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Landtagsumbau

Altes Plenargebäude soll Neubau weichen


Abriss statt Umbau: Das alte Plenargebäude des Landtags soll einem Neubau weichen. Landtagspräsident Hermann Dinkla (CDU) hat am Sonnabend in Hannover die Pläne des Architekten Eun Young Yi aus Köln als Sieger des Wettbewerbs vorgestellt.
Seinen "Tempel mit modernen Baumaterialien" stellt der Sieger des Wettbewerbs, Architekt Eun Young Yi aus Köln, Landtagspräsident Hermann Dinkla vor.

Seinen "Tempel mit modernen Baumaterialien" stellt der Sieger des Wettbewerbs, Architekt Eun Young Yi aus Köln, Landtagspräsident Hermann Dinkla vor.

© Steiner

Eine Art Glastempel in Pavillonstruktur soll das marode denkmalgeschützte Gebäude des Nachkriegs-Architekten Dieter Oesterlen ersetzen. Es gebe nur die Lösung mit einem Neubau, ist sich die Jury einig. Sie hatte 16 Entwürfe bewertet, die in die Endauswahl kamen. Rund 45 Millionen Euro soll das Bauprojekt kosten. Mit den Arbeiten solle im Spätherbst dieses Jahres begonnen werden.

Der Neubau soll als eine Säulenhalle mit zentralem Mittelpunkt gestaltet werden. „Ich hatte das Ziel, einen Tempel mit modernen Baumaterialien umzusetzen“, erklärte Preisträger Yi sein Konzept. Er habe räumliche und architektonische Gegebenheiten aufgegriffen und in die Moderne übertragen. Das neue Gebäude solle ein Symbol für Transparenz und Freiheit sein. „Der Plenarsaal besteht aus Glasbausteinen mit Oberlicht. Besuchergalerien sind ringförmig eingebaut“, erläuterte der Architekt. Im Erdgeschoss werde es einen Restaurantbereich zum Ufer der Leine hin geben. Auch ein Raum der Stille mit Licht- und Wasserinstallation soll entstehen.

Unter dem Neubau ist eine Tiefgarage geplant, die genaue Zufahrt steht noch nicht fest. Das alte Portikus des Landtags soll als Eingang erhalten bleiben. Den Plänen zufolge soll es eine unterirdische Verbindung zwischen dem alten und neuen Gebäude geben. Ein Teil des Platzes der Göttinger Sieben muss dem Neubau weichen, das Denkmal bleibt jedoch erhalten.

Nach einer 13 Stunden langen Beratung war die Entscheidung der Jury gefallen. „Wir haben uns überzeugt, dass wir eine Lösung mit einem Neubau suchen müssen“, sagte Jury-Vorsitzender Carl Fingerhuth aus Zürich. Es werde an dem Portikus nicht etwas angeklebt, sondern es entsteht ein neues Haus. Der Neubau solle Transparenz erhalten und eine Ausstrahlung zeigen. „Die Fesseln des alten Hauses sind für eine sanfte Evolution zu eng“.

Den zweiten Platz belegte Architekt Walter Gebhardt aus Hamburg. Er will das Gebäude auf den alten Grundmauern aufbauen und nicht komplett abreißen.
Das Plenargebäude weist starke Mängel auf und ist undicht. Die Heizung ist defekt, und die Belüftung schlecht, es fehlt Tageslicht und Platz für Besucher. Dinkla bezeichnete die geplanten Baumaßnahmen am Landtag erneut als Beschäftigungsimpuls in Zeiten der Krise. Die prämierten Entwürfe werden nun Verwaltung und Fraktionsspitzen vorgestellt, eine Baukommission entscheidet dann über den Auftrag. Die Modernisierung des Gebäudes war 2003 schon einmal wegen Finanzproblemen verschoben worden.

lni

"Wir arbeiten viel mit Energie aus der Natur": Eun Young Yi setzt auf nachhaltige Architektur.

"Wir arbeiten viel mit Energie aus der Natur": Eun Young Yi setzt auf nachhaltige Architektur.

© Steiner

Herr Yi, wie lange haben Sie an dem Entwurf gearbeitet?
Knapp sechs Monate.

Ihr architektonischer Zugriff ist ja ziemlich stark. Der Oesterlen-Bau muss abgerissen werden. Tut Ihnen das leid?
Verspüren Sie so etwas wie Mitleid? Ja. Das tut mir schon sehr leid. Aber dieser gesamte Gebäudekomplex hat ja eine viel längere Geschichte. Der Charakter ist leider durch Oesterlens Entwurf aus den fünfziger Jahren verloren gegangen. Das wollte ich korrigieren.

Ihre wichtigsten Materialien sind Glas und Stahl. Warum?
Mein ständiger Versuch ist es, das Architekturvokabular von der Vergangenheit in die Moderne zu transportieren. Moderner Zeitgeist, moderne Technik und moderne Empfindung sind mir wichtig – und dazu gehört auch moderne Materialität.

Wann werden Glas und Stahl nicht mehr modern sein?
Irgendwann wird es wohl nicht mehr modern sein, aber wir können nicht ahnen, wann das soweit ist. Der Ansicht, dass die Architektur Verantwortung für die Ewigkeit tragen sollte, kann ich jedenfalls nicht zustimmen.

Sie denken Architektur hat die Verantwortung für die Gegenwart?
Ja. Die Verantwortung für eine weitere Zukunft kann ein Architekt in unserer Zeit nur tragen, wenn seine Architektur einen allgemeinen Wert besitzt und auch etwas aus der Vergangenheit transportiert.

Die vorgelagerten Stahlstützen in Ihrem Entwurf sind sehr markant. Wäre nicht auch ein bisschen mehr Zurückhaltung möglich gewesen?
Wir wollten die architektonische Inszenierung. Was Laves mit dem antiken Motiv inszeniert hatte, das wollte ich in die Moderne übertragen. Es ist eine gewollte Inszenierung des Bildes eines Tempels oder eines Pavillons.

Wie nachhaltig ist ihre Architektur in ökologischer Hinsicht?Es sieht so aus, als würden beträchtliche Heizkosten anfallen.
Ja, wenn man nur das Volumen sieht, dann kann man so denken. Aber wir arbeiten viel mit Energie aus der Natur. So beinhaltet unser Konzept auch die Geothermie- und die Solarenergienutzung.

Was sind Ihre Vorbilder? Die gesamte Menschheit. Ich lerne jeden Tag aus den kollektiven Werken der gesamten Menschheit.

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  • Architekt Yi will Abriss! H. Hannover – 17.02.10
    Bravo Herr Yi! Weg mit dem Oesterlen-Bau! Aber bitte nicht Ihren Entwurf realisieren, denn den werden wir in den nächsten Jahrzehnten genauso wie den Oesterlen-Bau abreißen müssen!
    Es gibt eine amerikanische Weisheit die besagt: "In zentraler Lage einer Stadt sollte man nur elegant und qualitativ bauen - nur dann spart man auch sehr viel Geld!"
  • Landtagsneubau/-umbau neuhannoveraner – 14.02.10
    Sorry,
    irgendwo finde ich die meisten Kommentare recht daneben, wenn sie polemisch gehalten sind. Man soll immer über eine Sache und nicht zu Personen diskutieren. Mit dem favorisierten Gebäudeentwurf kann ich mich nicht auch nicht so richtig anfreunden. Dazu mehrere Begründungen:
    - Schon Tolstoi widmete einer Erzählung den Titel "Wie viel Erde braucht ein Mensch", in der er das unrealistische Nutzenwollen von momentanen Chancen darstellte und dabei die Folgen ganz klar darstellte. Frage: Wie viel Platz braucht der Landtag und seine Abgeordneten sowie deren Mitarbeiter wie häufig??? Evtl. Mietbüros in der Umgebung, die günstiger sind? Und Regenschirme kann man günstig erwerben (falls nicht schon als Werbegeschenk vorhanden) bei den kurzen Wegen, für die in Hannover geworben wird.

    - Wird die Tiefgarage auch öffentlich zugänglich sein?

    - Zu dem Thema auch noch die Frage, wie hoch die Reinigungskosten incl. der sehr umfänglichen Fensterreinigung ausfallen sollen, damit die Abgeordneten den Aus- und Durchblick behalten sollen.

    - Ich bin kein gebürtiger Hannoveraner, fühle mich der Stadt inzwischen aber recht verbunden und bedaure, dass im Vergleich zu anderen Großstädten nicht sooo viel Repräsentantes und Historisches wie z.B. in Leipzig, München, Frankfurt, Hamburg, Dresden zu sehen ist. H. war ja auch sehr durch den Krieg zerstört.
    Gerade deshalb strebe ich an, dass das noch vorhandene historische Ambiente und auch Sichtachsen soweit wie möglich erhalten bleiben, wie auf alten Fotos sichtbar. Deshalb sollte die Fassade des Neubaus nicht zu weit an das Leineufer reichen und auch die "Göttinger Sieben" mit "ausreichender" Positionierung auf ihrem Platz lassen.
  • Plenarsaalneubau beppo – 14.02.10
    Wo bleibt bei diesem Entwurf die Kunst am Bau?So einen Glaskasten dort hinzustellen entbehrt jedem guten Geschmack!Alle reden vom Sparen-die 45 Mio.(wenn es dabei bliebe)wären bei wichtigeren Vorhaben sicher besser eingesetzt!Wenn schon, dann auf dem alten Fundament bauen, wie es der HH- Architekt plant!
  • Verbleibender Lavesbau als Dinklas Mausoleum? pettita – 14.02.10
    Beim 1. Preis wirkt der verbleibende Lavesbau mit seinem klassizistischen Portikus wie ein Mausoleum, ja genau: wie das Mausoleum für Landtagspräsident Dinkla.
    Nicht im Berggarten gelegen, sondern im neu geschaffenen "Dinklaschen Hofgarten".
    Ironie der Geschichte, dass die "Könige von heute" es den echten Königen von damals gleichtun wollen?
    Oder:
    Quo vadis democratia?
  • Kosten für den Unterhalt @Lucky – 14.02.10
    Hallo Lucky,

    die Kosten für eine Klimaanlage fallen nicht an, da hier so gebaut wird, wie beim NLB-Neubau, die Heizkosten werden sogar geringer ausfallen...

  • Die Stadt lebt nicht vom Brot allein DerKritiker – 14.02.10
    Zwar nicht unbedingt spektakulär, aber transparent, klare Formen, elegant, filigran. So würde ich den Entwurf einordnen. Auf jeden Fall eine architektonische Bereicherung.

    Zu der unvermeidbaren Kostendebatte:
    Viele Einwohner (und das gilt nicht nur für Hannover) legen einfach Wert darauf, daß ihre Stadt nicht nur grau in grau bzw. optisch unauffällig erscheint. Interessante Architektur führt auch zur Identifizierung mit der Stadt und ist schlichtweg eine Aufwertung des Lebensraumes "Stadt". Das gibt es nicht zum Nulltarif. Und diese Leute sind es zum grossen Teil, die mit ihrer Einkommensteuer massgeblich dazu beitragen, daß auch in sozialen Bereichen investiert werden kann. Meist mit einer Qualifikation, die auch in anderen Regionen gefragt ist. Daher steht Hannover auch im Wettbewerb mit anderen Städten. Und dieser Wettbewerb beschränkt sich nicht allein auf Bildung, Wohngeldzahkungen, Sozialtickets etc.
  • Bleibt der Turm der Marktkirche erhalten? upupintothebluesky – 14.02.10
    Bleibt beim geplanten Umbau der Marktkirche in einen avantgardistischen Sakralbau des 21. Jahrhunderts der historische Turm erhalten?
  • @ snoop dog kritischer Leser – 14.02.10
    Nee, da hast Du was falsch verstanden. Der zweite Preis ist der Versuch, den bestehenden Oesterlen-Bau in seiner Kubatur und seinem Aussehen zu erhalten, ihn aber den aktuellen Nutzungen anzupassen. Der Vorwurf, alle drei Erstplatzierten seien "eine Soße", trifft also nicht zu. Nur der erste und der dritte Platz sind "eine Soße".

    Und zum startenden Flugzeug: Das ist tatsächlich lächerlich, besonders, weil der Verfasser des Entwurfs aus Hannover kommt, also wissen müsste, dass über dem Plernarsaal nie ein Flugzeug aufsteigt ...
  • eine s0ße snoop dog – 14.02.10
    Man betrachte den zweiten und dritten Platz des Wettbewerbs, die Entwürfe sehen dem Erstplatzierten ziemlich ähnlich, finde ich, Glas mit Pseudosäulen davor. Liegt das an den Architekten, denen nur so etwas einfällt (Stichwort: Zeitgeist) oder an denjenigen, die über die Entwürfe abstimmen, kann die die Jury nicht anders denken als eckig und mit viel Glas? Vielleicht sollte man den Plenarsaal am Aegi ansiedeln?

    So am Rande: Interessant finde ich das startende Flugzeug beim drittplatzierten Entwurf. Da hat sich der Architekt offensichtlich mit den Gegebenheiten der Stadt vertraut gemacht ;-)
  • Landtagsneubau Lucky – 14.02.10
    Denkt mal jemand an die Unterhaltungskosten für den Glasbau? Im Sommer die Klimaanlage, weil die Sonne den Plenarsaal aufheizt und in Winter die Heizkosten, die nicht unerheblich sein dürften.
  • Plenarsaal Gerd – 14.02.10
    Dieses Gebäude passt in diese hässliche Stadt wie die Faust aufs Auge. Ich habe den Eindruck, Hannover wird von Mal zu Mal unattraktiver.
  • Maßlos sh – 14.02.10
    Die erste Frage von Herrn Meyer-Arlt an den Architekten triffts schon ganz gut: "Herr Yi, wie lange haben Sie an diesem Entwurf gearbeitet?".

    Mich wundert vielmehr, welche grüne Wiese - vielleicht im Königreich Dinkla? - er bei diesem Entwurf wohl vor Augen hatte.

    Sollte dieser Entwurf tatsächlich realisiert werden, wäre das nicht nur in Hinblick auf den verlorenen Oesterlen-Bau eine Tragödie. Den Bemühungen der Stadt Hannover, ein stückweit Identität wiederherzustellen, würde diese maßlos übertriebene Geste diametral entgegenstehen.
  • @ Rubber Duck LJA – 13.02.10
    Für Schulgebäude und Kitas sind die Gemeinden zuständig, ebenso für die meisten Krankenhäuser und Strassen. Und da wird das Geld doch ganz anders zum Fenster raus geschmissen. Wenn ich z.B. an die (mindestens) 6 Millionen für die Sanierung des Raschplatz-Pavillons denke, die nur verbraten werden, damit hinterher die gleiche Bruchbude wie jetzt noch 10 Jahre erhalten bleibt. Da ist ein vernünftiger Neubau doch mit Sicherheit besser ausgegebenes Geld.
    Über das Design kann man sich streiten ? Super, genau das ist es, was interessante Architektur ausmacht. Die meisten Neubauten der letzten 20 Jahre in Hannover waren leider dergestalt, dass man da gar nichts mehr zu sagen konnte.
  • Turnhallen-Look Sparfuchs – 13.02.10
    60 Architekten bringen nichts Besseres zustande als eine derartige Turnhalle? Ein Armutszeugnis für einen ganzen Berufstand!

    Was soll zudem dieses schnöde Spardesign mit einem Protzbau gemein haben?

    Was soll an 45 Mio. Euro teuer sein? Jeder hässliche Kaufhauszweckneubau ist da teurer.
  • Es kann gespart werden ich – 13.02.10
    Abgeordnete vereinigt euch...
    fangt an zu sparen und nicht nur eure Wähler.

    Mein Vorschlag, im Ihmezentrum sind auch noch ein paar Zimmer frei.!!
  • Landtagsneubau steinorth – 13.02.10
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  • Neuer Landtag Auswanderer – 13.02.10
    Kim Jong Dinkla und sein Hofarchitekt! Eine fiesere Protzarchitektur hätte man sich ja kaum vorstellen können. Der Lavessche Landtag ist ein Torso, der Portikus verkümmert neben dieser auftrumpfenden Geste. Ein Mensch, dem man ein Bein abhackt und die schicke Prothese gleich daneben stellt. Aber man hat dergleichen Widerlichkeit von den Politikern und ihren Handlangern erwarten können. Argumentiert wird immer nur mit GESCHMACK! Dass sie den besitzen, sieht man schon an ihren Anzügen.
  • @ Stier Rubber Duck – 13.02.10
    Sicher wird auch anderswo Geld verschwendet, das ist aber lange noch kein Grund den 5 Mio. für die Münzsammlung noch weitere 45 Mio. für einen Prunkbau für unsere Landtagsabgeordneten hinterher zu werfen.

    Natürlich schafft es Arbeitsplätze im Baugewerbe wenn das Land in Bauvorhaben investiert. Aber angesichts des Schuldenstandes sollte man weitere Investitionen auf Pump auf ein Mindestmaß des unumgänglich notwendigen begrenzen.
    Neben Schulen, Krankenhäusern und Kindergärten fallen mir da Straßen sowie Rad- und Fußwege ein.

    Du kannst es drehen und wenden wie Du willst. Aber solange das Land die Kohle nicht sinnlos rumliegen hat darf es weitere Kredite nur für solch dringend notwendige Ausgaben aufnehmen, nicht aber für eigene Zwecke unserer Abgeordneten. Denn die Zinsen, die dafür zu zahlen sind, mindern die möglichen Ausgaben für Schulen, Krankenhäuser, Kindergärten, Straßen usw. zukünftig nur noch weiter.
  • Pavillon des Größenwahns Ex-Expo-Design – 13.02.10
    Investieren in Spitzengrundstücke in Hannover. Wir haben exzellente Rahmenbedingungen und architektonische Visionen für Sie vorbereitet und laden Sie nach der Expo ein zweites Mal ein. Lassen Sie sich von dem einzigartigen Areal faszinieren. ;-)
  • @ Jens Stier – 13.02.10
    Du glaubst gar nicht, wie viel Geld in Niedersachsen, in der Schweiz oder sonst wo untätig herumliegt. Frag mal Carsten Maschmeyer. Der könnte den Plenarsaal zehnmal aus eigener Tasche bezahlen. Gegen unnötige Schulden bin ich auch, aber es ist ein Unterschied, wofür das Geld ausgegeben wird. Beispiel: Am 14.12.2009 meldete die HAZ, dass die Deutsche Bank 5 Mio. Euro für das Münzkabinett erhält, das seit 25 Jahren unbeachtet in der Landschaftsstraße liegt. In einem Tresor, der extra dafür erbaut wurde. Die Meldung lief im Feuilleton. Bis auf meine Wenigkeit hat sich kein Mensch darüber aufgeregt. Dieses Geld wird Niedersachsen fehlen. Bei der Deutschen Bank wird es nur die Bilanzen aufbessern. Josef Meinrad Ackermann wird’s freuen. Jens, das ist Geld, das nutzlos ausgegeben wird.
  • @stier Jens – 13.02.10
    Nett argumentiert, irgendwie so... vertrauenerweckend.

    Dumm nur, dass in Niedersachsen nirgendwo Geld untätig herumliegt.

    Wir reden hier von unnötigen SCHULDEN.
  • Greinen ist spießig Stier – 13.02.10
    Der Neubau ist überfällig. Ihn damit abzulehnen, dass die Bauten woanders noch maroder sind, macht keinen Sinn. Wenn es danach ginge, könnte man nirgendwo bauen. Immerhin wird in die Bausubstanz öffentlicher Schulen jetzt investiert, auch wenn der Anstoß erst durch die Finanzkrise erfolgte.

    Es gibt keine bessere Methode, Geld so zu anlegen, dass es der Allgemeinheit dient, indem man Bauaufträge erteilt. Das Geld wird auf viele Portmonnaies verteilt. Planer, Baufirmen, Handwerksbetriebe, Baustoffhandel, Industrie und sogar die Banken bekommen etwas ab. Dagegen ist Geld, das irgendwo herumliegt, für die Volkswirtschaft nutzlos.

    Kleinkariertes Denken ist nicht hilfreich. Eine Tiefgarage muss nicht zwingend die Baukosten drastisch erhöhen. Das Gebäude muss sowie unterkellert werden. Mit Streifenfundamenten lässt sich der neue Plenarsaal nicht gründen. Warum allerdings die ominöse Summe von 45 Mio. Euro immer wieder als Obergrenze genannt wird, erschließt sich mir nicht. Ein Architekt, der bei einem Wettbewerb seine Kreativität den Baukosten unterordnet, hat von vornherein verloren. Und derjenige, dessen Kostenschätzung annähernd dem Budget entspricht, muss ein Hellseher sein.
  • Macht Sinn Rubber Duck – 13.02.10
    Das die 45 Mio. (vermutlich wird es das Doppelte), die dieser überflüssige Protzbau kostet, nicht mehr in die Bildung investiert werden können macht Sinn. Wenn das Volk zu schlau würde dann könnte es diese Steuergeldverschwender sonst womöglich bei nächster Gelegenheit abwählen.
  • neubau väterchen frost – 13.02.10
    Tja, ich hab es gewusst, unsere lieben Herrn Volksvertreter haben sich mal wieder durchgesetzt ohne die Realität noch vor Augen zu haben. Und
    @ LJA:

    die 1000 Lehrer müssen wir ja nicht einstellen, dieser Vergleich ist so fehl am Platze wie ihrer sonstigen Argumentationen. Es geht doch hier nicht um irgendein Flaggezeigen oder sonst irgendetwas, es geht um 45 Millionen € die der Haushaltskasse fehlen!!!
    Es ist doch völlig gleich wie die Finanzierung, ob nun in einem oder in mehreren Jahren, vollzogen werden soll. Grundproblem ist, dass für so einen Schwachsinn kein Geld da ist und wer das nicht einsieht, der sollte sich mal fragen wie er mit nichts in der Tasche sein Leben finanzieren will, das geht nämlich auch nicht.
    Mal davon abgesehen, wer kennt den Palast der Republik noch? Der sah doch genauso aus. Super, haben wir in Hannover also 20 Jahre nach der Einheit doch noch ein Stück Ostalgie hergebracht und dafür 45 Millionen versenkt. Honni würde sich bestimmt freuen.
    Abwählen, den ganzen NDS-Landtag!!!
  • @steffen/joachim v. k Sachlichkeitsanhänger – 13.02.10
    @steffen/joachim v. k

    Das Kröpcke-Center war doch kein sachlicher, zeitloser Bau, sondern ein typischer Bau seiner Zeit, damals spannend, nicht "langweilig", heute scheußlich. Wogegen die viel gescholtene Fassade der Ernst-August-Galerie sich ziemlich sicher als zeitlos erweisen wird. Und hoffentlich auch der Plenarsaalbau. "Nicht langweilige", "spannende" Architektur sollen meinetwegen Versicherungen finanzieren, Bauten, die jetzt regelmäßig schon nach wenigen Jahrzehnten abgerissen werden, weil hässlich und unpraktisch (AOK) oder, weil solide gebaut, leider doch stehenbleiben (R+V,AWD).
  • @ whoknows LJA – 13.02.10
    Doch, doch, um diesen Frust geht es, zumindest in vielen anderen Kommentaren, die ich zu diesem Thema gelesen habe. Das man aktuell für das Geld, die Ausgaben werden sich über mehrere Jahre erstrecken, auch immer eine andere Verwendung finden könnte, ist klar.
    Von den 45 Mio könnte man in einem Jahr über 1.000 Lehrer zusätzlich einstellen. Stimmt. Und wovon bezahlen wir sie nächstes Jahr ? Und wie bringen wir die dadurch entstehenden Pensionsansprüche auf ?
    (Die beklagenswerte Ausstattung vieler Landesbehöreden liegt übrigens auch darin begründet, dass den Personalräten zumeist die nächste Beförderungsrunde wichtiger ist, als neue Fenster.)
    Es tut dem Land Niedersachsen sicherlich auch ganz gut, in der fortwährenden Diskussion um Länderfusionen mal etwas Flagge zu zeigen. Der Anblick z.B. der Staatskanzlei macht den Eindruck, hier wäre alles nur provisorisch und auf Zeit eingerichtet. Wenn die neue Landeshauptstadt erst einmal in Hamburg sein sollte, dann brauchen wir uns um die Bildung in den ländlichen Regionen, wie z.B. Hannover, Braunschweig, Oldenburg oder Osnabrück, ohnehin keine Gedanken mehr zu machen.
  • gegen sachlichkeitsanhänger steffen – 13.02.10
    leider sieht unsere stadt heute wegen leuten wie ihnen so langweilig aus. sie hätten wahrscheinlich auch das kröpcke-center so gelassen wie es ist...
  • gegen joachim v. k. – 13.02.10
    leider sieht unsere stadt heute wegen leuten wie ihnen so langweilig aus. sie hätten wahrscheinlich auch das kröpcke-center so gelassen wie es ist...
  • Frechheit! sebi – 13.02.10
    o.K.
  • Prima Idee! Bürger – 13.02.10
    Die Tiefgarage (direkt neben der Leine!) ist eine Prima Idee um die 45 Millionen Baukosten einzuhalten und auch die unterirdische Verbindung muss sein. Den wenn die Politiker in Zukunft aus ihren gepanzerten Limousinen steigen, kann sie doch sonst keiner vor dem wütenden Steuerzahler schützen.
    Wo muss ich unterschreiben um den Schwachsinn zu verhindern?
  • Zustimmung und Befürchtung Sachlichkeitsanhänger – 13.02.10
    Prima. Hoffe nur, so'n Kitschbau, wie diese ominöse Wasserkunst, verschandelt das dann nicht wieder.
  • Gut Hobbyarchitekt – 13.02.10
    Auf den Bildern sieht das schonmal sehr gut aus. Gefällt mir.
  • @LJA whoknows – 13.02.10
    Es geht nicht darum Frust an politischen Institutionen und der Politik an sich auszuüben. Es geht lediglich darum zu hinterfragen ob das ganze sinnvoll und notwendig ist.

    Ich denke nicht, dass die Qualität der parlamentarischen Arbeit durch den Neubau gesteigert werden kann, also ist er ein Selbstzweck - dafür sind 45 Mio einfach zu viel zumal sie sonst überall fehlen.

    Die Parlamentarier sollten einfach mal den Plenarsaal des britischen Unterhauses betrachten, dann wüssten sie welchen Luxus sie jetzt schon haben und würden das Geld lieber in Bildung investieren.

    Oder in Modernisierung. Wenn ich sehe wie viele öffentliche Gebäude noch einfachverglaste Scheiben haben, dann könnte man für 45 Mio auch sehr viele Fenster tauschen - das würde dann sogar noch nachhaltig Heizkosten sparen.
  • Baukultur!? sh – 13.02.10
    Ein gläsener Tempel fürs Volk "als Symbol für Transparenz und Freiheit"... und das Ganze verkauft Herr Dinkla als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme? Das ist doch hoffentlich nicht ernst gemeint?
  • neubau plenarsaal joachim v. k. – 13.02.10
    oh mein gott, nicht schon wieder ein glaskasten. hoffentlich bleibt noch genug platz für eine rekonstruktion der wasserkunst, die das gebäude wenigstens teilweise verdecken kann.
  • Uff... LJA – 13.02.10
    Geschafft, der Hochbunker kommt weg, das ist schon mal ein Fortschritt. Ob das neue Modell der grosse Wurf ist, wird sich zeigen. Ich hätte mir in der Höhe eine bessere Anpassung an das Hauptgebäude gewünscht, aber man wird sehen. Insgesamt könnte das ganze Ensemble durchaus zu einem Hingucker werden, was man vom derzeitigen Zustand garantiert nicht behaupten kann.
    Dabei sind 1 Million Euro pro Jahr der Existenz des Landes Niedersachsen nicht zuviel Geld. Dies sei all denen gesagt, die ihren Frust über die wirtschaftliche Lage jetzt hier bald wieder an den Politikern und unseren demokratischen Institutionen auslassen werden.
  • Prima whoknows – 13.02.10
    Dann geben wir mal 45 Mio für unsere Parlamentarier aus, statt sie in die Zukunft zu investieren.

    Im Bildungsbereich könnten wir das Geld gut gebrauchen. Da wird dann bestimmt bald wieder gespart weil ja kein Geld da ist.

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