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Alligatoah begeistert 5000 Fans

Rapper in der Swiss-Life-Hall Alligatoah begeistert 5000 Fans

Alligatoah zählt zu den beliebtesten Rappern Deutschlands. Am Freitagabend begeisterte der 27-jährige Musiker seine Fans in der Swiss-Life-Hall in Hannover. Hier gibt es die besten Bilder des Konzerts.

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Die singen, die Römer: Alligatoah als römischer Soldat in der Swiss-Life-Hall.

Quelle: Schaarschmidt

Hannover. "Mama, kannst du mich abholen?“ Was singt der Mann da? Nach zehn Minuten Konzert? Er ist doch Ben Hur! Vom Streitwagen hoch über der Bühne peitscht er seine vier musikalischen Engel auf ihren kleinen Bodenwölkchen voran. Willkommen im wilden Rap-Theater von Alligatoah, der Ideenschleuder des Deutschpop. Der Mann aus der Nähe von Cuxhaven spielt mit allen Genres, rappt Tempostrophen, biegt in Schlagerrefrains ein und lässt dann wieder die E-Gitarre sägen. Was singt der da? Musik ist keine Lösung? Das sieht in der wogenden Menge zu seinen Füßen ganz anders aus. 5000 meist junge Leute sind in die Swiss-Life-Hall gekommen und sind trotz der vielen, vielen Wortlawinen des Vorsängers ziemlich textsicher.

Rapper Alligatoah begeisterte am Freitagabend in der Swiss-Life-Hall seine Fans.

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Dabei versteckt dieser Mann hinter seinen schmissigen Refrains mit den eingängigen Melodien oft bissige Gesellschaftskritik, manchmal an deutscher Spießbürgerlichkeit („Gewalt ist zum Zerstören nicht erforderlich, wir seh’n uns vor, wir seh’n uns vor Gericht“), manchmal an der Wegwerfgesellschaft („Lass liegen“). Fremdenhass nimmt er sich mit einem flammenden Appell der Apfelesser gegen Birnenfreunde vor („Wir sind nicht der Obstkorb der Welt!“).

Das alles ist wortspielerisch, einfallsreich und sprachlich brillant, was live manchmal ein bisschen kurz kommt, weil die Masse mit Hüpfen oder Tanzen beschäftigt ist. Manche auch mit Rauchen, die Ordner sind viel unterwegs im heißen Saal, um kleine Lümmeleien zu unterbinden.

Vorn geht’s in hohem Tempo weiter mit Alligatoahs buntem Rapzirkus, in dem jeder musikalische Stil Platz hat, wenn es der Show dient. „Über den Wolken“ stimmt er mit dem Publikum an, später dichtet er den „Titanic“-Titelsong in eine Quatschballade um. Ein bisschen gaga gehört dazu, ein paar böse Wörter auch, obwohl er Rapperstyle eher als Werkzeug benutzt, als ein Teil davon sein zu wollen. „Du bist schön, aber dafür kannst du nichts“, singt er über die It-Girl-Kultur, da sitzt er schon im wehenden Umhang auf einer goldenen Kuh und lässt das Volk den ganzen Refrain singen. „Ich wiederhole mich nur ungern“, wiederholt er unaufhörlich, und das Publikum erwidert „Wie bitte?“.

Irgendwann steht er im Heißluftballon und skandiert „Komm wir geh’n zusammen den Bach runter“. Und dann, irgendwann nach zwei Stunden, kann Mama ihn dann auch abholen. Großartige Show! Nächstes Mal vermutlich noch eine Nummer größer.     

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