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Keine Mehrheit für Alkoholverbot am Raschplatz

Trinkerszene Keine Mehrheit für Alkoholverbot am Raschplatz

Die aus der CDU kommende Forderung nach einem Alkoholverbot für den Raschplatz findet offenbar keine politische Mehrheit – das zeigte jetzt die Diskussion im Stadtbezirksrat Mitte. Unterdessen fordert die Bezirksmanagerin mehr Sozialarbeit in der Trinkerszene.

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Würden mehr Sozialarbeiter am Raschplatz helfen? Es ist ein Vorschlag aus der Politik.

Quelle: Samantha Franson

Hannover. Die Sozialarbeiter zahlreicher Einrichtungen kümmern sich um die Problemtrinker vom Raschplatz – bisher aber ohne sichtbaren Erfolg. Claudia Göttler, Bezirksmanagerin in Mitte, findet klare Worte: „Wir brauchen da mehr Sozialarbeiter.“ So antwortete sie am Montagabend im Rathaus auf Nachfrage des Bezirksbürgermeisters Michael Sandow (SPD).

Auf der Tagesordnung des Bezirksrats Mitte stand das von der CDU-Fraktion geforderte Alkoholverbot. Seit Monaten wächst die Gruppe der Trinker, die auf der tiefergelegten Raschplatz-Ebene Passanten stört. Zwar sollen sie meist nicht aggressiv sein, aber durchaus Frauen ansprechen und den Platz in Beschlag nehmen, der eigentlich für alle da sein soll. Ein „regelrechter Slalomlauf um die Bierflaschen“ sei nötig, sagte CDU-Politiker Dieter Prokisch, „und man muss vorsichtig sein, dass man die Flaschen nicht umstößt, sonst wird man angepöbelt“. Weil die Stadtverwaltung offenkundig kapituliert habe, schlage die CDU vor, mit einem Alkoholverbot klare Regeln zu schaffen. „Natürlich kann die Polizei nicht ständig kontrollieren. Aber ein Verbot gäbe ihr die Möglichkeit, einzugreifen und zu sagen: ,Das ist unsere Ordnung, benehmt euch oder geht.‘“

Der Raschplatz in Hannovers Innenstadt ist als Treffpunkt für Alkoholkonsum bekannt. Das hinterlässt dort seine Spuren. Ein Besuch.

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Bezirksmanagerin Göttler erinnerte daran, dass die Stadt „schon unter Oberbürgermeister Weil und Polizeipräsident Binias die Möglichkeit von Alkoholverboten rauf- und runtergeprüft“ habe. Der Test im Hauptbahnhof sei damals kein Erfolg gewesen. Überdies existiere ein eindeutiger Ratsbeschluss, wonach Randgruppen nicht aus der Innenstadt verdrängt werden dürfen. Immerhin seien laut Gutachten des Karl-Lemmermann-Hauses Sozialarbeiter von sechs verschiedenen Einrichtungen involviert. Das reiche offenbar nicht. „Wie viele nötig sind, das kann ich Ihnen aber nicht sagen, dafür bin ich nicht die Richtige“, sagte Göttler.

Linken-Politiker Axel Hogh erinnerte daran, dass man früher mit Verdrängung vom Raschplatz neue Probleme geschaffen habe: „Da war die harte Drogenszene plötzlich am Weißekreuzplatz.“ Auch Michael Nebendahl (Grüne) fand, „ein Alkoholverbot greift zu kurz“. Die SPD vertagte das Thema schließlich. Es soll zunächst weitere Gespräche geben.

HAZ-Expertenforum

Zur Situation am Raschplatz gibt es am Mittwoch, 1. Juni, ein HAZ-Forum mit Experten von Polizei, Politik und Suchtberatung im Anzeiger-Hochhaus. Das Forum beginnt um 20 Uhr, Einlass ist um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, um Spenden für die HAZ-Weihnachtshilfe wird gebeten. HAZ-Leser können mitreden – und schon jetzt Fragen mit dem Stichwort „Raschplatz“ unter der E-Mail-Adresse hannover@haz.de an die Redaktion schicken.     

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