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Bauherr erhält Hausverbot auf eigener Baustelle

Amtsgericht Hannover Bauherr erhält Hausverbot auf eigener Baustelle

Das Amtsgericht Hannover hat einem Bauherren und dessen Vater Hausverbot auf der eigenen Baustelle erteilt. Zudem hat die Familienrichterin Vater und Sohn verboten, Leben und Gesundheit der Bauleiter zu gefährden – ein Hinweis, der in der Immobilienbranche normalerweise überflüssig ist.

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Quelle: Puchner (Symbolbild)

Hannover. Der Bauherr und sein Vater dürfen sich dem Projektleiter und der Bauleiterin einer Immobilienfirma höchstens bis auf 20 Meter nähern, auch ist ihnen eine telefonische Kontaktaufnahme zum Bauträger untersagt. Bei Zuwiderhandlung drohen den Bauherren ein Ordnungsgeld bis zu 250 000 Euro oder Ordnungshaft bis zu sechs Monate Dauer. Das Familiengericht ist zuständig, weil das Gewaltschutzgesetz Anwendung fand. Das dient gewöhnlich dazu, Frauen vor prügelnden Ehemännern zu schützen.

Den Kaufvertrag für ein Reihenmittelhaus in einem Neubaugebiet in der Region Hannover hatten Ende 2015 der 20-jährige Sohn und seine Mutter unterschrieben; der 57-jährige Vater wurde als nicht kreditwürdig erachtet. Doch hielt der ehemalige Soldat aus Kasachstan offenbar die Fäden auf der Baustelle in der Hand, kümmerte sich um den Fortgang der Arbeiten und entpuppte sich dabei als durchaus konfliktfreudig.

Vor sechs Wochen schließlich kam es zum großen Knall. Weil es Unstimmigkeiten um den Einbau einer Duschtasse gab, hatte der Bauträger einen 39-jährigen Oberprojektleiter auf die Baustelle geschickt, der als besonders besonnen gilt. Doch ein vernünftiges Gespräch, so dessen spätere Aussage bei der Polizei, war unmöglich. Stattdessen monierten Vater und Sohn eine Reihe angeblicher Mängel – lautstark und gestenreich.

Als der Projektleiter die künftigen Hausbesitzer irgendwann aufforderte, die Baustelle zu verlassen, begann ihn der Vater zu beschimpfen, während der 20-Jährige auf ihn einprügelte und drohte, ihm den Kopf abzuschneiden. Da der junge Mann Amateurboxer ist, zeigten seine Schläge ihre Wirkung: Der 39-Jährige verlor die Besinnung. Erst drei Handwerker konnten ihn aus den Fängen des Sohns befreien, der sein am Boden liegendes Opfer auch noch mit einem Zollstock traktierte. Die Bauleiterin, die später zur Gruppe stieß, kam mit Verwünschungen davon.

Der 39-Jährige erlitt mehrere Prellungen sowie Blutergüsse und meldete sich krank; sein Arbeitgeber erstattete gegen Vater und Sohn Strafanzeige wegen gefährlicher Körperverletzung. Dabei ist der 57-jährige kein unbeschriebenes Blatt, hatte bereits an die zehn Mal Kontakt mit der Justiz.

Solange der Neubau nicht komplett bezahlt, offiziell abgenommen und übergeben ist, behält der Bauträger die Eigentumsrechte. Die Familienrichterin verfügte, dass dem gewaltbereiten Gespann der Zutritt zur Baustelle zunächst bis Ende dieses Jahres untersagt ist. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass der Vertrag vorzeitig gekündigt wird – und die vereinbarte Übergabe platzt.

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