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Agentur aus der List entwickelt fliegende Filmkameras
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Männer, die auf Drohnen starren Agentur aus der List entwickelt fliegende Filmkameras

Eine Agentur in der hannoverschen List entwickelt fliegende Filmkameras, die an Drohnen Luftbilder liefern. Die Technik der sogenannten Videokopter kommt zum Beispiel im "Tatort" an diesem Sonntag zum Einsatz.

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„Wir sind wie Arm und Auge“: Martin Rinderknecht (links) und Nikolaj Georgiew produzieren mit ihrem Videokopter Luftbilder für Film und Fernsehen – hier in einem Lister Hinterhof.

Quelle: Nico Herzog

Hannover. Früher sah man Nikolaj Georgiew, wie er aus einem Hubschrauber hing und die Welt von oben filmte. Es sah waghalsig aus, nahezu lebensmüde, wenn der Helikopter über der Stadt kreiste und der kleine Mann am Himmel sich mit einer Kamera in den Armen gegen den Wind immer weiter zu den Kufen hangelte. Er wollte die spektakulärsten Aufnahmen, die möglich waren. „Heute denke ich, dass ich verrückt gewesen sein muss“, sagt er. Aber heute hat der Hannoveraner auch eine Familie - und den „Digicopter“. Das unbemannte Flugobjekt, das wie eine Mischung aus Star-Wars-Roboter und militärischer Drohne aussieht, ist eine fliegende Filmkamera, die mit einer Fernbedienung vom Boden aus gesteuert wird.

Entwickelt und gebaut hat sie Georgiews Geschäftspartner Martin Rinderknecht. Mittlerweile fliegen die beiden Männer, die ihre Agentur RpunktDesign in der List haben, mit ihrem Digicopter Einsätze für bekannte Film- und Fernsehproduktionen. Ihre Luftbilder waren etwa kürzlich im ZDF-Herzschmerzfilm „Frühlingsgefühle“ mit Simone Thomalla zu sehen. Für den Zweiteiler „Das Mädchen mit dem indischen Smaragd“, der bald im TV läuft, haben sie in Indien gedreht, für die derzeit im Dreh befindliche Kafka-Kinoverfilmung „Der Bau“ waren sie engagiert, und für die Actionserie „Alarm für Cobra 11“ haben sie gerade einen Jahresvertrag unterschrieben. Dazu kommen Werbefilme und Musikvideos für Stars wie Yvonne Catterfeld oder Peter Maffay. Auch der neue Tatort mit Til Schweiger am Sonntag hat auf ihre luftigen Szenen zurückgegriffen, etwa als sich Schweiger - vielmehr dessen Double - aus dem Fenster eines Hochhauses stürzt und an einer Stahlkette baumelt. „Dass wir einmal in dieser Sphäre arbeiten, hätten wir nicht gedacht“, sagt Georgiew.

Vor gut zehn Jahren war der Werbefotograf auf seinen heutigen Geschäftspartner aufmerksam geworden, als der am Maschsee einen seiner ersten selbstgebauten Modellhubschrauber steigen ließ. Er fragte ihn, ob man da nicht eine Kamera dran befestigen könne. Ihr erstes gemeinsames Projekt war ein Werbevideo für die Region Hannover. Allerdings bemerkten sie schnell die Gefahr, die von ihrem drei Meter langen Helikopter für Menschen ausging - etwa als der bei einem Krimi-Dreh in der Nordstadt knapp über einer „Leiche“ stehen musste: „Da hätte schnell eine echte Leiche draus werden können.“ Also entwickelte Mechaniker Rinderknecht „in jahrelanger Kleinstarbeit“ den viel kleineren Digicopter. Nicht dass sie das Rad damit neu erfunden hätten - die Technik für fliegende Kameras gibt es mittlerweile häufig. „Unsere Stärke ist unser Zusammenspiel“, sagt Georgiew, „der Martin ist der Arm, und ich bin das Auge.“ Soll heißen: Während der eine das Fluggerät via Fernbedienung steuert, fokussiert der andere die daran befestigte Kamera - und sieht deren Bilder gleichzeitig auf einem Mini-Monitor.

Es gibt aber immer noch unberechenbare Momente. Dann, wenn Rauch oder Staub aufwirbelt, es in Strömen regnet oder eine Windböe den Digicopter abtreibt. „Da haben wir schon so manches Mal Angst um unseren Heli gehabt“, sagt Rinderknecht.

Gleichwohl wollen die Hannoveraner noch höher hinaus, gern dürften es große Kinoprojekte mit George Clooney oder Bruce Willis sein. „Wir arbeiten dran“, sagt Georgiew.

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HAZ-Redakteur/in Sonja Fröhlich

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