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Aus der Stadt Anwohner protestieren gegen Flüchtlingswohnheim
Hannover Aus der Stadt Anwohner protestieren gegen Flüchtlingswohnheim
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11:37 17.02.2016
Von Andreas Schinkel
Anwohner wollen den Bau des geplanten Flüchtlingswohnheims am Kronsberg verhindern. Quelle: Marcel Schwarzenberger
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Hannover

Erzürnte Nachbarn rund um das Grundstück des Flüchtlingswohnheims am Oheriedentrift suchen inzwischen Hilfe bei Niedersachsens Integrationsbeauftragter Doris Schröder-Köpf (SPD) und Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD). „Wir haben beide eingeladen, sich den Standort hier vor Ort genauer anzusehen“, sagt ein Anwohner, der in der Nähe ein Haus baut. Schröder-Köpf hat bereits ihr Kommen zugesichert, vom OB haben die Anwohner noch keine Antwort bekommen.

Das städtische Immobilienunternehmen GBH soll am Oheriedentrift eine Unterkunft für rund 50 Asylsuchende bauen. Der Bezirksrat hat mit rot-grüner Mehrheit bereits seine Zustimmung gegeben, ebenso mehrere Ratsgremien. Der Kronsberg ist einer von insgesamt sieben über das gesamte Stadtgebiet verteilten Standorten für neue Flüchtlingsheime. Protest gegen die Baupläne der Stadt hatte es bereits in Bothfeld gegeben. Dort versucht eine Anwohnerin, den Bau per Gerichtsurteil zu kippen.

Die Eigenheimbesitzer auf dem Kronsberg fühlen sich von der Stadt verschaukelt. Sie verstehen nicht, warum sie hohe ökologische Standards einhalten müssen, die die Baupreise in die Höhe treiben, von der Stadt aber zu hören bekommen, dass man beim Wohnheim von den Kriterien abweichen will. So zumindest steht es in einer E-Mail des Baudezernats an einen Anwohner, die der HAZ vorliegt. Die Ausgaben für das Wohnheim „sollen durch kostensparende Bauweise und Materialauswahl in Grenzen gehalten werden“. Zwar wolle man die künftige Wohnungsbauentwicklung auf dem Kronsberg weiter nach ökologischen Kriterien betreiben, „das Wohnheim stellt hiervon aber eine Ausnahme dar“.

Auf Nachfrage der HAZ  betont Stadtsprecher Alexis Demos jetzt, dass auch das Wohnheim den hohen „Kronsberg-Standard“ erfüllen werde. Das aber dürfte die Baukosten erheblich steigern. „Das Vorgehen der Stadt bleibt unklar“, kritisiert FDP-Baupolitiker Wilfried Engelke.

Die Kronsberg-Anwohner führen weitere Argumente gegen das geplante Wohnheim ins Feld. Sie befürchten, dass Investoren das Interesse am Baugebiet verlieren, sobald die Flüchtlingsunterkunft errichtet ist. Auch stehe das Wohnheim praktisch auf der grünen Weise und habe keine Anbindung zur Siedlung. „Da kann man schlecht von einer integrierten Lage sprechen“, bemerkt ein Anwohner. Dieses Argument macht sich auch die CDU vor Ort zu eigen. „Der Standort am Rande der Stadt ist unglücklich. Denn ein Flüchtlingswohnheim braucht eine Umgebung, die Nähe zu Menschen“, sagt die CDU-Fraktionschefin im zuständigen Bezirksrat, Petra Stittgen.

Im Schreiben der Bauverwaltung an den Anwohner heißt es, dass man den Standort genau geprüft habe. Er liege in der Nähe einer Grundschule, von Sportanlagen, einer Kita, und er sei auch mit der Stadtbahn gut zu erreichen. Zum anderen sei „ein gewisser Abstand zum vorhandenen Wohngebiet nicht nur nachteilig zu sehen“, heißt es weiter in dem Schreiben des Bauamts. „Wir nehmen aber auch die Sorgen der Anwohner ernst“, betont Stadtsprecher Alexis Demos.

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