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Alle Rätsel des Stromausfalls in Hannover gelöst

Blackout Alle Rätsel des Stromausfalls in Hannover gelöst

Ein kleines, vier Zentimeter hohes Bauteil mit einem Materialwert von weniger als fünf Euro war letztendlich dafür verantwortlich, dass 600 000 Haushalte sowie zahlreiche Betriebe am 13. Juli von 22.34 Uhr an keinen Strom hatten und Hannover schlagartig dunkel wurde.

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Die enercity-Vorstände Michael Feist (von links) und Harald Noske sowie Bernd Heimhuber von der Netzgesellschaft.

Quelle: Ralf Decker

Hannover. „Es handelt sich um einen Kondensator, der durchgebrannt war“, sagte gestern Bernd Heimhuber, Geschäftsführer der Netzgesellschaft der Stadtwerke.

Die Techniker haben mittlerweile die Ursachenforschung für den Blackout abgeschlossen, der je nach Stadtteil und Unternehmen zwischen sieben Minuten und mehreren Stunden dauerte. Das Ganze ist eine Delikatesse für elektrotechnische Feinschmecker und verhielt sich, laienhaft geschildert, in etwa so: Der erste von zwei Blöcken im Kraftwerk Stöcken fiel wegen einer defekten Kohlemühle aus. Als Ersatz sollte Strom aus dem Kraftwerk Mehrum ins Netz eingespeist werden, aber das dortige Umspannwerk versagte den Dienst. Eine Art Sicherung, Fachkreisen als Unterimpedanz-Anfrage-Relais geläufig, löste wegen des defekten Kondensators in seinem Inneren zu früh aus.

Ein kompletter Stromausfall hat am Mittwochabend gegen 22.35 Uhr das gesamte Stadtgebiet Hannovers sowie Teile des Umlands betroffen. Grund war nach ersten Einschätzungen der Stadtwerke ein Defekt bei der Stromversorgung aus dem Kraftwerk Mehrum des Energieversorgers, das im Kreis Peine liegt.

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Nun hätte der verbliebene Block in Stöcken, um den Betrieb am Laufen zu halten, mit knapp dem Dreifachen seiner Maximalkapazität arbeiten müssen. Davor kapitulierte er, und in der Stadt gingen endgültig die Lichter aus. „Das alles passierte innerhalb von zwei Sekunden“, sagt Heimhuber. Der Kondensator war vermutlich schon länger defekt, was sich aber erst bemerkbar machte, als er gebraucht wurde. Die Stadtwerke wollen nun „das Schutzkonzept für Mehrum“, wie Heimhuber es nannte, überprüfen. Arbeit bekommt auch die Rechtsabteilung: Laut Heimhuber liegen von Privatleuten etwa 60 und aus dem gewerblichen Bereich acht Anfragen oder Anträge auf Regress vor. Die Palette reicht von durchgebrannter Fön über defekte Handys (jeweils privat) bis hin zu Ausfällen in der Autoproduktion (gewerblich). „Wir werden nicht kleinkariert sein“, versprach Heimhuber.

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Mindestens mit zum Problem beigetragen hat ein Problem im Umspannwerk neben dem Kraftwerk Mehrum.

Wie konnte es zum Blackout kommen? Energieexperten suchen noch immer nach der Ursache für den großflächigen Stromausfall in Hannover am Mittwochabend. Unternehmen in der Stadt verzeichnen stundenlange Produktionsausfälle.

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