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Aus der Stadt Ansgar Heise zum "Unternehmer des Jahres" gekührt
Hannover Aus der Stadt Ansgar Heise zum "Unternehmer des Jahres" gekührt
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20:46 19.01.2017
Ansgar Heise leitet das Familienunternehmen in dritter Generation. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Selbst die an Fakten orientierte Welt der Wirtschaft ist nicht frei von Vorurteilen. Eines davon betrifft die Nachhaltigkeit von Familienunternehmen. Die erste Generation schafft etwas Neues, die zweite baut es aus – und die dritte reißt es nieder. Sagt nicht nur der Volksmund, denken oft auch (abhängig beschäftigte) Manager über die Gründerenkel. Es soll ja auch durchaus Beispiele geben, die das Stereotyp bestätigen. Studien zufolge überdauert nur jeder achte Familienbetrieb die dritte Generation.

Am Donnerstagabend wurde Ansgar Heise in Hannover zum "Unternehmer des Jahres" gekührt.

Ansgar Heise kennt die Vorurteile und ihre Belege aus der Wirtschaft. „Deshalb habe ich mich immer besonders zusammengerissen“, sagt der 47-Jährige. Offensichtlich mit Erfolg. In gut 18 Jahren als Geschäftsführer hat er aus dem hannoverschen Telefonbuch- und Fachverlag ein Multimediahaus mit weltweit 1000 Beschäftigten geformt, gut die Hälfte davon in Hannover. Der Verein Die Familienunternehmer hat Heise deshalb am Donnerstagabend zum „Unternehmer des Jahres 2017“ gekürt. Vor 500 Gästen im Lichthof der Uni überreichte Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) die Trophäe.

Auf Digitalisierung ausgerichtet

Heise sei ein Beispiel dafür, dass die Regel über die Enkel nicht stimmen könne, sagte Jochen Köckler, Vorstand der Deutschen Messe AG, bei seiner Laudatio. „So wie sein Vater und Großvater hat auch er ausgesprochene Gründerfähigkeiten.“ Der Chef der Hannover Messe betonte, er kenne kaum einen Eigentümer der dritten Generation, „der so tief in den operativen Abläufen steckt“. Heise sei „ein echter Chancendenker und Macher“.

Der Unternehmer selbst sieht die Auszeichnung als Anerkennung dafür, „was das Team hier in den letzten Jahren erreicht hat“. Heise hat seinen Verlag konsequent auf die Digitalisierung ausgerichtet. Das Geschäft, das 1949 mit Telefonbüchern begann, wurde zu einem multimedialen Marktplatz für kleine und mittlere Unternehmen ausgebaut. Erst im Sommer fusionierte Heise mit einem Hamburger Konkurrenten. An der neuen Sparte Heise & Dumrath halten die Hannoveraner 79 Prozent der Anteile.

Das Geschäft mit den IT-Fachmedien – an der Spitze das Massenblatt „c’t“ – wurde um diverse Titel erweitert. Hinzu kam mit heise.de eine der wichtigsten Online-Nachrichtenplattformen für die Fachwelt. Die Tüftler spricht der Konzern inzwischen auch direkt an – mit Kongressen und Fachmessen. Ergänzt hat Heise das Online-
Geschäft mit dem Erwerb der Preisvergleichsplattform Geizhals.de.

Entstanden ist ein Konglomerat, das in diesem Jahr allein mit dem deutschen Kerngeschäft gut
160 Millionen Euro umsetzen dürfte. Mittelfristig peilt Heise die 200-Millionen-Marke an. „Unser Unternehmen ist stärker geworden durch die Digitalisierung“, sagt der Diplom-Ökonom. Mitunter müsse er schmunzeln über Industrievertreter, die ihm von den dadurch bevorstehenden Herausforderungen berichteten. „Das hört sich für mich meist sehr bekannt an.“

Vater Christian und Mutter Isgard Heise gehört bis heute die Mehrheit an der Gruppe, Ansgar ist als einziger von drei Söhnen ins Unternehmen eingetreten. Man habe damals klare Verhältnisse in der Familie geschaffen, erinnert er sich. Davon profitiere das Unternehmen bis heute. Vor der Entscheidung dürfte Ansgar Heise irgendwann womöglich auch stehen. Die drei Töchter, heute zwölf bis 17 Jahre alt, hätten jedenfalls alle das „Gründer-Gen“ des Vaters geerbt, so Laudator Köckler.     

Von Bert Strebe

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