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Aus der Stadt Wer soll bei Gestaltung des Steintors mitreden?
Hannover Aus der Stadt Wer soll bei Gestaltung des Steintors mitreden?
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00:17 25.02.2017
Von Andreas Schinkel
So sieht er jetzt aus, aber wie wird es in Zukunft sein? Der Steintorplatz soll umgestaltet werden.  Quelle: Frank Wilde
Hannover

Einer der zentralen Plätze in Hannover, der Steintorplatz, soll ein neues Gesicht bekommen - und alle Bürger dürfen mitreden. So stellt es sich das Mehrheitsbündnis aus SPD, Grünen und FDP vor und ist bereit, eine halbe Million Euro für eine Bürgerbeteiligung auszugeben. Das sei sehr viel Geld, finden nicht wenige HAZ-Leser. Nach Informationen der HAZ hatte man im Rathaus sogar überlegt, eine Million Euro zu spendieren. Noch in diesem Jahr soll die Beteiligung starten.

Die Mehrheitsfraktionen wollen auf Nummer sicher gehen. „Das muss jetzt funktionieren“, sagt Grünen-Baupolitikerin Elisabeth Clausen-Muradian. Sie wolle sich nicht den Vorwurf anhören, den Bürgern einen Entwurf vor die Nase gesetzt zu haben. Erste Ideen kursieren bereits innerhalb des Ampel-Bündnisses, von offenen Workshops über gezieltes Ansprechen von Randgruppen bis zum Info-Container auf dem Platz.

Tatsächlich ist der politische Druck groß, einen Konsens mit den Bürgern zu erzielen. Ursprünglich sollten auf dem Steintorplatz zwei Wohn- und Geschäftshäuser entstehen. Der Plan wurde von der Bauverwaltung und der damaligen rot-grünen Ratsmehrheit unterstützt. Doch im Kommunalwahlkampf zeigte sich, dass viele Hannoveraner mit einer Bebauung nicht einverstanden waren. Die Wahlschlappe und den Verlust der Mehrheit interpretierte Rot-Grün auch als Votum gegen die Steintor-Pläne. „Wir haben verstanden“, sagte SPD-Baupolitiker Lars Kelich nach der Wahl im Bauausschuss.

Jetzt sollen keine Kosten und Mühen gescheut werden, um den Steintorplatz attraktiver zu gestalten - ohne Häuserblöcke. Zur Debatte steht nicht nur der Platz selbst, sondern das Areal zwischen Einmündung Langer Laube und Schillerdenkmal. Doch wie fängt man an? Sollen Architekten und Landschaftsplaner zunächst Entwürfe erarbeiten und den Bürgern vorstellen, oder sollen die Hannoveraner ermuntert werden, einen weißen Fleck auf der Stadtkarte auszumalen?

Wer soll wie einbezogen werden?

„Zunächst müssen wir uns überlegen, wen wir ansprechen“, sagt Grünen-Politikerin Clausen-Muradian. Keinesfalls wolle man nur Fachleute in den Diskussionsrunden haben, auch nicht die üblichen „Berufs-Bürger“, die sich in jede Debatte einmischen. „Wir sollten auch Randgruppen ansprechen“, findet sie.

Die SPD ist der Ansicht, dass den Bürgern nicht zu viele Vorgaben gemacht werden dürfen. „In Workshops sollten wir zunächst Anregungen sammeln“, sagt SPD-Baupolitiker Kelich. In den Versammlungen könnten Fachleute die Vorschläge bewerten und zeigen, wie die Umsetzung aussieht. „Solche Profis kosten Geld“, sagt Kelich mit Blick auf die Kostendebatte. Wie der Stand der Planung ist, könne dann in einem Info-Container auf dem Steintorplatz gezeigt werden.

Externes Büro soll Moderation übernehmen

Einen markanten Ausstellungsort wünschen sich auch Grüne und FDP. „In dem Container können wir verschiedene Modelle für den Platz ausstellen“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Den Bürgern dürfe man nicht nur Architektenpläne zeigen, die oft kaum verständlich seien. Engelke ist der Ansicht, dass die Diskussionen nicht bei Null beginnen sollten. „Wir müssen mehrere Varianten für den Steintorplatz vorgeben“, sagt er.

Einig sind sich die Ampel-Parteien darin, dass ein externes Büro die Moderation übernehmen soll. Im Gespräch ist dem Vernehmen nach das Bürgerbüro für Stadtentwicklung. Letztlich dürfte das Verfahren darauf hinauslaufen, dass die Bürger immer wieder zu Diskussionsveranstaltungen eingeladen werden, neue Ideen äußern dürfen, die dann in die Pläne eingearbeitet werden. Ähnlich sind die Beteiligungsverfahren beim Neubaugebiet auf dem Kronsberg verlaufen und bei der Suche nach einer Streckenführung für den Südschnellweg in Höhe der Hildesheimer Straße. In beiden Fällen sind Anwohner frühzeitig um ihre Meinung gebeten worden. Mit Erfolg, denn Proteststürme sind bisher ausgeblieben.

CDU: Stadt soll Beteiligung selbst moderieren

Nicht nur beim Umbau des Steintorplatzes sollen die Hannoveraner ein Wörtchen mitreden, auch bei der Neukonzeption für den Andreas-Hermes-Platz und den benachbarten Weißekreuzplatz wird Bürgerbeteiligung großgeschrieben. In beiden Fällen soll die Stadtverwaltung auf Wunsch des Mehrheitsbündnisses (SPD, Grüne, FDP) viel Geld in die Hand nehmen, um das Verfahren zu organisieren. Die CDU fragt sich, ob das nicht günstiger zu haben ist. „Immer wieder werden externe Moderatoren eingekauft, um Diskussionen zu organisieren“, sagt CDU-Baupolitiker Felix Blaschzyk. Wenn sich die Beteiligungsverfahren häufen, sollten städtische Fachleute die Moderation übernehmen. Da müsse sich die Verwaltung eine eigene Kompetenz schaffen. Blaschzyk warnt davor, Bürgerdiskussionen ausufern zu lassen. „Mehrere Pläne vorstellen, dann diskutieren“, lautet seine Empfehlung. Am Ende entscheide die Politik, auch das müsse man den Bürgern deutlich machen.

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