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Aus der Stadt Aha räumt Schrotträder in der City ab
Hannover Aus der Stadt Aha räumt Schrotträder in der City ab
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00:17 30.07.2015
Von Mathias Klein
Erst kommt die Warnung (kleines Bild), dann die Flex (großes Bild): Abfallfahnder von Aha bei der Arbeit in der Innenstadt.Fotos: Surrey Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Das Herrenfahrrad sieht eigentlich noch gut aus. Ein leichter Markenrahmen, eine Nabenschaltung mit sieben Gängen, dazu vorne und hinten jeweils eine Trommelbremse, beide funktionieren einwandfrei. Dennoch ist das Rad Montag im Schrottcontainer des Abfallwirtschaftsbetriebs Aha gelandet. Denn es stand seit Monaten in den Fahrradständern auf dem Ernst-August-Platz vor dem Grand Hotel Mussmann.

Mitarbeiter der Stadtreinigung von Aha haben am Montag in der Innenstadt rund 80 herrenlose Fahrräder entfernt. Die nach Auffassung des Abfallwirtschaftsbetriebs schrottreifen Fahrräder blockieren seit Monaten die Fahrradbügel oder Stellplätze für aktive Radler.

Das Herrenfahrrad hat ein Abfallfahnder von Aha vor rund einem Monat zusammen mit etlichen anderen Rädern in seine Liste eingetragen und mit einem roten Zettel am Lenker für den Besitzer versehen - mit der deutlichen Aufforderung, das Fahrrad zu entfernen, weil es andernfalls von Aha entsorgt werden würde.

„Man kann ganz gut erkennen, wenn ein Fahrrad längere Zeit nicht mehr bewegt wurde“, erklärt Uwe Denecke, der als sogenannter Abfallfahnder bei Aha arbeitet. Wenn die Kette angerostet ist und beide Reifen ein Platten haben, ist das für Denecke und seine Kollegen ein untrüglicher Hinweis darauf, dass der Besitzer sein Gefährt nicht mehr zurück haben sondern entsorgen will.

Die Mitarbeiter von Aha rücken mit einem großen Container und akkubetriebenen Trennschneidern an. „Schlösser mit einem Wert von bis zu 50 Euro lassen sich damit gut auftrennen“, berichtet der Chef der Abfallfahnder, Andreas Hübner. Bei besseren Schlössern muss mit der Flex auch schon mal der Rahmen durchtrennt werden, um das Rad vom Bügel zu bekommen.

Rund 600 Schrottfahrräder entsorgt Aha jedes Jahr in Hannover. Die Räder werden sofort verschrottet und anschließend als Altmetall verkauft, sagt Unternehmenssprecherin Anke Voigt. Noch ein bisschen mehr Durcheinander herrscht auf den Fahrradabstellplätzen vor dem Hauptbahnhof. Hier liegen auch zahlreiche umgefallene Fahrräder übereinander und ineinander verkeilt - und das offenbar schon seit Monaten. Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis berichtet, dass die Bahn ein- bis zweimal im Jahr vor dem Bahnhof aufräume. Zuletzt sei das vor dem Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr gemacht worden, rund 70 Räder räumte die Bahn damals ab. Anders als Aha hebt die Bahn die entfernten Fahrräder ein paar Wochen lang auf, falls sich doch noch ein Eigentümer meldet. Und anders als in der City werden von der Bahn auch nur die Räder entfernt, die „absolut fahruntauglich“ sind, berichtet Meyer Lovis. „Da müssen zum Beispiel die Speichen abgebrochen sein oder das Rad abgeknickt sein“, erläutert Meyer-Lovis. Eine rostige Kette reicht nicht aus.

Leser melden rostige Räder

Mehr als 50 Schrottfahrräder in ganz Hannover haben die HAZ-Leser vor kurzem der Redaktion gemeldet. Wir haben die Hinweise an Aha weitergeleitet. Die Abfallfahnder des Unternehmens werden sich die Räder nach und nach ansehen und entscheiden, ob sie entfernt werden können.

Beispielsweise berichtet ein Leser von gleich vier Schrotträdern rund um den Stephansplatz. Ein Leserin schaut seit zwei Jahren auf ein herrenloses Fahrrad vor einen Haus in der Neustädter Straße (Calenberger Neustadt). Und an der Brücke Spinnereistraße steht seit Jahren ein verrostetes Fahrrad, das gefährlich in den Radweg ragt.

Aha freut sich über Hinweise von Bürgern auf defekte Fahrräder. Der Abfallwirtschaftsbetrieb nimmt Meldungen unter seiner Servicenummer (08 00) 9 99 11 99 entgegen.

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