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Betrunkener schießt mit Gaspistole auf Polizisten

Gewalt gegen Beamte Betrunkener schießt mit Gaspistole auf Polizisten

Im vergangenen Februar randalierte Sascha F. in der Wohnung seiner Eltern. Als die Polizei am Einsatzort eintraf, zog er eine Schreckschusspistole, schoss und verfehlte einen Beamten nur knapp. Am Mittwoch wurde er am Amtsgericht verurteilt. Die Polizeigewerkschaft fürchtet einen Anstieg der Gewalt.

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Sascha F. wurde am Amtsgericht verurteilt.

Quelle: Florian Petrow

Hannover.  Bier, Schnaps und Schlafmittel hatte Sascha F. am Abend des 5. Februar vergangenen Jahres zu sich genommen. Die Mischung aus Alkohol und Diazepam soll dem heute 32-Jährigen einen Filmriss von mehreren Stunden verpasst haben. Am Mittwoch stand der Mann vor dem Amtsgericht, weil er während seines Gedächtnisverlusts einen Polizisten mit einer Schreckschusswaffe bedrohte und später mit einem Tritt verletzte. Amtsrichterin Riedel verurteile F. zu einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Auf einer Geburtstagsfeier soll F. zum ersten Mal seit längerer Zeit Alkohol getrunken haben. „Im Zusammenspiel mit dem Schlafmittel können beide Substanzen aggressives Verhalten auslösen –und auch zum Gedächtnisverlust führen“, sagte Gregor Szycik, Forensiker von der MHH, vor Gericht. Von nachfolgenden Ereignissen wusste er laut eigener Aussage nichts: Er randalierte in der elterlichen Wohnung und schlug eine Glasscheibe ein. Die Mutter des Handwerkers wusste sich nicht mehr zu helfen und alarmierte die Polizei. „Als wir an der Wohnung eintrafen, sagte sie, dass ihr Sohn die Polizei hassen würde“, erinnerte sich Polizeihauptkommissar Stephan G.

In einem kleinen Raum stellten sie den Mann. Auch seine damals vierjährige Tochter befand sich in dem Zimmer. „Als der Großvater die Tochter hinausführte, nutzte F. die Gelegenheit und griff auf einen Schrank“, erinnert sich der Polizeikommissar. „Dann sah ich eine Mündung direkt vor meinem Gesicht.“ Intuitiv packte der 38-jährige Beamte den Arm von F., riss die Pistole in Richtung Decke und ein Schuss löste sich. Der Blackout des Angeklagten endet erst am nächsten Morgen  in der Gewahrsamzelle. Nicht an den Schuss, nicht daran, dass er Widerstand leistete und auch nicht, dass er G. im Treppenhaus wuchtig in die Leistengegend trat, kann er sich erinnern. 1,85 Promille stellten die Beamten bei einer Alkoholmessung fest.

Laut dem Landesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei, Dietmar Schilff nimmt die Zahl der Angriffe auf Beamte im Einsatz zu. „Die Zahlen werden nach unserer Einschätzung steigen.“ Schilff forderte die bessere Ausbildungs- und Trainingsmöglichkeiten für Polizisten und härtere Strafen für Angreifer. „Diese Entwicklung nehmen wir so nicht hin. Null Toleranz - das ist und bleibt die Linie“, sagt Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius zu der Entwicklung. Seit dem 23. Mai 2017 können Angriffe auf Vollstreckungsbeamte mit Freiheitsstrafen von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft werden. 

Von Manuel Behrens

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