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Aus der Stadt "Bei den Müllwerkern steigt der Leidensdruck"
Hannover Aus der Stadt "Bei den Müllwerkern steigt der Leidensdruck"
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00:17 26.08.2016
Von Mathias Klein
„Eine weitere Verschärfung würde ich im Moment nicht sehen“: Aha-Chef Schwarz sieht im Knöllchen-Fall Giselherweg keinen Präzedenzfall. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Herr Schwarz, warum redet Aha nicht erst mit den Bürgern, bevor Knöllchen an parkenden Autos verteilt werden?

Wir haben im Vorfeld im Giselherweg Zettel unter die Scheibenwischer gesteckt, um die Autofahrer darauf hinzuweisen, dass wir mit den Müllwagen nicht durchkommen. Damit kann man natürlich nicht alle Anwohner erfassen. Aber der Inhalt der Zettel spricht sich auch in der Nachbarschaft herum.

Die Straße gibt es schon lange, warum taucht das Problem plötzlich erst jetzt auf?

Ja gut, manchmal steigt dann bei den Müllwerkern der Leidensdruck. Im Giselherweg ist es so, dass die Häuser in den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts gebaut wurden. Es gibt dort nur wenig Parkmöglichkeiten auf den Grundstücken. Jetzt waren die Sommerferien vorbei, und alle Autos standen wieder auf der Straße.

In Hannover gibt es viele enge Straße, in einigen von ihnen stehen zudem links und rechts noch parkende Autos. Es wird an vielen Stellen enger als drei Meter sein. Ruft Aha jetzt auch in anderen Straßen nach dem Ordnungsamt?

Das Problem mit den engen Straßen hat ja nicht nur Aha, das gilt auch für Feuerwehr, Krankenwagen und Lieferfahrzeuge. Andere mögen vielleicht auf die Gehwege ausweichen können, das können wir mit unseren schweren Fahrzeugen aber nicht, weil dort dann das Pflaster in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Man muss bedenken, dass die am Straßenrand abgestellten Autos immer breiter geworden sind, wenn sie sich zum Beispiel Wohnmobile oder die SUVs anschauen.

Herr Schwarz, noch mal: Wird es auch in anderen Straßen Knöllchen für parkende Autos geben?

Eine weitere Verschärfung würde ich im Moment nicht sehen.

Gibt es keine bürgerfreundlicheren Lösungen als das Verteilen von Knöllchen?

Wir versuchen, im Rahmen der Straßenverkehrsordnung zu agieren und zu handeln. Da geht es aber nicht um Bürgerfreundlichkeit, sondern um das Regelwerk, das wir haben. Und daran müssen sich einfach alle halten, sonst funktioniert eine Stadt nicht. Grundsätzlich kann man ergänzen, dass wir für die Müllabfuhr und auch für die Straßenreinigung die Mithilfe der Bürger brauchen.

Bürger, die ihre Tonnen zur nächstgrößeren Straße rollen sollen, jetzt die Knöllchen: Aha steht im Moment in der Öffentlichkeit nicht besonders gut da. Wie wirkt sich das auf die Arbeit der Müllwerker aus?

Das ist so ähnlich wie bei Sack oder Tonne: Unsere Mitarbeiter müssen sich das eine oder andere harsche Wort anhören. Ich möchte aber die Bürger um Verständnis bitte, dass wir ein bisschen Rücksicht brauchen, um unsere Arbeit zu erledigen. Jeder sollte bedenken, dass es auch andere Stimmen gibt. Das sind die Bürger, die sagen, dass der Müll schnell weg soll und dass das ganze auch bezahlbar bleiben soll.

Interview: Mathias Klein

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