Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Mehr Briten wollen sich einbürgern lassen
Hannover Aus der Stadt Mehr Briten wollen sich einbürgern lassen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:49 26.12.2016
Von Bärbel Hilbig
Ein Grundgesetz für alle: Die Bücher liegen bei einer Einbürgerungszeremonie im Neuen Rathaus für die Neubürger bereit.  Quelle: Julian Stratenschulte
Hannover

Der Brexit treibt die Briten in Hannover um. Seit sich in einer Volksabstimmung im Juni eine Mehrheit auf der Insel für den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ausgesprochen hat, steigt die Zahl der Briten, die sich einen deutschen Pass sichern wollen.

2016 haben sich 21 britische Staatsangehörige in Hannover einbürgern lassen. Im Vorjahr hatten sich nur fünf für den Schritt entschieden. Ein bekannter britischer Hannoveraner hat sich dennoch bisher nicht zu dem Schritt entschließen können. Ronald Clark, Chef der Herrenhäuser Gärten, wartet ab, ob der Austritt Großbritanniens tatsächlich erfolgt. „Ich lehne den Brexit ab, denn die EU ist wichtig für die Zukunft unseres Kontinents.“

73 Anträge auf deutschen Pass

Für das Umland meldet die Regionsverwaltung 22 Neubürger aus dem Vereinigten Königreich, im Jahr 2015 waren es nur zwei. Weitere zukünftige Deutsche stehen noch in der Warteschlange, weil das Beschaffen von Dokumenten und die Bearbeitung ihre Zeit brauchen. Insgesamt haben dieses Jahr in Hannover 41 und im Umland 32 Briten die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 ging bei der Region nur ein einziger Antrag ein.

„Direkt nach dem Brexit-Votum gab es auch bei den Voranfragen einen deutlichen Anstieg. Einige Antragsteller haben deutlich gemacht, dass sie mit der Entscheidung ihrer Mitbürger nicht einverstanden sind“, berichtet Regionssprecherin Christina Kreutz. Offene Grenzen und eine gemeinsame Währung seien gar nicht genug zu schätzen, sagt auch Ronald Clark. Der Chef der Herrenhäuser Gärten bekam die britische Staatsangehörigkeit durch seinen Vater automatisch bei der Geburt. Sollte der Gartenchef Deutscher werden, will er den britischen Pass, der ihm 60 Jahre gute Dienste leistete, nicht zurückgeben, sondern eine doppelte Staatsbürgerschaft beantragen.

Trotz des eindeutigen Brexit-Effekts stellen die britischen Neudeutschen allerdings nicht die größte Gruppe unter den Eingebürgerten. In der Stadt Hannover haben sich dieses Jahr insgesamt 1199 Menschen einbürgern lassen. Mit 172 Menschen stammen die meisten Neubürger aus der Türkei. Die zweitgrößte Gruppe mit 158 Personen kommt aus der Ukraine, die drittgrößte mit 94 Bürgern aus dem Iran.

Nicht jeder bekommt den Pass

In den 20 Umlandkommunen ist die Regionsverwaltung für die Einbürgerungen zuständig. In diesem Jahr bekamen 829 Einwanderer den deutschen Pass, rund 100 mehr hatten den Antrag darauf gestellt. An erste Stelle kommen hier ebenfalls Türken mit 119 Neubürgern, es folgen Polen (62 Eingebürgerte) und Ukrainer (55). Im Vorjahr stammte die drittgrößte Gruppe mit 51 Neubürgern aus der Serbischen Republik.

Die Menschen, die sich erfolgreich um einen deutschen Pass bemühen, kommen jedoch aus einer viel größeren Anzahl von Ländern. Bei der letzten Einbürgerungsfeier in diesem Jahr in Hannover bestätigte Oberbürgermeister Stefan Schostok 40 Hannoveranern ihre deutsche Staatsbürgerschaft. Zugewandert waren diese 40 aus 22 Ländern, darunter Äthiopien, Bosnien-Herzegowina, Brasilien, Bulgarien, Chile, Frankreich, Ghana, Griechenland, Italien, Syrien und Thailand.

Neue Regeln für die doppelte Staatsbürgerschaft?

Nach deutschem Recht müssen EU-Ausländer und Schweizer ihre bisherige Staatsangehörigkeit bei einer Einbürgerung nicht aufgeben. Manche Staaten, wie Österreich oder die Niederlande, dulden eine doppelte Staatsangehörigkeit in der Regel jedoch nicht. Bürger aus Großbritannien können nach bisherigem Stand ihren britischen Pass behalten, wenn sie Deutsche werden. Wie dies nach dem Brexit gehandhabt wird, ist offen. Etliche Länder entlassen ihre Bürger quasi nie aus der Staatsangehörigkeit. In diesen Fällen bürgert die Bundesrepublik Antragsteller ein, indem eine doppelte Staatsbürgerschaft akzeptiert wird.

Gleiches gilt laut Stadt für anerkannte Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge. Die doppelte Staatsbürgerschaft steht ansonsten vor allem Menschen zu, die in Deutschland geboren sind, deren Eltern aber aus einem anderen Land stammen. Allerdings will die CDU nun im Fall von Nicht-EU-Staaten die sogenannte Optionspflicht wieder einführen. Danach müssen sich junge Menschen mit 23 Jahren für ein Land entscheiden.

Über mehrere Jahre hatte eine Frau aus der Südtstadt persönliche Gegenstände im Keller ihres Hauses gesammelt - bis die Sammlung im Wert von gut 4000 Euro eines Tages verschwunden war. Der Vermieter, die Südstädter Kirchengemeinde, hatte den Keller geräumt. Die 33-Jährige fordert nun Schadensersatz.

Michael Zgoll 29.12.2016
List Täter flüchtet auf auf dem Fahrrad - Copyshop-Besitzer überrascht Einbrecher

Leichte Verletzungen hat sich Heiligabend der Inhaber eines Copyshops zugezogen, als er einen Einbrecher in seinem Laden in der List erwischte. Doch dem Täter gelang die Flucht und er konnte auf einem Fahrrad entkommen. Nun hofft die Polizei auf weitere Hinweise aus der Bevölkerung. 

26.12.2016

Wie in jedem Jahr wird der öffentliche Nahverkehr in Hannover auch 2017 teurer. Die Preise für Fahrkarten werden durchschnittlich 1,8 Prozent teurer. Grund sind laut GVH die höheren Lohnkosten für die Unternehmen. In Hameln dagegen sinken die Preise – ein einzigartiger Vorgang.

Bernd Haase 26.12.2016