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Aus der Stadt Aktivisten fordern kontrollierte Abgabe von Cannabis
Hannover Aus der Stadt Aktivisten fordern kontrollierte Abgabe von Cannabis
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00:15 06.01.2014
Von Tobias Morchner
Mehrere Hundert Unterschriften haben Bernd Beistecker (rechts unten) und seine Mitstreiter bereits für ihr Anliegen gesammelt. Quelle: Körner
Hannover

Im US-Bundesstaat Colorado darf mit dem Beginn des neues Jahres das Rauschmittel Cannabis legal in Geschäften verkauft werden. Geht es nach Bernd Beistecker und seinen Mitstreitern in Hannover, soll die Landeshauptstadt sich ebenfalls für die kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene stark machen. Die Aktivisten haben in den vergangenen Wochen mehrere Hundert Unterschriften zur Unterstützung ihrer Forderung gesammelt. Die Petition wollen sie am Montag der Stadtverwaltung übergeben. Die Gewerkschaft der Polizei dagegen steht dem Vorstoß äußerst kritisch gegenüber. „Wir wollen lieber die Prävention stärken, statt den Konsum zu fördern“, sagt Landesvorsitzender Dietmar Schilff.

Die Aktivisten setzen sich aus verschiedenen Gründen für einen anderen Umgang mit Cannabis ein. „Derzeit ist der Jugendschutz nicht gewährleistet, weil beispielsweise jede Tankstelle Utensilien zur Herstellung eines Joints verkauft - auch an Minderjährige“, sagt Beistecker. Zudem würden die kriminellen Strukturen weiter gefördert und Konsumenten, die den Stoff aus medizinischen Gründen zu sich nehmen wollten, kriminalisiert. Darum propagieren die Aktivisten einen anderen Weg. Sie machen sich stark für die Gründung sogenannter „Cannabis Social Klubs“ in Hannover. „

Das sind Vereine, die kontrolliert Cannabis anbauen und den Stoff ausschließlich an ihre Mitglieder in Mengen von maximal sechs Gramm weitergeben“, sagt Beistecker. Die Vereine dürften nicht gewinnorientiert, sondern lediglich kostendeckend arbeiten und ihr Produkt nicht an Jugendliche verkaufen. Damit orientieren sich Beistecker und seine Mitstreiter an Modellen, wie es sie so oder ähnlich in einigen anderen europäischen Ländern bereits gibt. So ist in Spanien zwar der Besitz von Cannabis in der Öffentlichkeit verboten. Doch toleriert das Gesetz den privaten Konsum und den Anbau für den Eigenbedarf. Auf dieser Grundlage sind nicht nur auf den beliebten Urlaubsinseln, sondern auch auf dem Festland inzwischen zahlreiche legale Kifferklubs gegründet worden.

Kritiker verurteilen diese Entwicklung. Sie warnen vor dem Konsum von Cannabis insbesondere deshalb, weil die Gefahr der Abhängigkeit durch den durch Züchtung erwirkten, stets höheren THC-Gehalt der Pflanzen immer größer werde. Nach Angaben des Landeskriminalamts (LKA) wurden im vergangenen Jahr in Niedersachsen 17 illegale Großplantagen mit Hanfpflanzen entdeckt und stillgelegt. Die größte Zuchtanlage mit mehr als 2000 Pflanzen entdeckten Ermittler in der Nähe von Lingen. „Grundsätzlich ist festzustellen, dass die Täter und die Anlagen immer professioneller werden“, sagt LKA-Sprecher Frank Federau.

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