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Aus der Stadt Alte Schule beim Zirkus Knie
Hannover Aus der Stadt Alte Schule beim Zirkus Knie
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00:16 08.05.2016
Von Uwe Janssen
Ein Hauch von Pegasus: Marek Jama in der Manege. Quelle: Sielski
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Hannover

Wenn man Cesar Pindo zuschaut, kann einem ganz anders werden. Man kann aber auch die Vorzüge seiner Kunst entdecken. Denn auf Reisen ist der Mann aus Ecuador sehr praktisch. Er kann sich selbst so zusammenfalten, dass er in einen Koffer passt. Pindo ist ein sogenannter Kontorsionist, ein Schlangenmensch. Er ist, so scheint es, in der Lage, alle seine Knochen bei Bedarf in eine Ecke seines Körpers zu rümpeln und den Rest dann nach Lust und Laune zu verknoten. Einen Koffer hat er in der Manege das Zirkus Charles Knie zwar nicht dabei, aber eine nach allen Seiten durchsichtige Kiste, in die er sich reinknäuelt und mit einer Hand noch den Deckel schließt.

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92 Menschen und 90 Tieren heißt der Zirkus Charles Knie dabei. Am Mittwochabend feierte der Zirkus mit seinem neuen Programm „Euphorie“ am Schützenplatz Premiere.

Das ist eine ganz alte Kunst aus Zirkus und Schaubude. Aber es ist immer noch faszinierend bis irritierend, und dass diese Kunst im Hightechzeitalter immer noch gepflegt wird, ist schon einmal einen nostalgischen Applaus wert. Der Zirkus Knie, der mit seinem aktuellen Programm „Euphorie“ noch bis Pfingsten auf dem hannoverschen Schützenplatz gastiert, gehört zu den Bewahrern dieser Traditionen. Bei den rund zwei Dutzend internationalen Artisten sieht man fliegende Trapezkünstler namens „Flying Wulber“, das Publikum feiert muskelbepackte Handstandakrobaten wie die australischen Messoudis, die zudem auch noch furios jonglieren können.

Selbst das Messerwerfen hat der Zirkus Knie im Programm, auch so ein Oldschool-Ding. Die Spezialität des Duos Marco & Priscilla ist allerdings das Schießen mit einer Armbrust. Wie schön an dieser Stelle, dass knapp daneben auch vorbei ist. Nervenkitzel alten Schlages.

Protest vor dem Zelt

Das Premierenpublikum im rot-weißen Zelt beklatscht solche Darbietungen ausgiebig, das erwachsene sicher auch ein wenig aus melancholischen Gründen. Die Kinder im Publikum freuen sich erwartungsgemäß über den Clown Cesar Dias, der auch die Umbaupausen mit kleinen Einlagen auf den Rängen überbrückt und zudem, wie sich herausstellt, ein ausgezeichneter Sänger ist. Und in erster Linie freuen sich die Kinder über die Tierdressuren im Zelt und einen Blick hinter die Kulissen in der Pause: Große und kleine Pferde, Kamele, Zebras, Rinder mit monströsen Hörnern, ein Känguru ist dabei, und die Seelöwen Flavio und Flappi der Familie Pedersen bekommen als neckische Jongleure den größten Applaus. Jedenfalls im Zelt.

Vor dem Zelt haben sich wie an fast jedem Knie-Spielort Tierschützer eingefunden, eine Handvoll protestiert friedlich vor der Nachmittagspremiere.

Bis zum 17. Mai. Tickets gibt es in allen HAZ-Ticketshops und auf tickets.haz.de.

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