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Theaterprojekt

Anti-Atom-Inszenierung in Hannover sorgt für Ärger


Mit dem zehntägigen Anti-Atom-Projekt „Freie Republik Wendland“ will das Schauspiel Hannover an die gleichnamige Protestaktion aus dem Jahr 1980 bei Gorleben erinnern. Die CDU-Landtagsfraktion zeigte sich am Freitag erneut verärgert über die eindeutig parteipolitische Aktion.
Das historische Vorbild: Das Anti-Atom-Dorf „Freies Wendland“ 1980 in Gorleben.

Das historische Vorbild: Das Anti-Atom-Dorf „Freies Wendland“ 1980 in Gorleben.

© dpa (Archiv)

Ein Theaterprojekt des Schauspiels Hannover über die Anti-Atom-Bewegung in den 80er Jahren hat für Verärgerung in der CDU-Landtagsfraktion gesorgt. Einige Programmpunkte seien eindeutig parteipolitisch, teilte der stellvertretende Vorsitzende Dirk Toepffer am Freitag in Hannover mit. Das Schauspielhaus wies die Kritik an der Aktion zurück.

Mit dem zehntägigen Projekt „Freie Republik Wendland“ will das Theater an die gleichnamige Protestaktion aus dem Jahr 1980 bei Gorleben erinnern. Mit Hilfe von 100 Gästen soll mitten in Hannovers Altstadt ein Hüttendorf aus Holz, Pappe und Stroh entstehen. Dabei soll vor allem der Austausch zwischen der Jugend und der Generation der Gorleben-Gegner im Vordergrund stehen.

Der Steuerzahler zahle für pseudointellektuelle Gespräche mit dem ehemaligen Bundesumweltminister Trittin, sagte Toepffer. „Das halte ich schlicht für ungesetzlich.“ Die Grünen sollten parteipolitische Aktionen aus der Parteikasse und nicht aus der Staatskasse finanzieren.

Man habe sich auch um Fachleute aus dem Bereich der Atombefürworter bemüht, wies ein Sprecher des Schauspielhauses die Vorwürfe zurück. Das Theater habe die großen Energiekonzerne angeschrieben, die Anfragen seien allerdings versandet. Zudem sei das Schauspiel nicht auf die aktuelle Atomdebatte aufgesprungen, da die Aktion langfristig geplant gewesen sei. „Wir können nur sagen: Kommt her, schaut euch das Projekt an und bildet euch selbst eine Meinung“, sagte der Sprecher.

Das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur betonte, es gehe bei der Aktion auch darum, Jugendliche stärker anzusprechen. Es sei eine gute Sache, dass junge Menschen im Theater den Umgang mit Demokratie erlernen könnten, sagte ein Sprecher am Freitag. Dabei dürfe es allerdings nicht zu einer einseitigen Inszenierung kommen. „Das Konzept muss vielfältig und ausgewogen sein.“

Kritik an den Äußerungen des CDU-Politikers Toepffer kam von der Grünenfraktion im Landtag. Dieser wolle sich mit seinen Theater-Tiraden zum Teil der Inszenierung machen, teilte die stellvertretende Vorsitzende Gabriele Heinen-Kljajic am Freitag mit. Toepffers Appell an politische Neutralität sei der Versuch, eine künstlerische Auseinandersetzung mit schwarz-gelber Atompolitik zu verhindern.

dpa

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