Hainholz. Ein anonymer Anruf bei der Polizei hat am Freitag zu einem Amokalarm in der Fichteschule in Hainholz geführt. Zahlreiche Eltern, die vor dem Schulgebäude auf ihre Kinder warteten, mussten mit ansehen, wie die Polizei plötzlich mit einem Großaufgebot anrückte und das Gelände abriegelte.
Eine Frau hatte sich gegen 10.30 Uhr telefonisch bei den Beamten der Polizeistation Vinnhorst mit einer erschreckenden Botschaft gemeldet: Ihr Sohn habe eine scharfe Waffe bei sich und sei auf direktem Wege zur Fichteschule. Die Polizei schickte umgehend alle verfügbaren Kräfte in die Voltmerstraße. Bisher ist völlig unklar, um wen es sich bei der anonymen Anruferin handelte.
Noch bevor die Polizisten eintrafen, erreichte eine Kontaktbeamtin per Telefon das Schulsekretariat. „Die Polizei hat uns die Situation geschildert. Wir haben dann sofort das gemacht, was wir in der Vergangenheit schon häufig trainiert haben“, sagt Schulleiterin Cornelia Heimbucher. Augenblicke später ertönte eine Durchsage über die Lautsprecher: „Wir haben eine ernste Lage im Schulgebäude.“ Die Lehrer erhielten den Auftrag, die Klassenräume abzuschließen. Die Grundschüler bildeten Stuhlkreise und durften sich nicht mehr in unmittelbarer Nähe der Fenster und Türen aufhalten. „Die Kinder haben sich richtig toll verhalten“, sagt die Schulleiterin. Raum für Raum überprüften Polizeibeamte schließlich das Schulgebäude. Weder im Gebäude noch im Umfeld der Schule trafen sie jedoch auf einen potenziellen Amokläufer.
Unruhe machte sich unterdessen auf der Straße vor dem Schulgelände breit. Dutzende Eltern warteten dort auf ihre Kinder, die am Morgen von einem Aufenthalt im Landschulheim zurückgekehrt waren. Das Polizeiaufgebot und vor allem die Ungewissheit um das Wohl ihrer Kinder versetzte die Eltern in größte Sorge. Ein Vater geriet regelrecht in Panik: Er durchbrach die Absperrung und wollte zu seinem Kind eilen. Beamte mussten den Mann zu Boden bringen und konnten ihn nur so davon abhalten, das Schulgelände zu betreten.
Schulleiterin Heimbucher sagte wenige Stunden nach dem Einsatz, dass alle Kinder den Vorfall offenbar gut überstanden hätten. „Alle waren froh, ihre Eltern wiederzusehen. Und in dem Moment hat die Kraft bei manchen dann auch ein bisschen nachgelassen.“ Die Polizei habe angeboten, die Schüler in den kommenden Tagen im Unterricht zu besuchen. Dann werden die Grundschüler Gelegenheit haben, noch einmal ganz in Ruhe mit den Beamten über die Geschehnisse zu sprechen.
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