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Aus der Stadt Aha will mehr Abfallfahnder einsetzen
Hannover Aus der Stadt Aha will mehr Abfallfahnder einsetzen
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00:15 03.09.2016
25 Tonnen illegaler Müll pro Woche: Abfallfahnder Stefan Hencke und seine Kollegen haben, wie hier auf der Lister Meile, mehr zu tun, als ihnen lieb ist. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Müll auf Grünstreifen, gelbe Säcke, die tagelang auf Gehwegen stehen, Schrott-räder am Straßenrand – immer häufiger müssen die Müllfahnder des Entsorgungsunternehmens Aha ausrücken. Nach Informationen der HAZ will Aha jetzt härter gegen Abfallsünder vorgehen. "Aha arbeitet an einem Konzept für die Abfallfahndung, das unter anderem die Erhöhung der Bußgelder im Rahmen illegaler Abfallentsorgung vorsieht", bestätigt Aha-Sprecherin Helene Herich. Höhere Strafen könnten jedoch nur dann eine Wirkung entfalten, wenn Verstöße auch geahndet werden. Der Beweis sei oft schwierig zu führen, wer wo welchen Müll auf die Straße geworfen habe. Daher wolle Aha mehr sogenannte Abfallfahnder einsetzen. Genaue Zahlen will das Unternehmen noch nicht nennen.

Fünf Abfallfahnder sind bisher im gesamten Stadtgebiet im Einsatz. Sie spüren Dreckecken auf, gehen Hinweisen nach, informieren über korrekte Abfallentsorgung und bitten Müllsünder zur Kasse. So wird das achtlose Wegwerfen von Pappbechern, Taschentüchern und Lebensmitteln mit 10 Euro geahndet, ebenso das Ausspucken auf öffentlichen Plätzen. Wer Sperrmüll ablädt, muss mit einer Strafe von 35 Euro rechnen. Stehen Abfallsäcke (gelbe für Verpackungen, blaue für Altpapier) früher als am Abend vor dem Abfuhrtermin am Straßenrand, droht ein Bußgeld von 20 Euro.

Aha verzeichnet seit Jahren einen deutlichen Anstieg von Müllverstößen. Mussten die Abfallfahnder im Jahr 2012 noch 26 883 Hinweisen nachgehen, sind es 2014 bereits 34 975, rund 30 Prozent mehr. Aktuelle Daten will Aha demnächst vorlegen. "Im Schnitt sammeln die Fahnder 25 Tonnen illegalen Müll pro Woche ein", sagt Aha-Sprecherin Herich. Hinzu komme ein deutlicher Anstieg von weggeworfenen "To go"-Verpackungen. Die Beseitigung des illegalen Mülls verursache erhebliche Kosten.

Das Unternehmen schlägt vor, dass sich mehrere Abfallfahnder einzelne Stadtteile vornehmen. Sie sollen "gezielte Schwerpunktkontrollen durchführen": eine Woche Ausschau halten nach Müllecken, eine Woche nach Hundekot suchen, vierteljährlich Schrotträder entfernen. Das sei deutlich effektiver, als lediglich Hinweisen aus der Bevölkerung nachzugehen, sagt Herich.

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In der Ratspolitik stößt die härtere Gangart auf Gegenliebe. "Die Beschwerden über Müllecken nehmen massiv zu", sagt SPD-Ratsherr Bruno Gill, wohnhaft im dicht besiedelten Stadtbezirk Vahrenwald-List. Dort beobachte er, dass Bewohner ihre gelben Säcke mit Verpackungsmüll einfach auf den Gehweg stellen, ohne die Abholzeiten zu beachten. "Die Menschen müssen sich an Regeln halten. Wenn sie das nicht tun, müssen wir sie dort erwischen, wo es wehtut: beim Geldbeutel", sagt Gill. Er fordert Aha zugleich auf, die gelben Säcke in Vahrenwald einmal wöchentlich abzuholen, nicht 14-täglich.

Die CDU hat das Vorgehen gegen Müllecken zum Wahlkampfthema gemacht. Gelbe Säcke, die einfach auf die Straße gestellt werden, seien insbesondere entlang der Vahrenwalder Straße, am Hinrichsring und auf der Lister Meile ein Problem, sagt CDU-Ratsherr Lars Pohl. "Auf der Meile stellen Händler zudem etliche Altpapiersäcke auf die Straße", sagt Pohl. Auch die Lister Kaufleutevereinigung wünscht sich von Aha härtere Kontrollen. "Wenn die gelben Säcke abgeholt werden, stehen kurze Zeit später wieder neue vor den Türen", sagt Klaus Eberitzsch, Sprecher der Aktion Lister Meile.     

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