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Aus der Stadt Aktivisten üben in Hannover für Castor-Proteste
Hannover Aus der Stadt Aktivisten üben in Hannover für Castor-Proteste
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21:00 10.10.2010
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Aktivisten üben auf dem Faust-Gelände in Hannover für Castor-Proteste: Die 20-köpfige Gruppe informierte sich in dem sechsstündigen Seminar, das von einem Trainer geleitet wurde, unter anderem über verschiedene Blockadetechniken. Am Ende des Trainings stand auch ein praktischer Teil auf dem Programm. Auf einem stillgelegten Gleisabschnitt übte die Gruppe das sogenannte „Schottern“. Kernkraftgegner planen, auf den letzten 20 Kilometern der Strecke zum Verladekran in Gorleben, dort, wo außer dem Transport kein weiterer Zugverkehr mehr zugelassen ist, die Schottersteine unter den Gleisen zu entfernen und diese dadurch unpassierbar zu machen. Die Trainingsgruppe aus Hannover benötigte etwa 15 Minuten, um die Steine aus dem Gleisbett zu bekommen. „Einige Teilnehmer waren überrascht, wie schnell das geht, die anderen waren erstaunt, wie anstrengend das ist“, erklärte anschließend der Trainer der Demonstranten.

Die Bundespolizei in Hannover stellt sich indes darauf ein, dass Atomkraftgegner entlang der gesamten Castorstrecke ihre umstrittene Protestmethode anwenden könnten. „Für uns ist das kein neues Phänomen. Wir überlegen bereits, wo sich den Castor-Gegnern Gelegenheiten bieten, damit wir solche Aktionen verhindern können“, teilte Behördensprecher Ralf Göttner mit. Eine hundertprozentige Sicherheit für den Transport gäbe es allerdings nicht. Gleichzeitig verurteilte Göttner den Aufruf, die Gleise freizulegen, scharf: „Das ist kein Dummer-Jungen-Streich, sondern ein gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr und damit eine Straftat.“ Die Aufforderung zum „Schottern“ habe strafrechtliche Relevanz, fügte der Beamte hinzu.

Auch Mischa Aschmoneit von der Kampagne „Castor schottern“ konnte im Gespräch mit dieser Zeitung nicht ausschließen, dass möglicherweise nicht nur auf den letzten 20 Kilometern der Castor-Strecke, sondern auch anderswo Schienen freigeräumt werden. „Das hat es in all den Jahren immer wieder gegeben“, sagte er. Aschmoneit betonte ausdrücklich, dass er derartige Aktionen nicht befürworte: „Das liegt nicht in unserem Interesse, wir wollen nicht, dass Menschen gefährdet werden“, erklärte er.

Tobias Morchner

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