein landesweites Modellprojekt sein.

Internetplattform zeigt Kapazitäten an

Die Krankenhäuser teilen nun auf der Internetplattform namens Ivena mit, ob die einzelnen Kliniken freie Kapazitäten haben oder belegt sind. Das System läuft seit einem Jahr - allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Für andere Regionen sind die Daten dagegen öffentlich einsehbar.

Die Region Hannover begründet die Geheimhaltung damit, dass sowohl „die Datenstrukturen als auch die Abläufe noch optimiert“ werden müssten, in dieser Zeit sei ein für jedermann einsehbarer Onlinebetrieb nicht sinnvoll.

Von Mathias Klein 
und Tobias Morchner

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