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Fluglärm: Anwohner fühlen sich vom Land ignoriert

Mehr Nachtflüge Fluglärm: Anwohner fühlen sich vom Land ignoriert

Bürgerinitiativen beklagen die wachsende Zahl von Nachtflügen und erklären den zweijährigen Bürgerdialog für gescheitert. Die Nachtflüge zwischen 22 Uhr und 6 Uhr sind seit Jahrzehnten Zankapfel. Knapp drei Dutzend Flugzeuge durchschnittlich starten oder landen pro Nacht in Langenhagen.

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Knapp drei Dutzend Flugzeuge durchschnittlich starten oder landen pro Nacht in Langenhagen..

Quelle: A3803 Jochen Lübke

Hannover. Die drei Lärmschutzinitiativen im Einzugsbereich des Flughafens Hannover in Langenhagen haben nach zwei Jahren Dauer einen Bürgerdialog mit dem niedersächsischen Wirtschaftsministerium für gescheitert erklärt. „Wir sehen keinerlei Ambitionen, die Lärmbelastung für die Bevölkerung zu verringern“, erklären die Sprecher der Initiativen aus Langenhagen, Garbsen und Isernhagen. Das Ministerium als Aufsichtsbehörde für den Airport weist die Vorwürfe zurück: „Wir können das nicht nachvollziehen und sind nach wie vor gesprächsbereit“, teilte eine Sprecherin mit.

Hannover-Langenhagen ist einer der vier großen Verkehrsflughäfen in Deutschland, an denen rund um die Uhr Flugbetrieb möglich ist. Die Nachtflüge zwischen 22 Uhr und 6 Uhr sind seit Jahrzehnten Zankapfel zwischen Initiativen und jeweiligen Landesregierungen. „Wir waren optimistisch, dass sich mit der Regierungsübernahme von SPD und Grünen etwas ändert“, sagt Holger Zenz, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Lärmschutz Südbahn.

Die Zuversicht speiste sich unter anderem aus einer Passage im Koalitionsvertrag, in der es heißt, die rot-grüne Koaltion wolle „die Lärmbelästigung der Flughafenanwohner vermindern“. Von Januar 2015 dann kam es zum Bürgerdialog, den für das SPD-geführte Ministerium vor allem Staatssekretärin Daniela Behrens begleitete.

Hohe bürokratische Hürden

„Unsere Wünsche sind entweder blockiert worden, oder gar nicht erst zur Sprache gekommen“, klagt Klaus-Peter Wendorff von der Bürgerinitiave für Garbsen, Langenhagen und Umgebung (Bigum). Dies betreffe in erster Linie den Flugverkehr in der Nacht sowie das Programm für passiven Lärmschutz, bei dem Anlieger technische Einrichtungen an ihren Häusern bezahlt bekommen. „Die bürokratischen Hürden an dieser Stelle sind viel zu hoch“, kritisiert Wendorff. Deshalb habe man eine Clearingstelle gefordert - auch dies vergebens.

Das Ganze geht einher mit immer mehr nächtlichen Flügen, die Schlafstörungen und mögliche gesundheitliche Schäden für die Anlieger nach sich ziehen können. Von 2014 bis 2016 ist die Zahl der Nachtflüge laut Fluglärmkommission um knapp 2000 auf 12 954 gestiegen - macht im Schnitt knapp drei Dutzend pro Nacht. Der Anteil liegt aktuell bei gut 17 Prozent, gemessen am Gesamtaufkommen.

„Gleichzeitig sind die Messwerte am Südbahn-Pegel Grenzheide in Langenhagen um fast vier Dezibel gestiegen. Das bedeutet eine Verdoppelung des Lärms“, sagt Zenz. Der Ansatz des Ministeriums, Nachtflug durch höhere Gebühren zu begrenzen, führe zu nichts. „Das macht umgerechnet nur 30 Cent Mehrkosten pro Ticket aus und bietet für die Fluggesellschaften keine Anreize“, sagt Wendorff. Er kritisiert auch die Politik: „Sie duckt sich bei dem Thema fraktionsübergreifend weg.“

Das Wirtschaftsministerium erklärt demgegenüber, es könne die bestehenden Regelungen für Hannover nicht verschärfen, da sich die Zahl der Nachtflüge im Rahmen des Erlaubten bewege und gesetzliche Grenzwerte eingehalten würden. „Eine Gesundheitsgefahr besteht nicht“, lässt Minister Olaf Lies mitteilen.

Die Bürgerinitiativen setzen nun im Vorfeld der Landtagswahlen im Januar 2018 auf Bewegung in der Politik. „Immerhin haben die Grünen schon ein Nachtflugverbot in ihr Wahlprogramm geschrieben. Wir hoffen, dass sie dieses Mal nicht umkippen“, sagt Wendorff.

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