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Der Baukasten für den Wohnungsbau

Architektenempfang Der Baukasten für den Wohnungsbau

Schneller und presiwerter Wohnungen errichten und trotzdem Qualität abliefern - dafür haben vier Architekturbüros jetzt preisgekrönte Vorschläge abgeliefert. Ministerpräsident Stephan weil lobte das Projekt am Mittwoch als Modell, dem Wohnungsmangel sinnvoll zu begegnen.

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Quelle: von Ditfurth

Hannover. Alle jammern darüber, dass die Preise am Wohnungsmarkt steigen und der Neubau zu schleppend vorangehe. Die Architektenkammer und der Verband der Wohnungswirtschaft (vdw) haben mit Unterstützung des Landes Niedersachsen jetzt in einem Wettbewerb Modelle entwickeln lassen, wie Häuser quasi von der Stange, aber dank standardisierter Verfahren schneller und preisgünstiger gebaut werden können. Kammerpräsident Wolfgang Schneider stellte die Siegerentwürfe am Mittwochabend in der Innenstadt vor. Landtagspräsident Bernd Busemann (CDU) und Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) lobten das Engagement. "Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum für alle, ohne dass die Qualität leidet - und wir brauchen ihn schnell", sagte Weil beim Empfang "Architektur & Politik" in der Bbauverwaltung und im Laveshaus.

Die Entwürfe sollen nicht lange Theorie bleiben. Die kommunalen Wohnungsbauunternehmen GBH (Hannover), KSG (Umland) und Gewoba (Bremen) hätten sich verpflichtet, Gebäude nach diesen Entwürfen auf bereitstehenden Grundstücken umzusetzen, sagte vdw-Präsident Heiner Pott. Weitere Wohnungsbauunternehmen hätten den Wettbewerb unterstützt, man hoffe, dass die Idee der standardisierten Bauten bald vielfach Anwendung finde.

Insgesamt hatten 48 Planerbüros mitgemacht, 19 waren in der Endrunde. Zwei der vier nun prämerten Entwürfe setzen auf Häuser mit Laubengängen, die man vor allem in den Fünfzigerjahren favorisiert hat: Sie taugen kostensparend sowohl als Erschließung (Flur) wie auch als Freiluftaufenthalt (Balkon). Es sind die Wettbewerbsbeiträge der Büros Höhlich und Schmotz Architekten aus Burgdorf und N2M Architektur aus Hannover. Dem Büro Feldschnieders & Kister aus Bremen sei besonders gut die Kombination der privaten Freiräume gelungen, urteilte die Jury. Das Büro BTP Architekten aus Hannover arbeitete mit vorgefertigten Fassadenelementen, was zur Kostenreduktion beitragen soll. Alle Entwürfe werden ab 22. August in der Bauverwaltung öffentlich ausgestellt.

Architekten seien Problemlöser, warb Kammerpräsident Schneider für seinen Berufsstand. Er forderte mehr Offenheit für neue Ideen: "Es gibt zu viele Bedenkenträger." Zugleich kritiserte er aber auch, dass die Politik das Bauen immer teurer mache. So hätten allein die zum letzten Jahreswechsel eingeführten zusätzlichen Energiesparvorgaben das Bauen um sieben Prozent verteuert, dadurch betrage die Amortisationszeit für Energieeffizienz bereits 20 Jahre, was völlig unwirtschaftlich sei. Gespart werden dürfe aber nicht an guter Architektur, die Städte dürften nicht austauschbar werden. "Hannover sollte nicht aussehen wie Leipzig", sagte Schneider. Ein Satz, den man umgekehrt in Leipzig sicherlich auch unterschreiben würde.

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