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Aus der Stadt Amnesty International trifft sich in Hannover
Hannover Aus der Stadt Amnesty International trifft sich in Hannover
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00:15 06.06.2017
Von Saskia Döhner
Mehrere hundert Amnesty-Aktivisten bilden am Opernplatz über ihren Köpfen eine riesige Regenbogenfahne aus bunten Schildern. In der Mitte der Flagge ist ein Banner mit der Aufschrift „Liebe ist kein Verbrechen“. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Mehrere Hundert Amnesty-International-Anhänger hielten bunte Plakate in die Luft, so entstand eine 16 mal 13 Meter große Regenbogenfahne, das Symbol für sexuelle Toleranz und Vielfalt, in der Mitte prangte ein Banner mit der Aufschrift "Liebe ist kein Verbrechen".

"Noch immer gibt es auf der Welt viele Menschenrechtsverletzungen", hatte Vorstandssprecherin Gabriele Stein zu Beginn der Jahresversammlung im Kuppesaal des Hannover Congress Centrums gesagt. Sie erinnerte an die jüngsten Hinrichtungen in den USA, weil ein Medikament, das für Todesspritze benutzt wird, sonst abgelaufen wäre: "Das ist erschreckend und menschenverachtend." Auf den Philippinen seien 6000 Menschen angeblich im Kampf gegen Drogen getötet worden, in der Türkei habe es nach dem gescheiterten Putschversuch 40.000 Verhaftungen gegeben.

Aber auch in Deutschland gebe es pro Tag drei rassistisch motivierte Übergriffe, viele westliche Länder würden Notstandsgesetze erlassen, die die Menschenrechte massiv einschränkten, etwa Frankreich. Es sei nötig, auf die Verletzungen aufmerksam zu machen und den Regierungen den Spiegel vorzuhalte. Es sei aber auch nötig, sagte Stein, die Ängste der "Mitbürger ernstzunehmen", ihnen zuzuhören und ihnen zu erklären, warum die Flüchtlinge nach Deutschland kämen. Sie erinnerte aber auch an die Willkommenskultur: Viele Menschen, die sich zuvor noch nie ehrenamtlich engagiert hätten, hätten Flüchtlinge geholfen.

Amnesty International habe durch seinen Protest 600 Menschen aus illegaler Haft befreien können, vor allem in El Salvador, den USA und dem Kongo, sagte Stein. Generalsekretär Markus Beeko sagte, dass man seit mehr als 50 Jahren gegen Menschenrechtsverletzungen kämpfe, das werde sich nicht ändern: "Wir sind gefragt, wir sind gefordert." Man dürfe nicht zulassen, dass Hassbotschaften um sich griffen, dass in "Wir und die anderen" unterschieden werde: "Menschen sind nicht gleich, aber ihre Rechte sind es." 281 Aktivisten seien im vergangenen Jahr im Kampf für Menschenrechte getötet worden, die meisten in Lateinamerika und Afrika.

Passend zur Christopher Street Parade machte sich Amnesty International auch für mehr Rechte von Homosexuellen stark, aber auch für die Menschen, die nicht eindeutig dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zuzuordnen sind: "Ich bin keine Frau," sagte Lucie Veith, Gründerin des Vereins Intersexuelle Menschen, "ich bin ein XY-Mensch." Noch immer würden Eltern von Ärzten zu medizinisch nicht notwendigenn Operationen gedrängt, wenn ihr Kind nicht klar Junge oder Mädchen sei. Zwischen 80.000 und 120.000 intersexuelle Menschen lebten in Deutschland, sagte Veith, nahezu alle seien operiert worden, meistens hätte man aus ihnen Frauen gemacht. "In Afrika prangern wir diese Genitalverstümmelungen an, in Deutschland lassen wir die einfach geschehen, das darf nicht sein", rief sie und bekam reichlich Applaus von den Zuhörern im Kuppelsaal.

Wegen eines Unfalls auf der Limmerstraße hatte die Linie 10 am Sonnabendnachmittag nicht zwischen "Glocksee" und "Brunnenstraße" verkehren können. Gegen 15.35 Uhr meldete die Üstra jedoch, dass die Strecke wieder frei ist. Es könne aber zu Verspätungen kommen.

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