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AfD-Ratsherr will nicht AfD wählen

Streit in der Partei AfD-Ratsherr will nicht AfD wählen

Wie geschlossen sind die Reihen der AfD? Kurz vor der Landtagswahl hat der AfD-Ratsherr Tobias Braune empfohlen, lieber die CDU als die AfD zu wählen. Unter den Top Zwölf der Kandidaten seiner Partei halte er nur drei für zumutbar. „Die Kandidaten der Landesliste lassen sich von Rassisten unterstützen“.

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Quelle: Behrens/HAZ-Archiv

Hannover. Die Irritationen und Brüche innerhalb der AfD, die sich in Berlin schon am Tag nach der Bundestagswahl gezeigt haben, treten jetzt auch in Hannover deutlich zutage. Tobias Braune, Ratsherr der hannoverschen Partei Alternative für Deutschland (AfD), spricht sich vor der Landtagswahl am Sonntag öffentlich dafür aus, nicht für Kandidaten seiner Partei zu stimmen. Zu viele der Landtagskandidaten verträten radikale Positionen, die er mit seinem christlichen Menschenbild nicht vereinbaren könne.

„Unterstützung von Rassisten“

Er selbst werde bei der CDU sein Kreuz machen, sagt Braune im Gespräch mit der HAZ. Er empfiehlt auf seiner Facebook-Seite auch anderen, seinem Beispiel zu folgen. „Mit wäre ein Bernd Althusmann (CDU) lieber als Ministerpräsident als die AfD-Spitzenkandidatin Dana Guth“, sagt Braune. Bei vielen Kandidaten auf der Landesliste habe er Bauchschmerzen, weil sie sich von Rassisten unterstützen ließen. „Unter den Top Zwölf der Kandidaten fallen mir nur drei ein, die ich für lernfähig und zumutbar halte“, schreibt Braune in den Sozialen Medien. Braune gehört dem hannoverschen Rat seit der Kommunalwahl im Herbst 2016 an.

Der Lehrer aus Lehrte hat Theologie studiert und ist Mitglied einer freikirchlichen Gemeinde in der List. Braune betont, dass er nicht für die gesamte sechsköpfige Ratsfraktion spreche: „Eher im Gegenteil“, sagt er. Gegen das Programm seiner Partei hat der AfD-Ratsherr nach eigener Aussage nichts einzuwenden. Ein Dorn im Auge seien ihm die Personen, mit denen die AfD ins Rennen um die Landtagsmandate geht. „Rechtsgerichtete Burschenschaften aus Braunschweig und Göttingen unterstützen AfD-Spitzenkandidaten“, sagt Braune. Zudem missfalle ihm, dass der Landesvorsitzende der Jungen Alternative (JA), Lars Steinke, im Hintergrund die Fäden ziehe. Steinke selbst bewirbt sich nicht um ein Landtagsmandat. „Er vertritt Positionen, die ich nicht mit meinem christlichen Menschenbild vereinen kann“, sagt Braune mit Blick auf Steinke.

Verbindungen zur Identitären Bewegung

Dieser wurde im Juli zum Vorsitzenden der JA gewählt. Ihm werden Verbindungen zur Identitären Bewegung nachgesagt, einer rechtsextremen Gruppe, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Steinke hat nachweislich an einer Demonstration der Identitären Bewegung in Berlin teilgenommen. Gestern Abend hatte die Niedersachsen-AfD zu einer zentralen Wahlkampfveranstaltung ins Bürgerhaus Misburg eingeladen.

Alexander Gauland, Chef der AfD-Bundestagsfraktion, schlug bekannte Töne an. Eine Politik der offenen Grenzen müsse mit dem sozialen Abstieg des Landes bezahlt werden, meinte er. Auch seine umstrittenen Worte von der „Entsorgung“ der Integrationsbeauftragten Aydan Özoguz (SPD) nahm er wieder auf. „Die Wähler haben die Dame entsorgt, ich muss mich nicht mehr um die Entsorgung kümmern“, sagte Gauland unter Gelächter der Besucher.

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