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Aus der Stadt Amtsgericht verurteilt Mann mit sechs Identitäten
Hannover Aus der Stadt Amtsgericht verurteilt Mann mit sechs Identitäten
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00:15 04.07.2016
Von Bärbel Hilbig
Herkunft unbekannt? Ob Ahmed A. gestern unter seinem richtigen Namen vom Amtsgericht verurteilt wurde, ist fraglich. Quelle: Boris Roessler/dpa
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Hannover

Ob Ahmed A. gestern unter seinem richtigen Namen vom Amtsgericht verurteilt wurde, ist mehr als fraglich. Mindestens sechs verschiedene Identitäten hat er bisher gegenüber deutschen Behörden angegeben. Mehrmals ist der Mann als Algerier, mehrmals als Syrer, einmal auch als Marokkaner aufgetreten. Auch wie lange der Kleinkriminelle schon in Deutschland lebt, weiß vermutlich nur er selbst. „Das einzige, das immer übereinstimmt, ist das Geburtsdatum“, sagt Richter Lars Römermann.

Das Gericht verurteilte Ahmed A. wegen gefährlicher Körperverletzung, Verkauf von Marihuana und Widerstands gegen Vollzugsbeamte zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten ohne Bewährung. Der 36-Jährige will dagegen in Berufung gehen, die Beweislage ist nach der Befragung einer ganze Reihe von Zeugen allerdings recht eindeutig.

Vergangenes Jahr im Juli hatte der klein und schmächtig, aber durchaus trainiert wirkende Mann nachts gegen drei Uhr vor der Disko Rockhouse in der Kurt-Schumacher-Straße Streit angefangen. Mit einer jungen Frau und mindestens einem Mann hatte er vorher auf Spanisch geplaudert. „Er suchte Leute, mit denen er Party machen konnte“, sagt ein Zeuge. Als die jungen Leute schließlich abblockten, wurde Ahmed A. wütend, griff sich eine Flasche, schlug sie auf den Boden und ging mit dem zersplitterten Flaschenhals auf einen 26-Jährigen los. Der wehrte den Angriff, obwohl selbst stark betrunken, mit der Hand ab. „Es war offenbar nur Glück, dass das Opfer nur an der Hand verletzt wurde“, betont der Richter. Nach seiner Festnahme nahm die Wut des Angeklagten nicht ab. Als ein Arzt ihm auf der Polizeiwache Blut abnehmen wollte, wehrte Ahmed A. sich heftig gegen einen Polizisten und griff mehrmals nach dessen Dienstwaffe im Holster.

Im Februar verkaufte Ahmed A., der sich zuletzt als Syrer ausgab, in der Nähe von Café Glocksee und Kinderspielplatz am Peter-Fechter-Ufer 1,2 Gramm Marihuana an einen 17-Jährigen. Zwei weitere Beutelchen hatte er dabei. „Es hätte es vermutlich auch einem Fünfjährigen verkauft, wenn der ihm einen Schein in die Hand gedrückt hätte“, schätzt der Richter. Beim Verkauf aller drei Beutel wären fünf Euro Gewinn herausgesprungen.

Zuletzt war Ahmed A. ohne festen Wohnsitz. Vorher war er im Flüchtlingsheim Pasteurallee gemeldet. Mehrmals soll er unter verschiedenen Namen Sozialleistungen als Flüchtling beantragt und Diebstähle begangen haben. Eine Ausweisung ist ohne Feststellung von Identität und Herkunftsland jedoch nicht möglich. Der Dolmetscher ist sich nach dem Prozess jedoch sicher: „Er kommt aus dem Osten von Marokko.“

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