Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Arabisch-Kurse erleben Boom in Hannover
Hannover Aus der Stadt Arabisch-Kurse erleben Boom in Hannover
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 02.04.2016
„Die größte Herausforderung ist es, die Aussprache beizubringen“: Arabisch-Dozentin Faten Ghazal unterrichtet an der Volkshochschule Hannover. Quelle: Holger Hollemann
Anzeige
Hannover

2012 reichten die Nachfragen gerade mal für zwei Kurse (Teilnehmerzahl: sieben bis 15) aus, mittlerweile stehen acht mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad auf dem Programm. „Wenn der Andrang weiter anhält, brauchen wir demnächst dringend einen zweiten Dozenten. Unserer ist an der Belastungsgrenze angekommen“, sagt Schröder. Die gestiegene Nachfrage macht er vor allem am Zustrom von Flüchtlingen fest. Einen beträchtlichen Teil der Kursteilnehmer machen Menschen aus, die als freiwillige Helfer oder beruflich mit Menschen aus arabischsprachigen Ländern zu tun haben.

Im Vergleich zu anderen Kursen sei die Quote der Abbrecher hoch, sagt Schröder. Arabisch zu lernen sei vor allem deshalb sehr anspruchsvoll, weil die Teilnehmer - ähnlich wie beispielsweise in Russischkursen - ein neues Alphabet lernen müssen. Dazu kommt das ungewohnte Lesen von rechts nach links. Die Hürden sind also deutlich höher als bei anderen Sprachen. Ein wichtiger Faktor sei demnach die Motivation, erklärt Schröder: „Wer die Frau seines Lebens getroffen hat, ist vermutlich mehr bei der Sache als jemand, der einen Schein für seinen Arbeitgeber braucht.“

In der Volkshochschule (VHS) Hannover steht Arabisch schon seit Jahren auf dem Stundenplan. Doch in den vergangenen Monaten ist das Interesse stetig gewachsen. „Die größte Herausforderung für die Dozenten ist es, die Aussprache beizubringen, die arabische Kultur zu erklären und bestimmte Themen der arabischen Grammatik“, sagt Faten Ghazal, die an der VHS Hannover unterrichtet. Auch sie hat festgestellt, dass viele Teilnehmer Arabisch büffeln, weil sie beruflich mit Asylbewerbern zu tun haben. „In letzter Zeit nehmen viele teil, um mit den Flüchtlingen arbeiten zu können und um sich zu verständigen“, sagt Ghazal. Darunter seien Mitarbeiter von Jobcenter oder Sozialdienst, Lehrkräfte und Sozialpädagogen.

Das sind die nächsten Kurse

Die nächsten Arabischkurse beim Bildungsverein beginnen am Montag, 11. April. Sie dauern zehn Wochen und gehen jeweils von 17.30 bis 20 Uhr. Die Kosten betragen 82 Euro, ermäßigt 62 Euro. Wer sich vorher einen kostenlosen Einblick verschaffen will, hat dazu die Gelegenheit am Donnerstag, 7. April. Um 20 Uhr beginnt an der Wedekindstraße 14 ein Probeunterricht. Darüber hinaus werden Wochenendseminare und Bildungsurlaub angeboten. Alle Kurse für Einsteiger und Fortgeschrittene und die jeweiligen Unterrichtsorte finden Interessierte unter bildungsverein.de. Die Volkshochschule bietet ab Donnerstag, 7. April, mehrere Kurse mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden an. Die meisten finden einmal wöchentlich statt und dauern jeweils zwei Stunden lang. Die Unterrichtsräume befinden sich in der Wilhelm-Raabe-Schule und an der Burgstraße, die Teilnahme kostet jeweils 69 Euro. Bereits ausgebucht ist der Kurs „Arabisch in 24 Stunden“ von Faten Ghazal, es gibt aber eine Warteliste. Das vollständige Programm ist unter vhs-hannover.de nachzulesen.

Von Gerko Naumann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

2015 ist die Zahl der Verkehrstoten in Niedersachsen im zweiten Jahr in Folge gestiegen. Der Blick aufs Handy war eine häufige Unfallursache. Die Landesregierung setzt sich deshalb für höhere Bußgelder ein.

30.03.2016

Nach dem Säureangriff auf die 27-jährige Vanessa M. in Leinhausen weiten Freunde und Verwandte ihre Spendenaktion aus. Sie wollen mit Spendendosen Geld für die junge Frau sammeln, die Mitte Februar von ihrem Ex-Freund mit einer ätzenden Flüssigkeit überschüttet worden war. 

30.03.2016

Die Region Hannover sucht weiter dringend Gastfamilien für Jugendliche, die ohne Eltern nach Deutschland gekommen sind. Regionsmitarbeiter betreuen und versorgen derzeit über 270 unbegleitete Jugendliche in den 16 Kommunen, in denen die Region Jugendhilfeträgerin ist.

Bärbel Hilbig 30.03.2016
Anzeige