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Aus der Stadt Neues Studentenwohnheim entsteht
Hannover Aus der Stadt Neues Studentenwohnheim entsteht
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08:11 02.09.2015
Von Bärbel Hilbig
„Zu wenig Wohnheimplätze in Hannover“: Ministerin Gabriele Heinen-Kljajic und Bürgermeister Thomas Hermann. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Der Bau des letzten Studentenwohnheims in Hannover - in der Nordstädter Callinstraße - liegt ganze 20 Jahre zurück. Dass Niedersachsens Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic gestern ein Richtfest für studentische Wohnhäuser feiern konnte, war also eine sehr spezielle Angelegenheit. Das Studentenwerk Hannover baut am Lodyweg in idyllischer Lage am Rande des Georgengartens zwei neue Gebäude mit Platz für 80 Studenten in Einzelapartments und Wohngruppen. Sie werden dringend benötigt, wenn sie im Frühjahr bezugsfertig sind - aktuell stehen 1600 Bewerber auf der Warteliste des Studentenwerks für eine preiswerte Unterkunft im beginnenden Wintersemester.

„Der Neubau hat jahrzehntelang brachgelegen. Dabei sind moderne Studentenwohnheime ein Standortfaktor. Sie sind konkurrenzlos günstig und erfüllen einen wichtigen sozialen Auftrag“, betonte die Ministerin. Für viele ausländische Studenten eröffneten sie die einzige Chance, in Deutschland zu studieren. Heinen-Kljajic nannte dabei auch ausdrücklich Flüchtlinge, denen es ermöglicht werden solle, ihre Bildungskarriere hier fortzusetzen.

Hannovers Wohnheimquote liegt unter dem Durchschnitt

„Fast ein Viertel der niedersächsischen Studenten studiert in Hannover. Die Quote der Wohnheimplätze liegt aber deutlich unter der anderer Städte“, räumte die Ministerin ein. Diese besondere Situation erfordere vermehrte Anstrengungen. Tatsächlich hatte sich das Land selbst jahrzehntelang aus der Neubauförderung für Studentenwohnheime zurückgezogen. Vergangenes Jahr vergab Niedersachsen 1,5 Millionen Euro als zinsloses Darlehen. Die Summe ging komplett nach Hannover für den Neubau am Lodyweg, der insgesamt rund 6,85 Millionen Euro kosten wird. Für dieses Jahr stehen 5 Millionen Euro im Landesetat. Davon soll ein Teil Hannover zugutekommen, versprach Heinen-Kljajic gestern.

Das Studentenwerk plant einen Neubau in der Wilhelm-Busch-Straße für 70 Studenten. Allerdings haben auch mehrere andere Uni-Städte für 2016 Projekte angemeldet - mit meist deutlich mehr Plätzen. Falls alle die Vorgaben erfüllen - das Ministerium wünscht angesichts der in Niedersachsen besonders stark steigenden Studentenzahlen einen schnellen Baubeginn - fällt der Kuchen für jeden einzelnen Standort entsprechend klein aus.

Wohnheime fördern Integration ausländischer Studenten

Nötig sei ein gemeinsames Bund-Länder-Programm für den Neubau und die Sanierung des Altbestands, forderte Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks. Neun der 16 Bundesländer fördern den Neubau mit Zuschussprogrammen. „Niedersachsen macht das leider nur begrenzt“, bedauert Meyer auf der Heyde. Die Darlehen gelten nicht als echter Zuschuss, außerdem sind sie bisher nicht als fester, regelmäßiger Posten im Haushalt verankert. „Studentenwohnheime unterstützen die Integration von internationalen und von jungen Studenten, die neu in die Stadt kommen“, betonte der Fachmann. In Hannover, wo 60 Prozent der Plätze von Ausländern belegt sind, tragen die Wohnheime zur Internationalisierung der Hochschulen bei. In den bestehenden Häusern kostet ein Zimmer im Durchschnitt 220 bis 230 Euro warm. Die zahlreichen besonders kleinen Neun-Quadratmeter-Zimmer liegen deutlich darunter.

Da die Neubauten am Lodyweg in einem Hochwassergebiet liegen, entstehen im Erdgeschoss studentische Arbeitsräume, die die Leibniz-Universität finanziert. Außerdem laufen Sanierung und Umbau von zwei Altbauten auf dem Gelände.

In der Wilhelm-Busch-Straße plant das Studentenwerk neben 70 neuen Wohnheimplätzen ebenfalls die Modernisierung von einem Gebäude mit Platz für 60 Studenten. Nach einer mehrstufigen Vorauswahl sind jetzt fünf Architekturbüros zu Vorentwürfen aufgefordert worden. Im Oktober soll eine Jury eine Entscheidung treffen. Die Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung, die den gesamten Bau fördert, finanziert diesen Wettbewerb.

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