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Zu viel Unterrichtsausfall an Hannovers Gymnasien?

Erhebung des Stadtelternrats Zu viel Unterrichtsausfall an Hannovers Gymnasien?

An Hannovers Gymnasien fallen im Schnitt fünf Prozent des Unterrichts aus, der nicht vertreten wird. Rein rechnerisch sind das 1,7 Stunden pro Klasse pro Woche - zu viel findet der Stadtelternrat.

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Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Hannover. Der Stadtelternrat stadtweit 16 Schulen befragt: Zwei Wochen lang haben die Elternvertreter dazu im Februar und März akribisch die Vertretungspläne ausgewertet. Der Zeitpunkt sei eigentlich günstig gewesen, sagte Bernd Feierabend vom Arbeitskreis Gymnasien. Kurz vor den Osterferien seien die zum zweiten Halbjahr neu eingestellten Pädagogen bereits an Bord gewesen und die Abiturprüfungen hätten noch nicht begonnen. Normalerweise falle in dieser Zeitspanne also eher wenig Unterricht aus.

Meist sind es laut Stadtelternrat Randstunden, die erste oder die letzte Stunde, die ersatzlos entfallen. Zu den 5 Prozent Unterricht, die ersatzlos ausfallen, kommen noch einmal weitere 5 Prozent Unterricht, der vertreten wird. Was in diesen Vertretungsstunden jedoch passiert, sei unklar. Mal werde die Stunde fachfremd vertreten, so könnte ein Deutschlehrer für eine erkrankte Mathematiklehrerin einspringen, mal würden Aufgaben bearbeitet, die der eigentliche Fachlehrer seiner Vertretung mitgeteilt habe, mal guckten die Schüler in der Stunde auch einfach nur einen Film. „Echter Vertretungsunterricht ist das dann nicht“, sagte Elternvertreter Martin Brandwein.

Der Stadtelternrat hat den Unterrichtsausfall in einem Brief an Kultus-Staatssekretärin Erika Huxhold beklagt. In dem Antwortschreiben des Ministeriums heißt es, es sei zu unterscheiden zwischen dem Wert der Unterrichtsversorgung, die zu Beginn des Schuljahres statistisch erhoben werde, und dem tatsächlichen Unterrichtsausfall, weil Lehrer erkrankten oder in Mutterschutz gingen. „Zum Stichtag 15.09.2015 waren die öffentlichen allgemeinbildenden Gymnasien in Niedersachsen landesweit durchschnittlich zu 99,8 Prozent versorgt, in der Stadt Hannover durchschnittlich zu 97,8 Prozent“, heißt es in dem Brief.

Zum 1. Februar seien an den Gymnasien insgesamt 43 Lehrkräfte neu eingestellt worden. Dadurch sei die Unterrichtsversorgung in der Stadt auf mehr als 100 Prozent gestiegen, zum 1. August seien derzeit 45 Stellen ausgeschrieben, von denen 42 schon besetzt seien. Aktuelle Zahlen darüber, wie viel Unterricht tatsächlich ausfällt, hat das Land nicht. Es sei auch viel zu aufwendig, diesen Überblick zu bekommen, schreibt das Ministerium an die Elternvertreter aus Hannover.

Der Stadtelternrat hatte vom Land auch gefordert, sicherzustellen, dass keine Pannen mehr wie beim diesjährigen Matheabitur passieren. Die zuständige Fachkommission hatte viel zu umfangreiche Prüfungsaufgaben gestellt. Nach der Klausur Ende April hagelte es Beschwerden von Eltern und Schülern, das Land beschloss daraufhin, die Noten um 12,5 Prozent aufzuwerten. Die konkreten Ergebnisse lägen erst Anfang nächster Woche vor, teilt das Ministerium jetzt mit.

Der Stadtelternrat hatte gefordert, dass Lehrer, die die Aufgaben nachrechnen, bevor sie den Schülern vorgelegt werden, unter denselben Bedingungen arbeiten müssten wie die Schüler. Sie dürften beispielsweise nicht den Erwartungshorizont kennen, der später bei der Korrektur zur Bewertung herangezogen werde - das aber sei bislang der Fall. Nach Ministeriumsangaben ist man noch in der Analyse des Verfahrens, um derartige Pannen künftig auszuschließen.

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