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Angst um die Würde des Ortes

Mahnmal an der Oper Angst um die Würde des Ortes

Die Politik schließt sich der Kritik des Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde am Zustand des Mahnmals an. Die Zustände auf dem Platz neben der Oper sind nicht mehr hinnehmbar. Aber wie soll sich das ändern?

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Hannovers Mahnmal: beschmiert - verschandelt - verdreckt.

Quelle: Rainer Surrey

Hannover. Irgendjemand hat das Wort „Pogo-Pinguin“ mit schwarzem Filzstift auf einen der Steine des Holocaust-Mahnmals am Opernplatz geschmiert. Daneben prangt ein großes, eingekreistes A, das Zeichen steht für „Anarchie“. Auf einigen Stufen der begehbaren Begegnungsstätte, die an die jüdischen Opfer der NS-Zeit erinnern soll, klebt Kaugummi. Zahllose Fugen des Objekts des italienischen Künstlers Pistoletto sind beschädigt, an einigen anderen Stellen sind münzgroße Teile aus den Steinen herausgebrochen worden.

Michael Fürst, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Niedersachsen, hat sich öffentlich über den aus seiner Sicht „hundsmiserablen“ Zustand des Mahnmals empört. In einem Brief an Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD), den er auch an die Medien weiterleitete, brachte er die Missstände auf dem Opernplatz zur Sprache. Dafür bekommt er jetzt Unterstützung aus der Politik. „Das Mahnmal muss in einem würdigen Zustand sein“, sagt Alptekin Kirci, Chef der hannoverschen SPD. Wenn an dem Objekt etwas gemacht werden müsse, solle die Stadt dies auch in die Hand nehmen. Gleichzeitig allerdings bezeichnet er die Wortwahl des Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde als „unangemessen“.

Jens Seidel, Chef der CDU-Ratsfraktion, pflichtet Michael Fürst ausdrücklich bei. „Ich war erst in der vergangenen Woche dort – das Mahnmal ist in der Tat dreckig und verkommen“, sagt er. Die Stadt müsse etwas unternehmen, damit die Gedenkstätte angemessen präsentiert werden könne. „Sollte sich die Verwaltung zögerlich zeigen, werden wir das Thema nach der Sommerpause in den Ausschüssen behandeln.“ Oliver Kluck dagegen, kulturpolitischer Sprecher der Ratsfraktion der Grünen, ist erstaunt darüber, dass das Denkmal bereits jetzt bröckelt, obwohl es erst im Jahr 1994 errichtet worden ist. Kluck kündigte an, das Thema in der ersten gemeinsamen Sitzung mit Kulturdezernentin Marlis Drevermann im September zu erörtern. „Grundsätzlich ist das Mahnmal für mich aber eine Art Gebrauchsgegenstand, das der Witterung ausgesetzt ist und daher eben anfällig ist“, sagt er.

Die Stadt verweist in einer Stellungnahme darauf, dass der Platz rund um das Mahnmal, das auf Initiative des Vereins „Memoriam“ und mit privaten Spendengeldern errichtet wurde, einmal pro Tag gesäubert werde. Das sei ausreichend. Zudem verweist die Verwaltung auf die grundsätzliche Konzeption des Mahnmals. Es sei ganz bewusst zum Nachdenken und Kommunizieren errichtet worden, so dass damit gewisse „Gebrauchsspuren“ verbunden seien.

HAZ-Leser Norbert Goldenstein kritisiert die Haltung der Verwaltung. Ähnlich wie Michael Fürst hat er dem Oberbürgermeister bereits vor einem Jahr geschrieben. In seinem Brief bat er darum, das Denkmal davor zu schützen, geschändet zu werden. „Geschehen ist nichts, als Antwort habe ich schon damals ausweichende Aussagen bekommen“, sagt Goldenstein. Nicht einmal die Steine seien gereinigt worden.

So wird das seltsame Wort „Pogo-Pinguin“ möglicherweise noch lange auf dem Gedenkstein lesbar sein.

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Innenstadt
Foto: Sabine Dudda kommt regelmäßig zum Mahnmal auf dem Opernplatz.

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Hannover hat scharfe Kritik am „unwürdigen“ Zustand des Holocaust-Mahnmals am Opernplatz geübt. In einem Brief an Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) bezeichnet Michael Fürst die Situation rund um das Objekt als „hundsmiserabel“ und „saumäßig“.

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