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Aus der Stadt Arbeitgeberverband unterstützt Markthallenpläne
Hannover Aus der Stadt Arbeitgeberverband unterstützt Markthallenpläne
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02:15 30.08.2017
Von Conrad von Meding
„Ich verstehe nicht, warum Hannover sich solchen Projekten verwehrt“: Die Initiatoren für eine neue Markthalle (Skizze) erfahren viel Zuspruch. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Die Idee für eine Neukonzeption der hannoverschen Markthalle hat einen weiteren prominenten Unterstützer: Der Arbeitgeberverband Niedersachsenmetall macht sich das Projekt zu eigen und will es auch organisatorisch nach vorne bringen. „Was Hannover als Landeshauptstadt Niedersachsens voranbringt, ist uns ein Anliegen“, sagt Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt. Der Verband hatte unter anderem den Wiederaufbau von Schloss Herrenhausen mit einem Millionenbetrag möglich gemacht. Die Neuerfindung der Markthalle könne eine ähnliche Strahlkraft entwickeln, meint Schmidt.

Neue Halle als Passage?

Im Juli hatte die HAZ erstmals über die Idee für eine neue Markthalle berichtet, die vom Verein hannoversche Stadtbaukultur stammt und für die sich eine Hamburger Investorenfamilie erwärmt. Das Konzept: Wenn in Kürze ohnehin das Bürgeramt Mitte am Köbelinger Markt wegen Baufälligkeit abgerissen wird, könnte man auch die Nachkriegsmarkthalle mit abreißen und auf dem großen Grundstück eine neue, größere Markthalle errichten. Erste Skizzen sahen vor, die Kuppeln der kriegszerstörten Jugenstilmarkthalle als ein Architekturmotiv aufzunehmen, die Markthalle selbst aber als lange, gewinkelte Passage über das Grundstück zu führen. Zusätzlich würden etliche Wohnungen, Büros und im rückwärtigen Teil Tiefgaragenplätze entstehen. Die historische Markthalle im Original wieder aufzubauen, wie es der Verein eigentlich vorhatte, ist nicht möglich, weil sie weit in die heutige Karmarschstraße ragen würde.

„Solch eine neue Markthalle könnte ein zusätzlicher Besuchermagnet in der Innenstadt sein und zudem mit einer besonderen Architektur das Stadtbild bereichern“, sagt Vereinsvorstand Albin Homeyer. In ersten Reaktionen hatte nicht nur Rainer Beckmann vom Immobilienverein Haus & Grundeigentum sofort Unterstützung zugesagt, sondern auch Martin Prenzler von der City-Gemeinschaft Interesse signalisiert. „In allen europäischen Städten, die derzeit neue Markthallen konzipieren, entsteht dadurch ein Schub für die Innenstädte“, sagt Prenzler.

Bilder der Markthalle in Hannover - früher und heute.

Bei der Stadt gibt es hingegen starke Vorbehalte. Baudezernent Uwe Bodemann verweist auf den Denkmalschutz für die derzeitige Markthalle. Zudem gebe es andere Planungen für den Köbelinger Markt: Dort sollen Wohn- und Geschäftshäuser ähnlich wie am Klagesmarkt entstehen. Allerdings läuft das Bebauungsplanverfahren derzeit, die Ratspolitik kann es jederzeit ändern. Aus den beiden größten Ratsfraktionen, SPD und CDU, gab es einen deutlichen Hinweis an die Rathausspitze, nicht alle neuen Ideen für Hannover sofort abzulehnen, sondern zunächst das Gespräch und Lösungen zu suchen. Baudezernent Bodemann trifft sich nun erneut mit den Initiatoren, ein Gespräch mit dem Oberbürgermeister wurde ihnen bisher verwehrt.

An den neuen Entwürfen für die Markthalle scheiden sich die Geister. Das sagen die Hannoveraner.

„Hannover braucht Ideen“

„Ich verstehe nicht, warum Hannover sich solchen Projekten verwehrt und Investoren nicht einmal mit dem Oberbürgermeister sprechen lässt“, sagt auch Arbeitgeber-Verbandschef Schmidt. Er erinnert daran, dass es jahrzehntelang massive Vorbehalte in Hannovers Stadtspitze gegen den Wiederaufbau von Schloss Herrenhausen gab. „Heute schmückt man sich gerne mit diesem Projekt.“ Auch andere Ideen wie etwa der geplante Surfspot Leinewelle am Landtag würden in der Öffentlichkeit zunächst oft kritisch beäugt. „Dabei sind genau solche Ideen Standortfaktoren, die eine Stadt wie Hannover dringend braucht.“

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