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HCC-Mitarbeiter wollen gegen AfD protestieren

Parteitag in Hannover HCC-Mitarbeiter wollen gegen AfD protestieren

Wenn die Alternative für Deutschland (AfD) am Wochenende in Hannover ihren Parteitag abhält, wird es eine kuriose Situation geben: Mitarbeiter des Hannover Congress Centrums (HCC) wollen gegen die Partei protestieren, während ihre Kollegen in der Eilenriedehalle die Veranstaltung bewirten.

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Im HCC findet am Wochenende der Parteitag der AfD statt.

Quelle: Dröse

Hannover. Mitarbeiter des Hannover Congress Centrums (HCC) werden sich an der Protestkundgebung gegen die Alternative für Deutschland (AfD) beteiligen, die im HCC am nächsten Wochenende ihren Bundesparteitag abhält. „Wir werden zeigen, dass das HCC da ist“, sagte Direktor Joachim König gestern im Betriebsausschuss des städtischen Unternehmens. Die Teilnahme an der Demonstration sei privater Natur, es gebe keinen offiziellen Auftritt. Kurios bleibt aber, dass HCC-Mitarbeiter den Parteitag der AfD vorbereiten und dann dagegen protestieren. Die Versammlung der AfD werde man mit der gebotenen Professionalität über die Bühne bringen, sagt König. „Das ist aber keine Veranstaltung, die Spaß macht“, betont er.

Die zum Teil rechtspopulistische Partei tagt am Sonnabend und Sonntag im HCC. Zu einer Kundgebung vor den Toren des Congresscentrums am Sonnabend hat das Bündnis „Bunt statt Braun“ aufgerufen, dem der Deutsche Gewerkschaftsbund, Jugendorganisationen von SPD und Grünen sowie Kirchen und Vereine angehören. Auch Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) beteiligt sich und hält als Vertreter der Stadt eine Rede. Die Fraktionen im Rat unterstützen ihn weitgehend, jedoch verbitten sich CDU und FDP parteipolitische Einlassungen. Christdemokraten und Grüne Jugend kritisieren, dass der Parteitag überhaupt in den Räumen des HCC stattfinden kann.

„Wir haben gesetzlich keine andere Wahl“

„Wir haben gesetzlich keine andere Wahl“, sagt HCC-Direktor König. Als städtische Einrichtung habe er das Gesuch der AfD nicht ablehnen dürfen. Da sei auch der Hinweis auf Kassel kein Argument. Dort hatte die AfD zuerst an die Tür geklopft, die Veranstaltung ist am Ende aber nicht zustande gekommen. „Nicht weil Kassel so geschickt war, sondern weil die AfD selbst abgesagt hat“, berichtet König. Vor Jahren habe Hannover versucht, den Parteitag der rechtsextremen NPD zu verhindern, kassierte aber gerichtliche Niederlagen in drei Instanzen. „Dadurch bekam die NPD viel mediale Aufmerksamkeit“, sagt König. Ob also der juristische Kampf der richtige Weg sei, dürfe bezweifelt werden.

Die Sicherheitsvorkehrungen für das Wochenende sind enorm, sowohl inner- als auch außerhalb des Congresscentrums. Man will aber Sorge tragen, dass parallele Veranstaltungen, etwa die Münzbörse, nicht behindert werden. Die Grünen schlagen vor, als Zeichen der Toleranz Regenbogenfahnen vor dem HCC zu hissen. Das lehnt König ab. „Die Flagge ist ein politisches Statement. Ich will nicht, dass meine Mitarbeiter sich dazu bekennen müssen“, sagt der HCC-Direktor. Zudem sehe er die Gefahr einer Eskalation. Die Regenbogenfahne ist ein Symbol für die Homosexuellen-Bewegung. Die AfD dürfe ihre Fahnen vor der Eilenriedehalle aufziehen, sagt König, woanders nicht.

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Kommentar

Wenn die AfD in Hannover ihren Bundesparteitag abhält, will ein Bündnis unter Führung von Oberbürgermeister Stefan Schostok dagegen demonstrieren. Das ist gut gemeint, aber vielleicht nicht klug. Ein Kommentar von Felix Harbart.

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