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Am Kronsberg entsteht ein riesiges Neubaugebiet

Wohnquartiere und Ausflugspark Am Kronsberg entsteht ein riesiges Neubaugebiet

Die Vorplanung für das aktuell größte Neubaugebiet Niedersachsens ist fertig: Am Dienstag haben Stadtbaurat Uwe Bodemann und mehrere Planer das Konzept für die Süderweiterung der Kronsberg-Bebauung vorgestellt. 3500 Wohnungen für 7000 bis 8000 Menschen sollen dort bis etwa 2025 entstehen.

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Der Blick von Nordosten: Durch das Neubaugebiet zieht sich u-förmig ein großer Park. Im Hintergrund ist die Expo-Plaza zu erkennen, schemenhaft auch der Holland-Pavillon.

Quelle: Astoc/West8

Hannover. Bereits im nächsten Jahr könnte der Baustart sein. Auch kleine Besonderheiten sind geplant. Etwa diese: Im großen grünen Park soll ein Ausflugslokal entstehen. Bodemann sagt: „Wir können uns vorstellen, dafür ein altes Fachwerkhaus irgendwo abzubauen und in der Landschaft aufzustellen, sodass Familien bei Fahrradausflügen einkehren können.“ Das wäre ein bisschen Meyers-Hof-Romantik im Südosten der Stadt.

Bürgerwünsche aufgenommen

Gut ein Jahr lang hat die Bauverwaltung in ungewöhnlich aufwendiger Weise Vorgespräche geführt. Mit der Wohnungswirtschaft, mit Anliegern wie der Hochschule oder dem Verein Expo-Park, aber vor allem auch mit Bürgern, die in der Nachbarschaft leben. „Wir haben durch dieses Verfahren sehr früh viele lebensnahe Anregungen erhalten, die in die Planung eingeflossen sind“, sagt Prof. Markus Neppl vom Kölner Planungsbüro Astoc. So wünschten sich die Kronsberger etwa, dass die geplante Grundschule nicht an den Rand des Neubaugebiets gebaut wird, sondern mitten hinein. Oder dass die Planer Anstrengungen unternehmen, die Quartiersplätze zu beleben, indem etwa Gastronomie und Ladenräume vorgesehen werden. Auch ein Wunsch: Die Durchgangsstraße soll im Süden an die Lissabonner Allee (Expo-Plaza) angebunden werden, sodass Autofahrer zügig zum Schnellweg und nach Laatzen kommen.

Nicht alle Wünsche wurden berücksichtigt. Ein Badesee etwa wird nicht angelegt. „Das wäre in der Topografie des Kronsbergs schwierig“, sagt Neppl. Auch kleine Kreisel in der Hauptstraße wird es nicht geben – bei etwa 7000 Fahrzeugen am Tag sei das überdimensioniert, sagt Verkehrsplaner Wolfgang Haller vom Büro SHP.

Dienstag wurden die Planungen im Stadtteilzentrum Krokus am Kronsberg präsentiert – es war die vierte Veranstaltung dieser Art. Bei den etwa 150 Besuchern stießen die Pläne überwiegend auf Zustimmung. Kritik gab es etwa daran, dass an der Parkkante mehrstöckige Häuser geplant sind. Bodemann sagte, dies sei ein demokratischer Aspekt: „Es sollen viele von der grünen Sicht profitieren – nicht nur Bewohner kleinerer Häuser“.

Drei große Wohnquartiere soll das Gebiet umfassen. Überall werden vierstöckige Mehrfamilienhäuser mit dreistöckigen Stadthäusern gemischt, die sich um Innenhöfe gruppieren. Nur am Fachmarktzentrum nahe der Stadtbahnhaltestelle Messe/Ost wird fünfstöckig gebaut und entlang der Stadtbahntrasse – Lärmschutz zum westlich gelegenen Gewerbegebiet. Ein Gebäude könne auch siebenstöckig werden. Das Verhältnis von Wohnungen zu Stadthäusern werde etwa 1:4 betragen, sagt Bodemann, und in jedem Quartier müssten mindestens 25 Prozent aller Wohnungen preiswert sein – Lehre aus dem Neubaugebiet Wasserstadt, wo es im ersten Bauabschnitt weniger geförderte Wohnungen sind, was Ärger gab.

 

Bauen mit „Gebrauchsanleitung“

Für das Wohngebiet hat die Stadt eine detaillierte „Gebrauchsanleitung“ entworfen, an die sich Investoren und Architekten halten müssen. Das Heft regelt etwa Fragen der Architektur (Backstein- oder Putzfassade, Balkone oder Loggien etc.), die Einrichtung von Müll- oder Fahrradabstellplätzen oder die Begrünung von Dächern. Damit wolle man ein Grundregelwerk aufstellen, sagt Bodemann: „Wir glauben, dass das in einem Baugebiet dieser Größe wichtig ist.“ Der Vielfalt im Neubaugebiet werde das keinen Abbruch tun: Für jedes Wohnviertel werde es einzelne Architektenwettbewerbe geben.     

Von Conrad Meding und Johanna Stein

Fü die Stadt zum Nulltarif

Die Stadt will das Wohngebiet ohne Kostenbelastung entstehen lassen. Infrastrukturvorhaben wie etwa der Bau von Straßen, Kitas, Grundschule oder vier geplanten Bolzplätzen sollten entweder direkt von den Bauträgern finanziert oder über die Grundstückserlöse bezahlt werden. Stadtbaurat Uwe Bodemann berichtete, dass es eine „erfreulich starke Nachfrage“ von Wohnungsunternehmen gebe, regionalen wie überregionalen. Wenn die politischen Gremien zustimmen, könne 2018 mit dem Straßen- und 2019 mit dem Wohnungsbau begonnen werden.

med

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