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Angestellte Tierärzte beklagen Dumpinglöhne

Arbeitsverhältnissen ohne Tarifvertrag Angestellte Tierärzte beklagen Dumpinglöhne

Akademiker, noch dazu Ärzte, verdienen ausgesprochen gut. So weit die gängige Meinung. Auf Tierärzte trifft das allerdings häufig nicht zu. Sobald sie in Arbeitsverhältnissen ohne Tarifvertrag tätig sind, ist eine angemessene Bezahlung keineswegs selbstverständlich.

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Setzt sich für seine Berufskollegen ein: Christian Wunderlich.

Quelle: Kutter

Hannover. In Hannover hat sich deshalb dieses Jahr der Bund angestellter Tierärzte gegründet. Die Interessenvertretung agiert bundesweit, viele Gründer leben aber in Hannover oder haben an der Tierärztlichen Hochschule Hannover studiert.
„Wir wollen faire Arbeitsbedingungen für unsere Berufsgruppe erreichen“, erläutert Vereinsvorstand Christian Wunderlich. Und dann zählt der Tierarzt mit Doktortitel Dinge auf, die selbstverständlich sein sollten, es aber häufig nicht sind: das Einhalten von Arbeitsschutzgesetzen, klare Arbeitszeitregelungen und Mindestlohn. Denn selbst diese Verdienstgrenze erreicht ein Teil der Tierärzte nicht.

„Die meisten Tierärzte öffnen nach Studium und Approbation zunächst keine eigene Praxis“, berichtet Wunderlich, der selbst in der vierjährigen Qualifikation zum Fachtierarzt steckt. Staatlich angestellte Veterinäre oder Tierärzte in der Pharma-, Tierfutter- oder Lebensmittelindustrie finden in ihrer Sparte in der Regel ihr Auskommen. Prekär sieht jedoch die Situation mancher Veterinäre aus, die bei niedergelassenen Tierärzten oder in privaten Tierkliniken arbeiten, betont Wunderlich. „Es geht uns grundsätzlich darum, alle angestellten Tierärzte zu vertreten, aber in diesem Bereich sehen wir einen Schwerpunkt.“

Anders als für angestellte Tierärzte gibt es für Fachangestellte in Praxen und Kliniken Tarifverträge. „Deshalb ist es günstiger, für Nachtdienste einen Tierarzt einzusetzen“, berichtet der Vorsitzende des Bunds angestellter Tierärzte. Viele Praxisinhaber sind im Bundesverband praktizierender Tierärzte zusammengeschlossen. Der Verband empfiehlt als Richtwert, den angestellten Veterinären rund 2500 Euro brutto für eine 40-Stunden-Woche ohne Notdienste zu zahlen.

„Das ist eine Art Mittelwert. In Kleintierpraxen kann es auf deutlich weniger Lohn hinauslaufen“, erläutert Wunderlich. Mit ihrem Verein wollen die Tierärzte ihre Kollegen auch rechtlich aufklären. Denn sie gefährdeten nicht nur sich selbst, falls sie sich auf überlange Arbeitszeiten einlassen. „Wenn ich übermüdet einen Fehler begehe, ist das grob fahrlässig. Dann hafte ich, und nicht mein Arbeitgeber.“ Der Beruf bringe eine hohe Verantwortung und eine starke Belastung durch Rufbereitschaften und Nachtdienste mit sich, sagt Leonie Wolters vom Bund angestellter Tierärzte. Das müsse sich widerspiegeln. Für private Tierhalter würde das höhere Rechnungen bedeuten. Wunderlich bejaht: „Ein Tierarzt studiert viele Jahre, zahlt in dieser Zeit nicht in die Rentenkasse ein. Und Klienten erwarten, dass wir ihr Tier für zehn Euro behandeln.“

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