Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Danke, Rainer Wagner!
Hannover Aus der Stadt Danke, Rainer Wagner!
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 03.10.2013
Von Sonja Fröhlich
Am Montagabend wurde Rainer Wagner mit seiner Frau Monika (l.) unter einem Vorwand in die Cumberlandsche Galerie gelockt worden, wo ihn ein Überraschungsfest empfang. Quelle: Michael Thomas
Hannover

Ein sang- und klangloser Abschied? Für ihn? Das wäre ja noch schöner. Nein, als sich HAZ-Kulturredakteur Rainer Wagner gestern nach 35 Jahren in den Ruhestand verabschiedete, geschah dies mit einem großen Überraschungsfest – und was für einem. In der Cumberlandschen Galerie trafen sich Vertreter aus Hannovers Kultur, Gastronomie, frühere Chefs, Mitarbeiter und Weggefährten, um dem Musik- und Gastrokritiker ausgewählte Genüsse zuteil werden zu lassen.

Denn die Welt der Genüsse war 35 Jahre lang, rein dienstlich, die Welt des 65-Jährigen, auch wenn ihm nicht immer alles gefiel. „Klar konnte er verreißen. Aber eigentlich nur dann, wenn die Oper die Musik vergaß“, sagte HAZ-Chefredakteur Hendrik Brandt gestern in seiner Abschiedsrede und erinnerte an einen oft zitierten wagnerschen Redaktions-Merksatz: „Es reicht nicht, wenn sich zwei Dramaturgen den Quatsch gegenseitig erklären können.“ So sei Wagner immer dicht bei seinen Lesern geblieben, habe präzise geurteilt, aber viel Raum für die eigenen Gedanken des lesenden Zuschauers gelassen.

Am Montagabend wurde der HAZ-Kulturredakteur Rainer Wagner mit einem großen Überraschungsfest in der Cumberlandschen Galerie verabschiedet.

Zuvor waren Rainer Wagner und seine Frau Monika unter einem Vorwand in die (noch dunkle) Cumberlandsche Galerie gelockt worden. Und während das Paar dort stand und sich wunderte, tauchte Opernsängerin Ania Vagry auf der Treppe auf, sang die Arie der Rosina aus dem Barbier von Sevilla und schritt die Stufen hinab – im Gefolge die gratulationsfreudige Gästeschar. Für die Überraschung sorgten unter anderem auch der langjährige Chefredakteur der HAZ, Wolfgang Mauersberg, sowie der frühere Opernhaus-Intendant Hans-Peter Lehmann, der die Kritiken des studierten Musikwissenschaftlers (der schon des Namens wegen quasi ein Abo für die Bayreuther Festspiele von Richard Wagner hatte), charmant zerpflückte.

Rainer Wagner, der erst elf Jahre lang Musikkritiker der HAZ war und dann zum Chef der Kulturredation aufrückte, zog es immer wieder auf Tour. In den letzten 15 Arbeitsjahren nutzte er lieber die Freiheit als Kulturreporter und machte sich zudem als „Genussexperte“ einen Namen. Gestern erzählten die Spitzenköche Joachim Stern, Dieter Grubert und Biagio Tropeano auf unterhaltsame Weise, was sie mit Wagner verbinden. Dem Feinschmecker, der selbst exzellent kocht, hatten sie ein Flying Buffet kreiert, das sich sehen und schmecken lassen konnte; Biagio Tropeano steuerte einige von Wagners Lieblingsweinen bei. Fans der wagnerschen Texte können sich übrigens freuen: Der Ruheständler wird der Redaktion weiterhin als freier Autor zur Verfügung stehen.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Aus der Stadt Statussymbol Führerschein - Wer fährt?

Führerschein = Freiheit? Nicht mehr. Experten beobachten seit einigen Jahren in Großstädten wie Hannover, dass Jugendliche den Erwerb des Führerscheins vertagen. Als Statussymbol hat das Smartphone inzwischen vielfach eine größere Bedeutung als Auto und Führerschein. Eine Fahrstunde.

03.10.2013
Aus der Stadt Ex-Bundeswehrsoldat in U-Haft - Ein Auftragskiller aus Hannover?

Ein in Hannover geborener Ex-Bundeswehrsoldat wird von US-Ermittlern als Auftragskiller verdächtigt. Der 27-jährige Dennis G., der bei seiner Großmutter in der Südstadt aufwuchs, wurde vergangene Woche festgenommen. Er sitzt in New York in Untersuchungshaft.

Tobias Morchner 03.10.2013

Zwei Dachdecker sind am Montagmittag in Sehnde durch einen Stromschlag verletzt worden. Die Männer arbeiteten auf einem Haus in der Straße Am Steinwedeler Wald und ließen sich die Dachziegel und anderes Material für ihre Arbeit mit einem Schrägaufzug nach oben transportieren.

03.10.2013