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Anwohner sollen Tonnen 300 Meter rollen

Abfallwirtschaftsbetrieb Aha Anwohner sollen Tonnen 300 Meter rollen

Zahlreiche Hausbesitzer in Hannover ärgern sich über das Verhalten des Abfallwirtschaftsbetriebs Aha. Das Unternehmen verlangt jetzt, dass Anlieger von Stichstraßen ihre vollen Müllbehälter bis zu 300 Meter weit bis zu nächst größeren Straße rollen. Betroffen sind auch ältere Bürger mit Rollator.

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Claudia Bassmann und die gehbehinderte Rosemarie Nöring sollen ihre Tonnen künftig zur nächsten größeren Straße bringen.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Die ersten Aha-Kunden drohen bereits mit einer Klage gegen den Abfallwirtschaftsbetrieb. Betroffen sind allein im hannoverschen Stadtteil Wettbergen rund 70 Haushalte. Sie haben in den vergangenen Tagen einen Brief vom Abfallwirtschaftsbetrieb Aha erhalten. Darin werden sie aufgefordert, schon in zwei Wochen alle ihre verschiedenen Mülltonnen am jeweiligen Entsorgungstag in der nächsten Durchgangsstraße zur Abholung bereit zu stellen.

„Wie soll ich das machen?“, sagt die 86-Jährige Rosemarie Nöring. Sie selbst kann sich nur mit dem Rollator vorwärts bewegen. „Ich kann nicht noch eine schwere Mülltonne hinter mir her schleppen“ sagt die Rentnerin. Das Verhalten des Abfallwirtschaftsbetriebs findet sie „unmöglich“.

Kein geeigneter Abstellplatz vorhanden

„Ich wohne fast auf den Tag genau seit 26 Jahren hier“, sagt Sybille Polkowski. 26 Jahre lang sei das Müllfahrzeug ohne Probleme in den Heinrich-Jasper-Weg gefahren, wo sie wohnt. „Und jetzt sollen die Anwohner die vier unterschiedlichen Tonnen hunderte Meter weit schleppen?“, fragt sie. Abgefahren werden an verschiedenen Tagen Tonnen für Restmüll, Bio- und Papierabfälle sowie Verpackungsmaterial.

Aber das sei nicht das einzige Problem, meint Michael Siebert. An der Aufhäuser Straße, wo der Stichweg einmündet, gebe es gar keinen geeigneten Abstellplatz für die ganzen Tonnen aus dem Heinrich Jasper-Weg. Denn allein von dort kämen etwa 40 Abfallbehälter. „Dann ist der Gehweg hier komplett verstopft“, sagt Siebert. Dazu kommen dann noch die Tonnen von den Bewohnern benachbarter Straßen und die von Anliegern der Aufhäuser Straße selbst.

Zwar ist das Schreiben von Aha erst vor wenigen Tagen eingetroffen. Einige Bürger aber überlegen schon jetzt, gegen die Anordnung gerichtlich vorzugehen. Die ersten hätten sich dafür bereits die Unterstützung ihrer Rechtsschutzversicherung zusichern lassen, berichtet ein Bürger.

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Aha: Straßen zu schmal

Der Abfallwirtschaftsbetrieb Aha begründet den Brief mit beengten Straßen in diesem Bereich. In der Vergangenheit sei es oft passiert, dass die Behälter an den Abholtagen nicht geleert werden konnten, weil die engen Straßen zugeparkt gewesen seien, berichtet Aha-Sprecherin Helene Herich. Dann habe der Müll an einem anderen Tag abgeholt werden müssen, was zu zusätzlichen Kosten geführt habe. Zudem seien die Straßen in diesem Bereich kleiner als im Bebauungsplan angegeben. Die Müllfahrzeuge hätten eine Breite von 2,50 Metern, die Straße sei aber an einigen Stellen deutlich schmaler als 3,50 Meter, berichtet Herich. Das führe dazu, dass der vorgeschriebene Mindestabstand zu Grundstücksgrenzen von einem halben Meter nicht überall eingehalten werden könne, argumentiert die Sprecherin.

Die in dem Bereich vorhanden Wendehämmer seien zudem zum Wenden von dreiachsigen Müllfahrzeugen ungeeignet, meint Herich. Aus Sicherheitsgründen dürften die Müllwagen in den engen Straßen nicht mehr rückwärts fahren.

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Plötzlich ging alles ganz schnell. Nachdem Montag die HAZ über verzweifelte Anlieger von Stichstraßen berichtet hat, die ihre Mülltonnen künftig bis zu 300 Meter zur nächsten Durchgangsstraße rollen sollen, lenkte der Abfallwirtschaftsbetrieb Aha ein. Ein neues, kleineres Fahrzeug soll das Problem lösen.

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