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Arbeit auf der Baustelle ersetzt das Pauken

Schulverweigerer Arbeit auf der Baustelle ersetzt das Pauken

Die Werk-statt-Schule hat das Projekt „Fachwerk“ im März 2011 als alternatives Schulangebot gestartet. Dafür gab es nun in Düsseldorf den zweiten Platz beim Deichmann-Förderpreis für Integration.

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Der 16-jährige Patrick streicht in der späteren Holzwerkstatt.

Quelle: Moritz Küstner

Hannover. Sie waren gestern so aufgeregt wie stolz, die Jugendlichen und Betreuer des Projekts „Fachwerk“. Das Projekt fängt Jugendliche auf, die hartnäckig die Schule geschwänzt haben, und führt sie mit praktischer Arbeit an einen geregelten Tagesrhythmus heran. Die Werk-statt-Schule startete „Fachwerk“ im März 2011 als alternatives Schulangebot. Dafür gab es nun in Düsseldorf den zweiten Platz beim Deichmann-Förderpreis für Integration.

„Wir sind natürlich sehr glücklich“, sagt Projektleiter Bernd Eßlinger. Mit den 8000 Euro Preisgeld wollen die Mitarbeiter einen Raum für Musik- und Theaterprojekte für ihre Schüler einrichten. Das Schulprojekt „Fachwerk“ ist bisher weiter im Aufbau. In einem ehemaligen Gebäude der Deutschen Bahn in Leinhausen richten die Jugendlichen und ihre Anleiter schrittweise Werkstätten ein. Die Arbeit auf dieser Baustelle gehört zum Konzept.

„Wir geben Jugendlichen, die bei uns anfangen, zunächst leichte Aufgaben. Sie sollen nicht scheitern und frustriert werden“, sagt Eßlinger. Fast immer seien psychische und soziale Probleme die tiefere Ursache für die Schulverweigerung. Und wenn Schüler über längere Zeit der Schule fernbleiben, sind weitere Misserfolge bei ihrer Rückkehr in den Unterricht vorprogrammiert. „Die meisten unserer Schüler sind nicht mehr in der Lage, auch nur 15 Minuten einer normalen Schulstunde zu folgen“, erläutert der Projektleiter.

Bei „Fachwerk“ läuft das, was in der Regel als Unterricht verstanden wird, eher nebenher. Aktuell legen einige Jugendliche Fliesen im zukünftigen Ess- und Sozialraum, andere wie der 16-jährige Patrick streichen die Wände in der späteren Holzwerkstatt. Bei der praktischen Arbeit kommt dann zum Beispiel Mathe ins Spiel, wenn die Schüler ausrechnen sollen, wie viel Farbe oder Fliesen sie brauchen. Jeden Tag fassen sie am Ende einen kurzen Tagesbericht ab. Die Mitarbeiter haben meist eine pädagogische und handwerkliche Ausbildung. Das Projekt bietet Platz für zehn Jugendliche und ist jeweils auf ein Jahr angelegt. Manche Teilnehmer wechseln danach in den Berufsschulzweig der Werk-statt-Schule und schaffen ihren Haupt- oder sogar Realschulabschluss.

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