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Anlieger wehren sich gegen Sudanesen-Protestcamp

Weißekreuzplatz Anlieger wehren sich gegen Sudanesen-Protestcamp

Der Druck auf die protestierenden Sudanesen, ihr Camp auf dem Weißekreuzplatz zu räumen, wächst. Anlieger klagen jetzt über eine Rattenplage, die ihre Ursache in dem Zeltlager habe. Die Stadt wiegelt indes einstweilen ab.

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Umstritten, jetzt auch aus Hygienegründen: Das Sudanesencamp am Weißekreuzplatz.

Quelle: Samantha Franson

Hannover. Seit zwei Jahren campieren Sudanesen am Weißekreuzplatz, um gegen die politische Situation in ihrem Heimatland zu protestieren. Jetzt bekommt die Verärgerung der Anlieger neue Nahrung. Mehrfach sind Ratten im Umfeld des Zeltdorfs gesichtet worden, tot und lebendig. Die Stadt wiegelt ab und teilt mit, sie habe Meldungen über die ungeliebten Tiere „eher im nördlichen Teil des Weißekreuzplatzes“ erhalten, wo keine Flüchtlinge campieren. Dabei zeigt ein Besuch vor Ort: Das Erdreich rund um das Küchenzelt der Sudanesen ist mit mehr als einem Dutzend faustgroßer Löcher gespickt, typische Ein- und Ausgänge zu Rattennestern im Untergrund.

Die Inhaberin der Sonnen-Apotheke gegenüber vom Protestcamp hat am Mittwoch die Gesundheitsbehörden informiert. „Ich sehe absoluten Handlungsbedarf, das Camp in dieser Form aufzulösen, weil die hygienischen Zustände nicht zumutbar sind“, sagt Silke Walter. Die Geschäftsleute hatten die Aktion der Sudanesen lange Zeit geduldet. Inzwischen wächst aber die Kritik am Dauerprojekt. Schätzungen der Stadtentwässerung zufolge leben in Hannovers Untergrund rund eine Million Ratten. Damit beherbergt die Stadt etwa doppelt so viele Ratten wie Menschen.

Seit zwei Jahren campieren Sudanesen am Weißekreuzplatz, um gegen die politische Situation in ihrem Heimatland zu protestieren.

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In der Regel bekommt man die Nager aber nicht zu Gesicht: Die Tiere sind nicht nur scheu, sondern auch schlau, sie lassen sich in der Regel nicht blicken. Zwei Ausnahmen gibt es: wenn sie in Bedrängnis geraten oder wenn sie sich wegen eines Überangebots an Nahrung zu sicher fühlen.

„Ratten hat es hier bei Tageslicht nie gegeben“

Am Mittwochmittag waren sieben Sudanesen im Küchenzelt anzutreffen. Nach umfangreichen Absprachen, wer für die Gruppe sprechen darf und in welcher Sprache, sagte schließlich einer, es seien noch nie Ratten gesichtet worden, der andere beteuerte hingegen, man habe die Polizei mehrfach über Rattenvorkommnisse informiert. Einig waren sie sich darüber, dass im Camp keine Lebensmittel gelagert würden. Die Stadt dagegen stellt klar, dass man die Camp­leitung erst im Januar ausdrücklich auf die Pflichten hinsichtlich der Lagerung von Nahrungsmitteln und Müll hingewiesen habe. Kontrollbesuche städtischer Mitarbeiter hätten „in dieser Hinsicht keine Mängel“ zutage gefördert.

Apothekerin Walter ist fassungslos: „Ratten hat es hier bei Tageslicht nie gegeben.“ Bei ihr wächst der Unmut angesichts der Toleranz mit dem Camp: „Wenn ich mich als Geschäftsfrau nicht an meine Auflagen halte und zum Beispiel ein Hinweisschild zu weit auf den Gehweg stelle, dann hat das Konsequenzen für mich. Im Camp hat scheinbar nichts Konsequenzen.“

Auch Klaus Eberitzsch vom Anliegerverein Lister Meile bestätigt, dass mehrfach Ratten gesichtet wurden. „Das Camp verwahrlost zunehmend“, sagt er. Dass für Sonnabend zwei Demonstrationen - für und gegen das Camp - geplant sind, sehe man mit Sorge. „Wir finden, dass zwei Jahre Protest wirklich genug sind - aber wer so etwas sagt, wird ja immer gleich als rechtsradikal abgestempelt.“

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Weißekreuzplatz
Seit fast zwei Jahren bei steht das Protestcamp auf dem Weißekreuzplatz.

Der Unmut über das Protestcamp von Sudanesen auf dem Weißekreuzplatz wächst. Die FDP will wissen, wie die Stadt mit dem Lager künftig umgeht. "Die Polizei räumt das Camp, falls gegen Versammlungsregeln verstoßen wird", sagt Ordnungsdezernent Marc Hansmann. Als Stadt werde man das unterstützen.

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