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Aus der Stadt Mutter und Tochter verprügeln Autofahrerin
Hannover Aus der Stadt Mutter und Tochter verprügeln Autofahrerin
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00:15 29.05.2016
Von Michael Zgoll
Weil sie eine andere Autofahrerin verprügelten, müssen sich Mutter und Tochter vor dem Amtsgericht verantworten. Quelle: Symbolbild
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Hannover

Wer glaubt, es sei ein Privileg von männlichen Autofahrern, aus der Haut zu fahren und gegenüber missliebigen Verkehrsteilnehmern handgreiflich zu werden, ist jetzt am Amtsgericht eines Besseren belehrt worden. Vor zwei Wochen wurde eine 42-jährige Frau aus Vahrenheide wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe von vier Monaten verurteilt: Sie hatte eine andere Autofahrerin in Anderten geohrfeigt und an den Haaren gezogen. Gestern wurde ihre 18-jährige Tochter wegen des gleichen Delikts zu einem dreimonatigen sozialen Trainingskurs und zum Ableisten von 40 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt, weil sie auf das am Boden liegende Opfer eingeschlagen und -getreten hatte. Nur die Großmutter kam ohne Strafe davon - sie hatte die fremde Frau lediglich beschimpft.

Der Vulkan weiblicher Emotionen brach an einem Dienstagmorgen im November 2014 aus. Ein knapp 20 Jahre alter BMW 530 befuhr offenbar auffallend langsam die Gollstraße. Am Steuer saß die 42-jährige Mutter, auch Großmutter und Tochter waren an Bord. Bei einem Stopp nahe dem Anderter Bahnhof platzte einer Ford-Fiesta-Fahrerin, die schon länger hinter dem BMW herzockelte, der Kragen. Die in Misburg-Süd wohnende Frau stieg aus, ging zu dem vor ihr stehenden Auto, öffnete die Fahrertür und fragte - alles andere als entspannt -, warum die BMW-Fahrerin den Verkehr aufhalte. Doch mit der darauf folgenden Reaktion hatte sie wohl nicht gerechnet.

Die Mutter verpasste der Ford-Fahrerin zwei Ohrfeigen, eine links, eine rechts. Dann trat sie ihr durch die geöffnete Tür gegen ein Bein, stieg aus und riss die Kontrahentin an den Haaren zu Boden. Als die Unterlegene nach der Tasche der 42-Jährigen griff, stieg die Tochter aus und ins Geschehen ein, malträtierte die Frau aus dem Kleinwagen mit Faustschlägen und Tritten. Die Großmutter, mit 65 im besten Rentenalter, stand daneben und befeuerte das harte Durchgreifen der Verwandtschaft.

Richter Michael Siegfried verurteilte die rabiate Mutter Anfang Mai zu einer Haftstrafe von vier Monaten auf Bewährung. Den Prozess gegen die Tochter führte gestern Jugendrichter Jens Buck. Dabei war es dem Zufall geschuldet, dass die 18-Jährige überhaupt auf der Anklagebank saß: Die BMW-Fahrerin hatte die Identität ihrer Tochter nicht preisgegeben. Im vergangenen Herbst aber hatte die Fiesta-Fahrerin die 18-Jährige in einem Supermarkt wiedererkannt. Während sie die Polizei anrief, verfolgte ihr Mann die junge Frau bis zu ihrer Wohnung. Der Rest war ermittlungstechnische Routine.

Richter Buck wies in der gestrigen Verhandlung darauf hin, dass es sicher keine gute Idee des späteren Opfers gewesen sei, zum BMW zu eilen und die Fahrertür aufzureißen: „Auch wenn ich mich ärgere, sollte ich nie versuchen, einen derartigen Konflikt durch ein klärendes Gespräch selbst zu regeln.“ Aller Erfahrung nach eskaliere die Situation dann sehr häufig. Ihre Emotionen kontrollieren muss aber vor allem die 18-jährige Tochter, die noch keinen Beruf erlernt hat und gestern viele Tränen vergoss: Sie hatte erst wenige Monate zuvor eine Strafe wegen Beihilfe zur Körperverletzung kassiert. Bei einer früheren Auseinandersetzung auf einem Spielplatz war sie allerdings einer Freundin beigesprungen - nicht ihrer Mutter.

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