Die derzeitige Situation in der Innenstadt sorgt bei Einzelhändlern und Kunden für Unmut: Grund dafür ist die in nur wenigen Metern Abstand zur Kröpcke-Baustelle errichtete Weihnachtspyramide. Am recht gut besuchten Einkaufssonnabend drängten sich zahlreiche Passanten verärgert durch den nur fünf Meter breiten Durchgang zwischen Bauzaun und Weihnachtspyramide, der je nach Anzahl der Passanten zeitweise wie ein zu enges Nadelöhr wirkt. Händler an der Georgstraße fürchten bereits um das Weihnachtsgeschäft, weil Kundenströme nun anders gelenkt werden.
Brauhaus-Chef Rainer Aulich, dessen Familie die Pyramide betreibt, ist dennoch glücklich, dass die Genehmigung für den Gastronomiestand erteilt wurde. „Die Feuerwehr hat wegen der Breite der Rettungswege ihr Jawort gegeben, das ist das Entscheidende“, sagt er. Seit 13 Jahren gehört die Pyramide zum weihnachtlichen Erscheinungsbild der Stadt, zur Fußball-WM 2006 wurde sie auf 18 Meter aufgestockt und hat jetzt zwei Gastronomiegeschosse unter den vier Zierstockwerken. Am Mittwoch eröffnet sie gemeinsam mit dem Weihnachtsmarkt.
Für die Kaufleute der feineren Einkaufsgebiete Hannovers aber ist die Standortwahl ein Problem. Ohnehin ist der Handel von der Kaufzurückhaltung der Krise gebeutelt, alle hoffen auf ein einträgliches Weihnachtsgeschäft. „Der enge Durchgang zwischen Pyramide und Bauzaun schneidet uns ganz plötzlich von den wichtigen Kundenströmen ab“, sagt Quartierssprecher Jürgen Weitz. „Das ist eine ganz ungeschickte Maßnahme, die auch städtebaulich nicht sehr glücklich ist.“
Stadtsprecher Dennis Dix verweist auf das Dilemma: „Es gibt keinen anderen guten Standort für die Pyramide.“ Der Bahnhofsvorplatz ist kein Eigentum der Stadt und bereits von Buden des dortigen Weihnachtsmarkts belegt. An weniger zentralen Standorten wie dem Opern-, dem Georgsplatz oder gar dem Klagesmarkt könne die Weihnachtspyramide ihren Zweck nicht erfüllen, sagt Dix. „Sie soll als Bindeglied zwischen den Weihnachtsmärkten am Hauptbahnhof und in der Altstadt fungieren und am Kröpcke ein deutliches Signal setzen, dass die Marktstände weitergehen.“
Weitz aber hält es für fraglich, ob die Kunden, wenn sie an der Buchhandlung Schmorl & von Seefeld vorbei zum Kröpcke gehen, den Weg nach links durch die Fünf-Meter-Gasse zwischen Pyramide und Baustelle in Richtung Oper einschlagen. „Der Bauzaun ist auch so schon ein Problem“, sagt Weitz.
Unklar ist, ob es nächstes Jahr besser wird. Dann sind die Bauarbeiten am Kröpcke zwar vorangeschritten, aber noch lange nicht beendet. 18 Monate sind für den ersten Bauabschnitt veranschlagt, der im Spätsommer begonnen hat. Ob der Kran zum Weihnachtsgeschäft 2010 seinen Standort räumen kann, gilt als unwahrscheinlich. Die Stadtverwaltung sieht dem gelassen entgegen. „Wir erwarten keine Probleme“, sagt Sprecher Dix.
Geschäfte öffnen länger: Die Innenstadt stellt sich jetzt auch bei den Ladenschlusszeiten auf das Weihnachtsgeschäft ein. Die Ernst-August-Galerie sowie die Kaufhäuser Kaufhof und Karstadt haben sich darauf verständigt, von heute bis zum 30. Dezember montags bis sonnabends jeweils um 21 Uhr zu schließen. ste
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Kommentare
Lokalgrößen Kotan – 24.11.09
Zwei Menschen haben bei Veranstaltungen im Öffentlichen Raum absolute Narrenfreiheit.Aulich und Hanebuth.Wehe ein anderer Veranstalter wagt sich in unsere Stadt und hat nicht den Segen einer dieser Herren.Da wird dann in den Ordnungsbehörden richtig Überstunden gemacht um es zuverhindern.Chikago läßt grüßen.hier wird's eng irgendwer – 24.11.09
Ich bin begeistert. Kniefall vor Aulich - ist das nicht traurig???Ist doch alles super: Wenn's mal brenzlig wird, etwa weil Rettungskräfte oder Polizei mit Fahrzeugen anrücken müssen, dann machen wir doch alle gerne platz!
Stadt der Meckerlieschen... DEW – 23.11.09
Immer nur meckern, das war schon bei der Expo so... Wollt Ihr nicht endlich mal etwas in Kauf nehmen, für ein schöneres Hannover?pech! jochen – 23.11.09
na und, dafür ist der kröpke nächstes jahr top! die leute sollen sich nicht anstellen, das ist lächerlich!Ambiente czekolada – 23.11.09
Es lebe die gemütliche Atmosphäre, die im Moment am Kröpke herrscht. Was gibt es schöneres: Eine Tasse Glühwein wärmt die Hände, Bratwürstchen füllen den Magen und nebenan wird lautstark ein Haus in Teilen abgerissen, von der U-Bahn unten weht der Geruch verbrannten Plastiks her... Gibt es etwas Romantischeres?"das ist das Entscheidende" K. Meine – 23.11.09
Brauhaus-Chef Rainer Aulich, dessen Familie die Pyramide betreibt, ist dennoch glücklich, dass die Genehmigung für den Gastronomiestand erteilt wurde.Wenn demnächst der Betrieb d Pyramide aufgenommen wird gibts am Kröpcke kein Durchkommen mehr!!!!
Der Kniefall vor Großgastronom Aulich ist erbärmlich. Hierbei spielt wohl das Gewohnheitsrecht eine übergeordnete Rolle ("schließlich gehört d Pyram. seit 13 Jahren zum Stadtbild")
Dann is ja alles prima :-(
frohes Fest