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Alte Stadtbahnen rollen durch Hannover

Aktion am Sonnabend Alte Stadtbahnen rollen durch Hannover

Am kommenden Sonnabend schwärmen fünf Oldtimer-Stadtbahnen der Üstra zu Sonderfahrten aus. Die Anlässe: Zum einen begeht der Förderverein Straßenbahn Hannover, der sich um die historischen Schätze des Verkehrsunternehmens kümmert, sein 25-jähriges Jubiläum.

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Links steht der erste TW 6000, rechts die letzte reine Straßenbahn. In der Mitte steht Fritz Faupel mit einem Foto des TW 601.

Quelle: Mast

Hannover. Zum anderen sammelt er Geld, um ein für die Stadtbahngeschichte wichtiges Fahrzeug aus Kanada wieder in seine Heimat zu holen. Es geht um den TW 601, die erste der später grünen Stadtbahnen, die je auf den Gleisen unterwegs war. „Die Rückholaktion ist für das kommende Jahr, wenn die Üstra 125 Jahre alt wird, beschlossen. Aber es fehlen noch etwa 15.000 Euro, um alle Kosten tragen zu können“, sagt der Vorsitzende Fritz Faupel.

Der TW 601 war ein völlig neuartiges Fahrzeug, weil er sowohl an normalen Stationen als auch an Hochbahnsteigen im Tunnel halten und außerdem ohne Wendeschleifen in beide Richtungen fahren können sollte. Deshalb hatte er Klapptrittstufen und Türen an beiden Fahrzeugseiten. Anfang der Siebzigerjahre setzte die Üstra zwei Wagen als Prototyp für den Testbetrieb im neuartigen Stadtbahnsystem ein. „Sie waren damals noch rot-weiß lackiert, weil das die Wappenfarben Hannovers sind“, berichtet Faupel. Das Üstra-Grün, in dem die Nachfolger daherkommen, wurde erst später ausgewählt.

Seit über 140 Jahre fahren Stadtbahnen durch Hannover. Zunächst noch durch Pferde gezogen, seit 1893 Stück für Stück auch elektrisch angetrieben. Seit Mitte der 70er Jahre sind die Züge auch unterirdisch unterwegs. Ein Bilderrückblick.

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Von den beiden Prototypen wurde einer verschrottet. Der andere, eben der TW 601, wurde nach Kanada in die Stadt Vancouver verkauft. Dort ließ man den geschichtsträchtigen Hannoveraner lange in einer Halle am Hafen verstauben, um ihn dann an den Museumsverein in Edmonton weiterzureichen. Der erwarb sich Verdienste um das Fahrzeug, ohne das die Stadtbahn in Hannover nicht denkbar wäre – er hat es betriebsbereit gehalten. Für die Rückholaktion muss der Wagen über die Rocky Mountains an die Küste und dann per Schiff nach Deutschland transportiert werden. Das kostet laut Faupel rund 75.000 Euro.

Zwischen 11.30 Uhr und 16 Uhr rollen die Bahnen

Schon seit einiger Zeit bittet der Verein um Spenden für die Aktion und nutzt auch die Einnahmen für Sonderfahrten zu diesem Zweck. Am Sonnabend passiert das wieder: Zwischen 11.30 Uhr und 16 Uhr starten Rundfahrten auf fünf Streckenästen mit je fünf Fahrten. Vom Betriebshof Buchholz in der Sutelstraße fahren ein Gespann aus dem Jahr 1927 Richtung Fasanenkrug sowie der erste echte grüne TW 6000, Baujahr 1974, nach Misburg. Zwischen dem Betriebshof Döhren und der Messe pendelt ein Modell von 1950; ebenfalls von Döhren aus geht es mit einem Großraumwagen aus dem Jahr 1955 Richtung Laatzen. In Leinhausen an der Fuhsestraße kann man in einen Zug aus dem Jahr 1960 steigen und Richtung Stöcken fahren.

Ein- und Ausstieg sind nur an den Betriebshöfen möglich. Es gibt weder Reservierungsmöglichkeiten noch einen Fahrscheinverkauf. Die Schaffner, die nach alter Väter Sitte in den Wagen mitfahren, bitten aber um Spenden für die Rückholaktion.

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