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Aus der Stadt Anwohner protestieren für Bäume am Wedekindplatz
Hannover Aus der Stadt Anwohner protestieren für Bäume am Wedekindplatz
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00:15 21.01.2017
Von Uwe Janssen
Hoch-Kultur am Streitobjekt: Anwohner hängen eine Spruchgirlande an den Robinien auf dem Wedekindplatz auf. Quelle: Irving Villegas
Hannover

Es geht um Bäume, aber eigentlich geht es um viel mehr. Um Flair, Lebensgefühl und ein Fleckchen Hannover, das nicht umsonst den Spitznamen Klein-Paris trägt. Die Stadt will den Wedekindplatz in der List sanieren und neu gestalten. Eine kleine, aber sehr aktive Gruppe von Anwohnern befürchtet, dass die Sache mit Paris dann der Vergangenheit angehört - vor allem deshalb, weil die geplante Umgestaltung die Fällung der Bäume vorsieht, die auf beiden Hälften des durch die Wedekindstraße geteilten Platzes stehen.

Seit Dienstag tut die Interessengemeinschaft „Wedewipfel“ ihren Protest vor Ort leuchtend kund: Zwischen den winterkahlen Robinien hängt ein Spruchband mit dem Reim „Im Sommer Schatten, im Winter Licht, unsere Wedewipfel weichen nicht!“. Lichtkünstler Franz Betz hat es gestaltet.

Lichtkünstler Franz Betz legt selbst Hand an. Quelle: Irving Villegas

Neugierig beobachteten am Dienstag Passanten und Anwohner die Hängung der Girlande. Das ist genau die Intention der Gruppe - Aufmerksamkeit für ihr Anliegen. Flugblätter werden verteilt, Unterschriftenlisten liegen in den umliegenden Geschäften aus. „Das soll alles ganz kahl, nüchtern, kalt und gesichtslos werden“, sagt Modedesignerin Suse Schneeweiss, die ihren Laden auf der nördlichen, der Lister Seite des Platzes hat. „Das passt vielleicht auf die Expo, aber nicht hierher.“

Zwar sieht die Neugestaltung, die die Stadt im November in der Leibnizschule vorgestellt hat, neue Bäume vor, die allerdings kleiner sind und außen um das Areal gepflanzt werden sollen statt mitten auf dem Platz. „So geht der Charakter dieses historischen Ambientes verloren“, sagt Ella Armgardt, die in der Steinriede wohnt, die den Platz mit der Bödekerstraße verbindet.

Auch Landschaftsarchitekt Martin Diekmann hält den Wedekindplatz für einen der schönsten Plätze der Stadt. Allerdings: „Man sieht von Klein-Paris gar nicht so viel, weil die Bäume alles verdecken.“ Für Diekmann, der mit seinem hannoverschen Büro lad+ die Neugestaltung plant, wird der historische Charakter des Platzes dagegen mit der neuen Bepflanzung erst richtig sichtbar: „Die Magnolien sind schon bei ihrer Pflanzung sechs bis sieben Meter hoch. Sie haben eine Höhe, bei der man mehr vom Raumgefühl des Platzes hat, weil die historischen Fassaden besser zur Geltung kommen.“

Die Robinien seien nicht nur altersschwach und „vergreist“, sie hätten im Laufe der Zeit noch andere Probleme geschaffen. „Das Pflaster ist aufgewellt. Das birgt auch Risiken in der Verkehrssicherung. Solche Bäume mit ihrem Wurzelwerk sind eigentlich gar nicht geeignet für so einen Ort. Sie bemächtigen sich des Platzes.“

Das Argument, die Robinien seien altersschwach, stößt bei den engagierten Anwohnern auf Verwunderung. „Die sind Mitte der Achtziger gepflanzt worden, die werden auch noch einmal so alt“, sagt Ella Armgardt. Und Sandra Falk-Kopplin vom Café Tulipano vermutet auch Kostengründe: „Eine 70 Zentimeter tiefe Auskofferung bei der Platzsanierung überstehen die Bäume nicht, ohne dass man sie extra schützt und stützt. Das ist dann quasi ein Kollateralschaden“, sagt sie.

Die Umgestaltung soll dem kleinen geteilten Ort trotz der querenden Verkehrsader ein Stück des früheren einheitlichen Platzcharakters wiedergeben. Die Fußgängerampel soll einige Meter Richtung Lister Meile verlegt werden, die Litfaßsäule auf der Südseite verschwinden, das Pflaster auf der Straße farblich angepasst, Parkflächen an die Wedekindstraße verlegt werden. Bislang gibt es nur Vorschläge. Bevor es zu Beschlüssen kommt, soll es weitere Infoabende und Diskussionen mit Bürgern geben. Dass der Platz nicht nur den Anliegern ein Anliegen ist, scheint jedenfalls allen klar zu sein.

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