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Fans bekommen nicht vollen Eintrittspreis zurück

Nach Länderspielansage wegen Terrorverdacht Fans bekommen nicht vollen Eintrittspreis zurück

Nach der Absage des Länderspiels Deutschland-Niederlande in Hannover sind viele Fußball-Fans verärgert: Ticketanbieter wie die Agentur Ticket75 wollen für die Erstattung der Karten 20 Prozent des Preises einbehalten. Der DFB zeigt Kulanz – und erstattet seinerseits den vollen Kaufpreis.

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Nach der Absage des Länderspiels in Hannover wegen einer Terrorwarnung war es – abgesehen von Einsatzkräften der Polizei – im Stadion menschenleer.

Quelle: Stratenschulte/dpa

Hannover. Mehr als 30.000 Fußballfans waren nach der Terrorwarnung enttäuscht von der Absage des Länderspiels Deutschland–Niederlande in Hannover. Für einige geht die Enttäuschung jetzt aber weiter: Ticketanbieter wie die Agentur Ticket75 wollen für die Erstattung des Kartenpreises 20 Prozent einbehalten. Im Internet gibt es Verärgerung. Auch Hannovers Fußballlegende Dieter Schatzschneider ist fassungslos: „20 Prozent sind wirklich eine Frechheit – die Fans tun mir leid.“

Das Spiel war am 17. November kurz vor Anpfiff abgesagt worden, weil es nach Angaben aus Sicherheitskreisen Anhaltspunkte für eine Bedrohung gegeben haben soll. Angeblich gab es Hinweise des Israelischen Geheimdiensts, dass fünf „gefährliche Personen“ am Stadion und in Hannovers Innenstadt Anschläge verüben wollten. Belege oder Festnahmen gibt es bis heute nicht.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat sich kurz nach der Spielabsage für Kulanz entscheiden. Obwohl es sich bei einer Absage wegen Terrorgefahr um höhere Gewalt handele, bei der eine Erstattung nicht zwingend vorgeschrieben sei, bekommen alle Fans den vollen Kartenpreis erstattet – inklusive Bearbeitungs- und Versandkostenpauschale, wie man in der Frankfurter Zentrale betont. Bis spätestens kommenden Freitag müssen dazu die Originaltickets zusammen mit weiteren Belegen und einem Erstattungsformular an eine Münchener Agentur geschickt werden. Zum Gebaren der Agentur Ticket75 wollte ein DFB-Sprecher am Montag auf HAZ-Anfrage keine Stellungnahme abgeben.

Ticket75-Inhaber Peter Albrecht betont, man habe sich bereits um ein „sehr kulantes Verhalten“ bemüht. Seine in Fockbek bei Randsburg ansässige Agentur sei nur verpflichtet, einen Teil des Preises zu erstatten. Ihm seien „nicht unerheblichen Kosten durch die Abwicklung“ entstanden, sodass er unterm Strich trotz der 20-Prozent-Regelung draufzahle. Fußballfans sind trotzdem entrüstet. Im Internet ist von „Abkassiermentalität“ die Rede. Ärgerlich: Bei Ticket75 sind die Eintrittskarten oft ohnehin schon erheblich teurer als auf offiziellen Seiten, worauf die Agentur ausdrücklich hinweist. Es sei ein kleines Unternehmen und müsse Kosten weitergeben. Schatzschneider sagt: „Die Leute sollten sich genau überlegen, wo sie ihre Karten kaufen – dieses Beispiel zeigt, wie sehr man reinfallen kann.“

  • Erstattung für Maceo Parker: Ebenfalls ausgefallen ist an dem Abend das Konzert von Maceo Parker im Pavillon. Wer Karten zum Beispiel im HAZ-Ticketshops erworben hat, kann sie problemlos umtauschen – oder für das Ersatzkonzert am 7. März im Pavillon nutzen.
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