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Anlieger blockieren P+R-Plätze: Verwaltung resigniert

Pendler verärgert Anlieger blockieren P+R-Plätze: Verwaltung resigniert

Viele Pendler sind verärgert: Mitarbeiter benachbarter Firmen nutzen Park-and-ride-Flächen. Für die Pendler sind demzufolge zu wenig Flächen da. Doch die Verwaltung scheint machtlos gegenüber den "Fremdparkern" zu sein. Sogar Klagen haben nichts gebracht.

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Auf dem Park-and-ride-Platz am Thieshof in Lahe ist alles zugeparkt. Archivfotos: Jans-Lottmann, Surrey

Quelle: Margret Jans-Lottmann

Hannover. Weil auf den Park+ride-Stellplätzen (P+R) an den Stadtbahnhaltestellen ständig Mitarbeiter benachbarter Firmen parken, reicht der Platz oft nicht für Pendler - für die die Plätze angelegt wurden. Die zuständige Regionstochter Infra resigniert jetzt nach jahrelangen Bemühungen: Trotz Klageverfahren schaffe sie es nicht, die „Fremdparker“ effektiv von den Plätzen fernzuhalten, sagt Infra-Chef Stefan Harcke. Grund sei, dass Mitarbeiter in benachbarten Unternehmen teilweise für die Stellplätze zahlen müssten. Obwohl es oft nur um einen Euro pro Tag gehe, parkten sie lieber auf den P+R-Plätzen - zur Verärgerung von Pendlern, die vom Auto auf die Stadtbahn umsteigen wollen.

Besonders gravierend sind die Probleme offenbar auf den Anlagen an der Pascalstraße und am Wissenschaftspark Marienwerder sowie am Paracelsusweg (Lahe). Große Firmen dort sind etwa Johnson Controls und Talanx/HDI. „Wir haben jahrelang viel Aufwand betrieben, aber es gibt keine Lösung“, sagt Infra-Chef Stefan Harcke im Gespräch mit der HAZ.

Sein Unternehmen habe in den vergangenen Jahren zahlreiche Versuche unternommen, die Falschparker zu verbannen, berichtet Harcke. Zunächst habe man eindeutige Verbotsschilder aufstellen lassen. Dann hätten Mitarbeiter Hinweiszettel auf den Parkplätzen verteilt. Schließlich hätten Mitarbeiter am Paracelsusweg festgestellt, aus welchen Autos die Fahrer in das Gebäude der nahe gelegenen HDI-Versicherung gegangen seien. Dann seien die Halter festgestellt und ihnen Strafen über je 40 Euro zugestellt worden. „Das ist allerdings ein riesiger Aufwand“, erläutert Harcke. Denn viele der Autos kämen aus anderen Landkreisen. Nicht alle Halter hätten die Vertragstrafen bezahlt, drei von ihnen habe die Infra daraufhin verklagt. Weil zwei Halter es nicht zum Prozess kommen lassen wollten, zahlten sie, der dritte verlor das Verfahren.

Auch Gespräche der Infra mit Herstellern elektronischer Parkplatzüberwachungsanlagen seien erfolglos geblieben, berichtet Harcke. Es gebe keine Möglichkeit, die Parkplätze mit Schranken zu sichern, damit dort nur Nutzer von Bussen und Bahnen parken können. Es nütze auch nichts, ab und zu uniformierte Kontrolleure an den Parkplätzen aufzustellen. „Wenn die Fremdparker die sehen, fahren sie weiter, wenn sie dort nicht mehr stehen, fahren sie wieder auf den Parkplatz“, sagt der Infra-Chef.

Beim Versicherungskonzern Talanx/HDI unterstütze man die Mobilität der Mitarbeiter, sagt Sprecherin Josefine Zucker. Es gebe eigene Parkplätze für Mitarbeiter und Besucher, Stellplätze für Fahrräder und Sammel-Abo-Tickets für Busse und Bahnen. Allerdings verlangt Talanx von den Mitarbeitern für jeden Autoparkplatz eine Gebühr von 25 Euro pro Monat. Negative Resonanz zu diesen Gebühren habe es bisher nicht gegeben, berichtet Zucker. Die Mitarbeiter seien bereits in der Vergangenheit über die Park-and-ride-Anlagen informiert worden, berichtet Zucker. Die aktuelle Situation werde das Unternehmen zum Anlass nehmen, die Mitarbeiter erneut anzusprechen.

Das sind die Park-and-ride-Plätze

  • Anderten-Misburg (9 Plätze)
  • Vinnhorst (23 Plätze)
  • Haltenhoffstraße (32 Plätze)
  • Kurze-Kamp-Straße (97 Plätze)
  • Mühlenberger Markt (103 Plätze)
  • Nordhafen (180 Plätze)
  • Ostfeldstraße (45 Plätze)
  • Paracelsusweg (180 Plätze)
  • Pascalstraße (115 Plätze)
  • Roderbruch (20 Plätze)
  • Stöcken (122 Plätze)
  • Marienwerder (300 Plätze)
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