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Aus der Stadt Aha sperrt Wertstoffhöfe für Auswärtige
Hannover Aus der Stadt Aha sperrt Wertstoffhöfe für Auswärtige
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02:15 12.05.2016
Von Mathias Klein
Kein Müll von außerhalb! Auf Wertstoffhöfen wird ab jetzt genau hingeschaut. Quelle: Christian Burkert/Archiv
Hannover

Der Abfallwirtschaftsbetrieb will damit verhindern, dass die kostenlosen Wertstoffhöfe von Bürgern genutzt werden, die in der Region keine Abfallgebühren zahlen. Wenn der Abfall nicht aus der Region kommt, wird er nicht mehr angenommen - auch nicht gegen eine Gebühr.

Nach Berichten von Mitgliedern der Regionsversammlung kommt es vor allem an der Regionsgrenze häufig vor, dass Bürger anderer Landkreise Abfälle auf die Wertstoffhöfe der Region bringen. In den umliegenden Landkreisen sind die Wertstoffhöfe üblicherweise kostenpflichtig, sogar für die Abgabe von Grüngut muss gezahlt werden. Der kostenlose Service von Aha „verleitet leider auch häufig Unbefugte benachbarter Kommunen, Städte oder Landkreise, sich durch diese nicht ordnungsgemäße Anlieferungen auf den Wertstoffhöfen Aha-Dienstleistungen zu erschleichen“, sagt Unternehmenssprecherin Helene Herich. Dieser Missbrauch gehe zulasten der Gebührenzahler in der Region Hannover. Deshalb fühle sich der Abfallwirtschaftsbetrieb verpflichtet, „regulierend einzugreifen“.

Mit der Abgabeerklärung müssten Besucher der Wertstoffhöfe mit externen Kennzeichen nachweisen, dass sie Wertstoffe aus Privathaushalten der Region entsorgten. Der Aufwand sei „für ehrliche Kunden sehr gering“, zudem sei es in deren Interesse, nicht mit den von ihnen gezahlten Gebühren die Entsorgung von illegalen Anlieferungen von außerhalb der Region zu finanzieren.

Michael Mosler fühlt sich allerdings durch die Regelung diskriminiert. Er fährt ein Auto mit Ostholsteiner Kennzeichen, hat aber seit 20 Jahren in Hannover einen zweiten Wohnsitz angemeldet und bezahlt auch hier Abfallgebühren.

„Bisher brauchte ich fünf Minuten, um den Abfall abzugeben, jetzt benötigte ich allein 20 Minuten, um das Formular auszufüllen.“ Weil der Groß-Buchholzer häufig die Wertstoffhöfe nutzt, fragte er bei Aha nach einem Dauerausweis. Die Ausstellung eines solchen Dokuments lehnte das Unternehmen allerdings ab, der Hannoveraner soll jedes Mal das Formular ausfüllen.

Mosler weist noch auf ein weiteres Problem hin. Seit einiger Zeit dürfen Autobesitzer bei einem Umzug in einen anderen Landkreis ihr vorheriges Kennzeichen behalten - die Zahl der Regionsbürger ohne hannoversches Kennzeichen dürfte dadurch stetig wachsen. Zudem befürchtet Mosler längere Wartezeiten für alle Kunden - vor allem im Herbst, wenn der Andrang auf den Wertstoffhöfen besonders groß ist.

Nach Abgaben von Aha-Sprecherin Herich haben die Wertstoffhöfe jährlich rund vier Millionen Kunden. Davon kommen etwa 15.000 mit einem auswärtigen Kennzeichen. Wie viele von ihnen die Wertstoffhöfe unberechtigt nutzen, kann das Unternehmen nicht sagen.

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