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Was wir jetzt nach der Terrorwarnung wissen

Gefahrenlage in Hannover Was wir jetzt nach der Terrorwarnung wissen

Die Polizei hat bislang weder Sprengstoff gefunden, noch jemanden festgenommen. Allerdings haben die Behörden ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen eines geplanten Sprengstoffanschlags eingeleitet – und hatten offenbar konkrete Hinweise auf verdächtige Personen in Hannover. Hier alle bisherigen Informationen im Überblick.

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Am Morgen nach der Terrorwarnung hat sich die Lange inzwischen beruhigt.

Quelle: Dillenberg

Was genau ist am Dienstagabend passiert?

Innenminister und Ermittlungsbehörden halten sich auch am Tag nach dem abgesagten Länderspiel bedeckt, was die Gründe anbetrifft, die sie zu diesem Schritt veranlasst haben. Dennoch verdichten sich die Anzeichen, dass ein französischer Geheimdienst die deutschen Kollegen am Dienstagmittag von einem geplanten Anschlag auf ein „Fußball-Event“ unterrichtete. Terroristen aus dem In- und aus dem Ausland hatten demnach geplant, ein mit Sprengstoff beladenes Auto, das eine Zugangsberechtigung für den abgesperrten Bereich rund um das Stadion hatte, in die Nähe der Arena zu fahren und es zur Explosion zu bringen. Zu den Fahrzeugen, die eine Zugangsberechtigung für die HDI-Arena bekommen, gehören unter anderem die Wagen des Sicherheitspersonals, Rettungswagen, Einsatzfahrzeuge der Polizei und Übertragungswagen der Fernsehsender.

Das Länderspiel Deutschland-Niederlande ist abgesagt. Für die ganze Stadt wurden schärfere Sicherheitsmaßnahmen getroffen.

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Für diese Theorie spricht, dass die Polizei am Dienstagabend die Fußballfans, die das Stadion verließen, darauf hinwies, sich nicht in der Nähe von Einsatzfahrzeugen aufzuhalten. Zudem kontrollierten die Polizisten nach der Spielabsage jeden Wagen, der in den Innenbereich des Stadions fuhr – auch die eigenen Kollegen der Spezialkräfte. Offenbar suchten die Einsatzkräfte dabei wie auch in der Innenstadt nach fünf verdächtigen Personen. „Der Einsatzleiter der Polizei sagte uns, nach dem abgesagten Fußballspiel laufen vier Männer und eine Frau in der Stadt herum und suchen sich andere Ziele“, sagte der Veranstalter, der nach dieser Information das Konzert des Jazzmusikers Maceo Parker am Dienstagabend im Pavillon kurzfristig absagte.

Was ist mit dem Verdächtigen aus dem Intercity?

Die Bundespolizei fahndet immer noch nach dem Mann, der eine Bombenattrappe in einem IC deponierte, die am Dienstagabend im Hauptbahnhof gesprengt werden musste. Reisende hatten den Verdächtigen bei der Einfahrt des Zugs in den Hauptbahnhof Hannover auf einen Jutebeutel aufmerksam gemacht, den er im Zug liegen gelassen hatte. Der Unbekannte flüchtete daraufhin zu Fuß. In dem Beutel fanden die Sprengstoffexperten der Bundespolizei ein Paket mit einer Bombenattrappe. Der Zeuge, den die Behörden für glaubwürdig halten, soll sich in den kommenden Tagen die Videoaufzeichnungen vom Bahnsteig ansehen, um den Verdächtigen zu identifizieren.

Einsatzkräfte haben am Hauptbahnhof eine mutmaßliche Bombe in einem Zug gesprengt. Der Zug stand auf Gleis 11. Nach der Sprengung stellte sich heraus, dass es sich ein harmloses Paket handelte.

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Wie viele Polizisten waren im Einsatz? 

„Mit dem Personal für einen gewöhnlichen Fußballeinsatz hätten wir die Lage auch nicht bewältigen können, wenn es keine Drohung gegeben hätte“, sagte Polizeipräsident Volker Kluwe am Mittwoch. Nach der kurzfristigen Absage waren mehr als 2500 Polizisten aus dem ganzen Bundesgebiet beteiligt. Während des Einsatzes von Spezialkräften und Landespolizisten am Stadion ­sicherten nach Informationen von Thomas Osterroth, Präsident der Bundespolizeidirektion Hannover, weitere 384  Beamten seiner Behörde den Hauptbahnhof und den Flughafen.

Wie war die Stimmung am Tag danach?

Bereits am Tag nach dem Großeinsatz in Hannover wirkte die Lage in der Landeshauptstadt nahezu normal. Am Abend waren zwei Polizisten die einzigen Personen, die langsam durch den Hauptbahnhof schlenderten. Alle anderen hasteten nach Zügen oder nach Hause. „Hier im Bahnhof habe ich überhaupt kein ungutes Gefühl“, sagte etwa Simone Santandres. Sie wisse allerdings noch nicht, wie es sich gleich anfühle, in den Zug zu steigen.

Am Tag nach der Terrorwarnung ist in Hannover wieder Ruhe eingekehrt. Allerdings sind noch viele Fragen offen.

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Bekommen die Zuschauer des Länderspiels ihr Geld zurück? 

Nach der Absage des Länderspiels am Dienstag in der HDI-Arena fragen sich viele Fans, wie sie ihr Geld zurück bekommen. Der DFB bietet dazu ein Rückerstattungsformular an - den Kaufpreis gibt es allerdings nur zurück, wenn die Originalkarten bis zum 4. Dezember eingereicht werden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Wird das Spiel jemals nachgeholt?

Ob das Freundschaftsspiel, das am Dienstag als Zeichen der Toleranz, des Mitgefühls und der Solidarität mit den Opfern der Anschläge in Paris geplant war, nachgeholt wird, bleibt offen. Auf Anfrage der HAZ bat der DFB um Verständnis, dass er die Fragen noch nicht beantworten könne.

Welche Sicherheitsvorkehrungen gelten jetzt für Großveranstaltungen?

Beim Konzert der Rockveteranen von Deep Purple am Mittwochabend verliefen die Sicherheitskontrollen an den Einlässen der Swiss-Life-Hall wie üblich. Nächstes Großevent in der Tui-Arena ist der Box-Weltmeisterschaftskampf von Arthur Abraham am Sonnabend. „Es wird die Veranstaltung geben, und wir sind im dauerhaften Austausch mit den Behörden. Wir werden die Sicherheitsmaßnahmen in der Halle anpassen“, sagte Kalle Sauerland, der den Boxabend zusammen mit dem Fernsehsender Sat.1 organisiert. Details wollte Sauerland nicht verraten. Nach HAZ-Informationen werden vor allem die Einlasskontrollen verstärkt. Alle Kämpfe und das Rahmenprogramm sollen von 18.30 Uhr an wie geplant stattfinden, vor dem Hauptkampf von Abraham gegen den Briten Martin Murray treten Boss Hoss auf. Abraham macht sich keine Sorgen um die Sicherheit: „Boxen hat nicht so viele Zuschauer wie Fußball, da ist der Fokus ein anderer. Die Security wird aber für einen sicheren Abend sorgen.“ In der Tui-Arena werden 6000 bis 7000 Zuschauer erwartet, der Kampf wird in 100  Länder übertragen. 

Warum wurde das Konzert von Maceo Parker abgesagt, das der Söhne Mannheims aber nicht?

Die innerstädischen Auftritte von Jazzmusiker Maceo Parker im Pavillon und Helge Schneider in der Buchhandlung Hugendubel am Kröpcke wurden beide sehr kurzfristig gestoppt. Den Ausfall seiner Lesung teilte Schneider den 120 Gästen sogar selbst mit – wie auch den Nachholtermin am 7. Dezember, für den die gekauften Karten ihre Gültigkeit behalten. Auch im mit 900 Menschen vollen Pavillon stand Veranstalter Gerd Kespohl schon bereit zur Ansage des Künstlers, als entschieden wurde, das Event wegen der bedrohlichen Lage ausfallen zu lassen. Zudem habe Kespohl von Polizeiseite die Falschinformation erhalten, dass das Konzert in der Tui-Arena abgesagt sei. „Und das war uns dann zu heikel. Ich war immerhin froh, dass das Konzert noch nicht lief.“ Auch Maceo Parker, der noch am 23. Oktober im Pariser Club Bataclan aufgetreten sei, habe Verständnis gehabt. „Er und seine Musiker ­waren vorher sehr angespannt, als sie sahen, dass die Polizei mit Maschinenpistolen die Besucher durchsucht“, sagt Kespohl.

In der Tui-Arena, wo die Polizei vor dem Konzert der Söhne Mannheims ohnehin ihre Präsenz verstärkt hatte und die Besucher akribisch durchsucht wurden, entschied man sich nach einer Besprechung, an der neben Vertretern der Band, von Hannover Concerts und Polizei auch Tourneeveranstalter Marek Lieberberg per Telefon teilnahm, gegen eine Absage. Es habe keine konkrete Bedrohung gegeben, sagte Hannover-Concerts-Sprecher Karsten Seifert am Mittwoch. Wenn sich das nicht ändere, werde das Konzertprogramm auch in den kommenden Tagen wie geplant über die Bühne gehen.

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