Die Region Hannover prüft daher weitere Trassen – als abgespeckte U-Bahn-Version und oberirdische Stadtbahn. Die bevorzugte Strecke soll nicht mehr Ende Mai, sondern frühestens Ende dieses Jahres vorgestellt werden.
Davon hängt auch der Umbau des Steintors ab: Hochhäuser auf einem genutzten U-Bahn-Tunnel dürften teurer zu bauen sein. Die seit bald zwei Jahrzehnten umstrittene D-Linie soll über Steintor und Kurt-Schumacher-Straße zur Berliner Allee führen. Die Baukosten für eine U-Bahn werden auf mindestens 200 Millionen Euro geschätzt und von Bund und Land nur gefördert, wenn eine Verbindung volkswirtschaftlichen Nutzen erwarten lässt. Es geht um kürzere Reisezeiten, bessere Umsteigemöglichkeiten an Hauptbahnhof und Steintor, Barrierefreiheit.
Dazu muss die Region in einem standardisierten Verfahren den Wert eins erreichen. Die bisher geprüfte Tunnelvariante soll aber nur bei 0,5 liegen. Regionssprecher Klaus Abelmann sagte gestern, jetzt prüfe man „noch einige Planungsoptionen“.
Aussagen über einzelne Varianten ließen sich derzeit daher seriös nicht treffen. Eine oberirdische Trasse hätte, ohne weitere Prüfung, in jedem Fall einen Vorteil: Sie wäre wohl mit einem zweistelligen Millionenbetrag zu finanzieren. Unterdessen hat das Verfahren zum Umbau des Steintorplatzes begonnen.
Baudezernent Uwe Bodemann sieht dort die Chance zur „Stadtreparatur“ und plant zwei Hochhäuser mit einer Höhe bis zu 22 Metern. Sie blieben damit deutlich niedriger als das prägnante Anzeiger-Hochhaus. In Erdgeschossen sind Läden und Gastronomie vorgesehen, in Etagen darüber Büros. Es soll keine Spielhallen geben, per Bebauungsplan will die Stadt verhindern, dass das nahe Rotlichtviertel übergreift.
Noch ist jedoch unklar, welcher Investor die gewünschten Häuser baut. Eine Option ist, dass die Stadt selbst ein Bürogebäude hochzieht, um dort Behörden zu konzentrieren. Gestern sollte die Beratung über das künftige Steintor im Bauausschuss beginnen, die FDP will sich jedoch noch besprechen.
Von Gunnar Menkens
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Kommentare
Bitte nicht den Tunnel wissentlich zu Grabe tragen Jens Pielawa – 08.05.09
Stadtbaurat Uwe Bodemann muss Weitsicht beweisen: es kann nicht angehen, den Steintorplatz mal so eben mit neuen Häusern zu füllen und damit die Tunnelvorleistungen für die D-Linie auf ewig zu blockieren, wenn nicht gar zu Grabe zu tragen. Natürlich sind kilometerlange neue Tunnel in den Zeiten knapper Kassen nicht mehr durchweg machbar, aber selbst kurze Varianten zur (endlichen) Verknüpfung von Steintor und Hauptbahnhof mit anderen U-Bahn-Linien können nicht so einfach beiseite gewischt werden. Langfristiges Ziel muss es sein, die letzte Straßenbahnlinie (10) von Ahlem mit der Expo-Linie (6) zu verbinden. Noch heute zockeln Fahrgäste auf einer der am stärksten frequentiertesten Stadtbahnen am Rande der nördlichen Innenstadt durch Straßen mit 60er-Jahre-Flair - und dieser Zustand soll zementiert werden? Mir scheint, als fräßen Region und sogenannte Nahverkehrsplaner der BiU aus der Hand, nur weil es vielleicht ein paar Millionen weniger kostet, aber in 10 Jahren wollen alle wieder über den Tunnel diskutieren... Dieses Gezerre ist nicht zum Aushalten, baut den Tunnel doch endlich und eröffnet damit Straßen- und Platzumgestaltungen, wie es in den 70ern und 80ern zuhauf gab. Hannover hat Tunnelbauarbeiten als Beitrag zur langfristigen Sicherung der Lebensqualität in Hannover immer angesehen und akzeptiert.unwirtschaftlicher Blödsinn Henning – 08.05.09
Für das verplante Geld könnten hunderte Jahre lang Busse auf der Strecke sinnvoll eingesetzt werden...Eine tolle Planung Lutz Jansen – 07.05.09
wäre das, für Hildesheim oder Herford. Für eine Großstadt vollkommen unangemessen. Das diese kurze U-Bahn-Strecke unrentabel wird, war klar. Deshalb wurde sie von der Verwaltung, die ohnehin dagegen ist, ja so konzipiert. Bei dieser Streckenführung fallen die teuren Rampen und Kreuzungsbauwerke überdurchschnittlich ins Gewicht. Bei einer Strecke Limmer-Marienstr. sähe das schon ganz anders aus, trotz höherer Gesamtkosten.Jetzt muß man natürlich sofort das Steintor mit 22 Meter hohen "Hochhäusern" (au weia, Lokalredaktion) zubauen, um die U-Bahn für alle Zeit zu verhindern. Dann diese Gebäude noch mit städtischen Bediensteten füllen - und fertig ist die Stadtplanung á la Kleinkleckersdorf.
HAZ versus NP Christian von Spreckelsen – 07.05.09
Liebe Redakteure,in der NP war gestern eine gänzlich andere Skizze zu sehen zur kommenden Steintorbebauung. Welche gilt denn nun? Der Madsack-Konzern müsste doch nicht unterschiedliche Infos haben.
Tunnel Dirk H. – 07.05.09
Bitte baut endlich diesen Tunnel, meinetwegen in der abgespeckten Variante vom Goetheplatz bis zum Pl.d.Kaufleute.Alles andere wäre mal iweder nur eine Übergangslösung und brähcte den Verkehr am raschplatz zum Erliegen, mal davon abgesehen, dass die Innenstadt weiter von Bahnen zerschnoitten werden würde und die Stadtqualität sinkt.
Steintor tl – 07.05.09
Was, auf den Steintorplatz sollen Gebäude gestellt werden? Halte ich für total sinnfrei, so viele Veranstaltungen wie dort sind. Lieber den Platz etwas restaurieren, aber die Fläche behalten. Davon gibt es in Hannover leider nicht so wirklich viele. Aber wir bauen unsere Stadt, so wie am Kröpcke lieber weiter zu.Unattraktiv nennt man sowas.
Wirtschaftlichkeit Carsten – 07.05.09
Ich möchte mal wissen, wie es Hamburg und Köln gelingt, sündteure Nonnsensprojekte im U-Bahn-Bau schönzurechnen... während hier eine verkehrstechnisch sinnvolle und städtebaulich notwendige Maßnahme, die zudem mit 200 Millionen noch nicht einmal das Finanzvolumen unseres tollen neuen Einkaufskastens erreicht, dermaßen stiefmütterlich gehandhabt wird.Wie misst man die Wirtschaftlichkeit einer straßenbahnfreien City? In zusätzlichen Fahrgästen? Den Gewinn für das Stadtbild und für die Bürger, die jeden Tag die suboptimale Umsteigesituation ertragen müssen, lässt man wohl in guter alter hannoverscher Manier gerne mal unter Tisch fallen.
haz.de Roland F. – 07.05.09
Diese Miniaturbilder sind wirklich nicht zum Aushalten!Hochhaus no – 07.05.09
Einen 22 Meter Hochhaus? Wow, dann wohne ich im 4 stöckigen Altbau also in einem Hochhaus, oder wie?Und in 10 Jahren dann wieder heinz1 – 07.05.09
Die "Billig"-Lösung einer oberirdischen Streckenführung führt doch nur dazu, dass man in spätestens 10 Jahren wieder darüber nachdenkt endlich eine vernünftige Lösung in Form des D-Tunnels umzusetzen. Bei dann noch höheren Kosten plus dem zuvor für die "Billig"-Lösung herausgeworfenen Geld.