Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Falscher Ebola-Verdacht in Hannover
Hannover Aus der Stadt Falscher Ebola-Verdacht in Hannover
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:02 17.10.2014
Die Feuerwehr betrat die Polizeiinspektion Mitte mit Schutzanzügen. Quelle: Elsner
Anzeige
Hannover

Trotzdem wurde er von den Beamten der Bundespolizei zunächst zur Polizeiinspektion Mitte in die Herschelstraße gebracht. Erst die zugezogenen Kollegen der Landespolizei erkannten die potenzielle Gefahr und lösten Ebola-Alarm aus: Nach einer Untersuchung gaben Spezialisten in Schutzanzügen Entwarnung – der Mann hatte das Virus nicht. Die Bundespolizei räumte später ein, falsch vorgegangen zu sein.

Der 27-Jährige war gegen 2.25 Uhr bei einer Kontrolle in einem Nachtzug von den Beamten der Bundespolizei ohne Fahrschein aufgegriffen worden. Diese brachten ihn zu ihrer Wache im Hauptbahnhof. Nach Darstellung von Peter Jördening, Leiter der Bundespolizeiinspektion in Hannover, verbrachte der Somalier dort drei Stunden – ohne über Beschwerden zu klagen. Erst als ihm erklärt worden sei, er werde in die Inspektion in der Herschelstraße gebracht, um seine Identität feststellen zu lassen, habe er über Fieber, Bauchschmerzen und Durchfall geklagt.

Als die Polizeibeamten in der Herschelstraße erfuhren, dass der Ostafrikaner über Fieber, Durchfall und Bauchschmerzen klagte, schlugen sie umgehend bei der Leitstelle der Feuerwehr Alarm. Der 27-Jährige wurde in der Schleuse der Wache isoliert. Gegen 6 Uhr rückte ein Notfallteam der Feuerwehr an und untersuchte den 27-Jährigen in Schutzanzügen. Eine Stunde gab die Notärztin Entwarnung. Der Verdacht auf Ebola hatte sich nicht bestätigt. Der Mann kam auf freien Fuß, er soll sich aber zeitnah bei der Ausländerbehörde melden.

Die Bundespolizei hat inzwischen einen Fehler eingeräumt. „Das ist nicht ideal gelaufen“, sagte Jördening. Die Kollegen hätten nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und den 27-Jährigen auf die Wache gebracht. „Die Kollegen haben tagtäglich mit ansteckenden Krankheiten wie Hepatitis oder Krätze zu tun. Hätten sie einen ernsten Verdacht auf Ebola gehabt, hätten sie allein schon aus Selbstschutz die entsprechenden Maßnahmen ergriffen“, sagte Jördening. Er fügte aber hinzu: „In Zukunft werden wir noch sensibler auf solche Vorfälle reagieren.“

Die Polizeidirektion will sich zu dem Vorfall nicht äußern. Es habe bereits Gespräche gegeben, wie künftig in solchen Situationen verfahren werden soll, teilte die Behörde mit. Dem Vernehmen nach sollen die Beamten der Wache in der Herschelstraße allerdings sehr erbost über die Nachlässigkeit ihrer Kollegen gewesen sein. „Ich möchte nicht daran denken, was es bedeutet hätte, wenn der Mann wirklich an Ebola erkrankt gewesen wäre“, sagt ein Beamter.
Nach Angaben der Feuerwehr hatte es bereits drei ähnliche Ebola-Verdachtsfälle in Hannover gegeben, die sich jedoch nicht bestätigten.

tm

Ebola-Test

Bei einem Ebola-Test wird Blut, Urin oder Speichel in einem Labor chemisch aufgebereitet, sodass mögliche Erreger in den Proben nicht mehr ansteckend sind. Der Nachweis, ob Ebola-Viren vorhanden sind oder nicht, dauert je nach Test 90 MInuten bis mehrere Stunden. In den USA wird an einem Blut-Schnelltest gearbeitet, bei dem Ergebnisse nach zehn Minuten vorliegen sollen.

sbü

 

Die Einzelhandelskette „Kauf dich glücklich“ eröffnet am 13. November um 14 Uhr ihr erstes Geschäft in Hannover. Neben Mode finden sich auch Accessoires, Kosmetik und Bücher.

17.10.2014

Nach dem zwölfstündigen Streik der Lufthansa-Tochter Germanwings am Donnerstag ist die Airline wieder zum Normalbetrieb zurückgekehrt. Kurz nach Mitternacht startete von Hannover aus ein erster Flug nach Izmir in der Türkei, wie das Unternehmen mitteilte.

17.10.2014
Aus der Stadt Beratungsstelle gegen sexuellen Missbrauch - 25 Jahre Hilfe für Kinder und Jugendliche

Wenn Kinder sexuell missbraucht werden, dann ziehen sie sich aus Scham oder Angst vor weiterer Gewalt häufig zurück. Meist sind es Vertrauenspersonen wie Lehrer oder Erzieherinnen, die solche Verhaltensänderungen bemerken und die Beratungsstelle gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen einschalten.

Veronika Thomas 17.10.2014
Anzeige