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„Aktion Sicherer Schulweg“ in der Region Hannover

Tipps für Erstklässler „Aktion Sicherer Schulweg“ in der Region Hannover

Auf sicheren Wegen durch den Verkehr: Im August werden in Hannover und der Region rund 10.000 Erstklässler eingeschult – wie sie gefahrlos zur Schule kommen, erklärt die HAZ bei der „Aktion Sicherer Schulweg“.

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Schülerlotsenausbilder Dieter Meyer (rechts hinten) übt mit den zukünftigen Schülerlotsen der Peter-Petersen-Schule auf dem Zebrastreifen. Die Lotsen sind ein Element, wie der Schulweg vor allem für die vielen Erstklässler sicherer werden kann.

Quelle: Martin Steiner

Hannover. Sie sind kaum größer als 1,20 Meter, also deutlich kleiner als ein normaler Pkw, und sie werden in wenigen Wochen wieder vermehrt im Straßenverkehr unterwegs sein: Etwa 4400 Erstklässler kommen in der Stadt Hannover im August in die Schule, in der Region werden es rund 10.000 sein, in ganz Niedersachsen sogar mehr als 70.000. Für die Erstklässler und ihre Familien bedeutet der neue Lebensabschnitt viele neue Herausforderungen. Die besondere Sorge der Eltern gilt dabei vor allem dem Schulweg.

Und das zu Recht: Im vergangenen Jahr kam es laut Angaben des Gemeindeunfallversicherungsverbandes (GUVH) und der Landesunfallkasse Niedersachsen (LUKN) landesweit zu 13.637 Schulwegunfällen. Davon waren 4658 Fahrradunfälle, 6531 Fußgängerunfälle, und 1182 Unfälle passierten an Schulbushaltestellen.

In der Serie „Aktion Sicherer Schulweg“ zeigt die HAZ in den kommenden Wochen, wie die Erstklässler sicher durch den Verkehr kommen. Außerdem machen wir auf besonders gefährliche Situationen aufmerksam und geben Tipps für die ersten Schultage. Denn es gibt zahlreiche Möglichkeiten, den Weg so zu gestalten, dass die Kinder sicher zur Schule und wieder nach Hause kommen. Hier eine Auswahl:

Schulwegpläne: Für alle hannoverschen Grundschulen und Förderschulen gibt es seit 2009 Schulwegpläne. In diesen Straßenkarten sind das Umfeld der Schule sowie alle Straßen, Gehsteige, Radwege und sichere Übergänge wie Zebrastreifen, Fußgängerampeln und Verkehrsinseln abgebildet. Außerdem sind alle Bus- und Straßenbahnlinien mit ihren Haltestellen eingezeichnet und gefährliche Stellen markiert.

Lehrer und Verkehrsexperten empfehlen Eltern, anhand des Schulwegplanes den sichersten Weg auszuwählen – auch wenn er nicht immer der Kürzeste sein sollte. Diesen Weg sollten Erwachsene dann gemeinsam mit den Kindern immer wieder abgehen. Und das am besten bereits in den Sommerferien vor Schuljahresbeginn, damit den Kindern der Weg am ersten Schultag vertraut ist. Grundregel für den Weg: helle Kleidung und Reflektoren. Die Schulwegpläne werden von den Schulen an die Familien verschickt. Sie sind aber auch im Internet unter www.hannover.de herunterladbar.

Auf der Homepage der Stadt gibt es auch Kinderstadtpläne für die Freizeitgestaltung. Sie sind ähnlich wie die Schulwegpläne aufgebaut und weisen neben Spiel-, Bolz und Skaterplätzen sowie Schwimmbädern, Jugendtreffs und Minigolfanlagen auf sichere Wege, auch auf Querungsmöglichkeiten und besondere Gefahrenpunkte hin.

„Gelbe Füße“: In den Wochen vor Schulbeginn sind sie wieder an vielen Stellen zu sehen. Kleine gelbe Füße, die mit Schablonen auf den Asphalt aufgesprüht werden. Sie markieren sichere Schulwege und Übergänge. Die gelben Fußspuren sind eine gemeinsame Aktion zum alljährlichen Schuljahresbeginn von der Verkehrswacht, der Polizei und dem ADAC.

Schülerlotsen: Auch wenn Polizei und Verkehrsexperten immer wieder dafür werben: Lotsen gibt es in Hannover nur an wenigen Schulen. Lediglich die Peter-Petersen-Schule, das Herschelgymnasium und die Dietrich-Bonhoeffer-Realschule arbeiten mit Schülerlotsen. „Wir würden uns wünschen, dass mehr Schulen mitmachen“, sagt Gerd Schöler, Verkehrssicherheitsberater bei der Polizeidirektion Hannover. Dass alle Seiten etwas davon haben, bestätigt Ursula Schmidt-Lamontain, Leiterin der Peter-Petersen-Schule. Nicht nur die Sicherheit der jüngeren Schüler werde erhöht und Eltern beruhigt, auch die Lotsen profitierten. „Wir haben sehr gute Erfahrungen mit unseren Schülerlotsen gemacht. Gerade die Eltern der Erstklässler sind glücklich, dass es sie gibt, und die Lotsen bekommen ihren Einsatz als Ehrenamt gewürdigt. Das macht sich gut bei Bewerbungen“, sagt die Rektorin. Schülerlotsenausbilder Dieter Meyer von der Verkehrswacht Hannover zeigt sich offen für Anfragen. „Ich komme gerne an die Schulen und bilde Lotsen aus, wenn das gewünscht wird“, sagt er.

„Schulbus auf Füßen“: Ein weiteres Projekt, das Kinder sicher zur Schule bringt, ist die aus England stammende Idee des „Walking Bus“, der „Schulbus auf Füßen“. Wie ein richtiger Schulbus hat der „Schulbus auf Füßen“ Haltestellen beziehungsweise Treffpunkte und einen Zeitplan. Er besteht aus Grundschülern, die in der Nachbarschaft wohnen und einen ähnlichen Fußweg zur Schule haben. Begleitet wird der „Schulbus auf Füßen“ von Eltern, die abwechselnd mit den Kindern mitlaufen. Die Vorteile des „Walking Bus“ liegen auf der Hand: Eltern schätzen, dass sie ihre Kinder nicht an jedem Morgen selber bringen müssen, die Kinder profitieren von Bewegung und frischer Luft, und die Lehrer begrüßen, dass die Kinder sich bereits vor dem Unterricht ausgetauscht haben. Ein Leitfaden für den „Schulbus auf Füßen“ ist beim VCD Kreisverband Region Hannover, Hausmannstraße 9–10, Telefon: 0511-1 640328, erhältlich.

Auto: Wer sein Kind mit dem Auto zur Schule bringt, sollte Folgendes bedenken: Kinder, die nur das Elterntaxi kennen, fällt es schwerer als ihren Altersgenossen, sich im Straßenverkehr zurechtzufinden. An vielen Schulen herrscht morgens regelrechtes Parkchaos, weil Eltern illegal halten, um ihre Kinder möglichst nah an der Schultür abzugeben. Wer mit dem Auto fahren muss, sollte den Wagen zumindest ein Stück weiter weg abstellen. Das entlastet die Parksituation an der Schule und das Kind lernt, die letzten Meter zu Fuß zu gehen und damit auch ein Stück Selbstständigkeit.

Fahrrad: Kein Kind sollte vor dem Ablegen der Fahrradprüfung in der vierten Klasse alleine mit dem Rad zur Schule kommen. So lautet der eindringliche Appell aller Pädagogen, Ärzte und Verkehrsexperten. GUVH und LUKN empfehlen sogar, Kinder erst ab einem Alter von 14 Jahren als Radfahrer am Straßenverkehr teilnehmen zu lassen. Der Grund: Jüngere Kinder seien nicht oder nur unzureichend in der Lage, auf komplexe Verkehrssituationen angemessen zu reagieren sowie Entfernungen und Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen – unabhängig davon, wie gut und sicher sie Radfahren können.

Julia Pennigsdorf

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